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Laptops statt Pistolen Nur die Dummen werden erwischt

Binnen weniger Monate erbeuteten Cyber-Kriminelle 45 Millionen Dollar über das Internet. Zahlreiche Banken und Kreditkartenfirmen sind auf Angriffe kaum vorbereitet, warnt Computerexperte Frank Rieger im Gespräch mit FAZ.NET.

© REUTERS Vergrößern Vor der Karte, auf der die Geldautomaten-Standorte eingezeichnet sind, an denen die Hacker zuschlugen.

Die New Yorker Staatsanwältin Loretta Lynch bringt auf den Punkt, wie Geldraub im 21. Jahrhundert funktioniert: „Statt Pistolen und Masken benutzte diese Cyber-Verbrecherbande Laptops und das Internet“, sagte sie kürzlich. Zuvor hatten Strafverfolger mitgeteilt, dass eine Bande Cyber-Krimineller insgesamt 45 Millionen Dollar in 27 Ländern erbeutete habe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft knackten die Hacker im vergangenen Jahr Sicherheits-Beschränkungen von Lastschriftkarten zweier Banken aus dem Nahen Osten. Danach gingen sie schnell zu Werk und hoben mit gefälschten Karten Millionenbeträge ab; allein während einer Aktion innerhalb von zehn Stunden hoben sie an Automaten in 24 Ländern 36.000 mal Geld ab. Vor einem amerikanischen Gericht müssen sich nun sieben Mitglieder der New Yorker Zelle der Organisation verantworten.

Der Raub nährt Befürchtungen über die mangelnde Sicherheit neuer Zahlungssysteme insgesamt. „Neue Technologien und das schnelle Wachstum des Internet haben die traditionellen Grenzen der Finanzkriminalität eliminiert“, sagte Steven Hughes, Spezialagent des Secret Service in New York, gegenüber der Zeitung „Washington Post“. Auch Frank Rieger, Mitglied im Chaos Computer Club, bemängelt im Interview mit FAZ.NET, dass die Risiken in Sachen Datensicherheit zusehends auf die Bankkunden abgeschoben würden.

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© AP, F.A.Z., Matthias Lüdecke, F.A.Z. Vergrößern Internet-Experte Frank-Rieger: Nur dumme Täter werden geschnappt

Ein Toter in der Dominikanischen Republik

Die sieben in den vergangenen Wochen inhaftierten Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren wohnen der Mitteilung der Staatsanwaltschaft zufolge in Yonkers, nördlich von Manhattan. Ein achter Mann, gegen den ebenfalls ermittelt wurde, soll im vergangenen Monat in der Dominikanischen Republik tot aufgefunden worden sein.

Begonnen haben soll der Raubzug bereits im Oktober des zurückliegenden Jahres. Wer dahintersteckt, ist bisher nicht bekannt; die New Yorker Staatsanwälte verrieten dazu nichts. Sie gaben aber bekannt, dass offenbar eine indische Firma gehackt wurde, die Kreditkartentransaktionen für Mastercard-Karten durchführt, die wiederum von der in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Rakbank ausgegeben worden sind, berichtet die Washington Post.

Hernach gaben die Hacker die Daten an Gruppen rund um die Welt weiter, die dann wohl mit neu hergestellten und entsprechend präparierten Karten Geld abgehoben haben. Zunächst hätten diese Gruppen 4.500 Mal auf diese Weise Geld abgehoben und dabei 5 Millionen Dollar gestohlen.

Mehr zum Thema

15 Milliarden Cyber-Attacken - jeden Tag!

Einige Monate später dann hätten Hacker eine Firma in den Vereinigten Staaten geknackt, die ebenfalls Mastercard-Transaktionen durchführt.

Ermittler rund um die Welt, zum Beispiel aus Kanada und Thailand, seien in die Ermittelungen eingebunden gewesen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Den Angeklagten droht dem Vernehmen nach bis zu 17,5 Jahre Gefängnis.

Wirtschaftlich richtet Cyberkriminalität mittlerweile  großen Schaden an. Angeblich gibt es 15 Milliarden Cyberattacken auf der ganzen Welt - jeden Tag! Während Großunternehmen einigermaßen gewappnet scheinen, sind Mittelständler offenbar kaum vorbereitet.

Quelle: FAZ.NET

 
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