22.12.2009 · Lange Zeit hieß es, Web 2.0-Dienste wie Twitter hätten keine Chance auf ein auch finanziell erfolgreiches Geschäft. Mit Hilfe von Google und Microsoft kann Twitter nun offenbar die immer wieder vorgebrachte Kritik an seinem Geschäftsmodell kontern und erstmals die Gewinnschwelle überschreiten.
Von Roland LindnerDer Kurznachrichtendienst Twitter kann mit Hilfe der Technikkonzerne Google und Microsoft offenbar eine immer wieder vorgebrachte Kritik an seinem Geschäftsmodell kontern: Nach einem Bericht von „Bloomberg Business Week“ bringen die im Oktober vereinbarten Partnerschaften mit den beiden Unternehmen 25 Millionen Dollar in die Kassen von Twitter und damit genug, um in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu überschreiten. Twitter wurde von Kritikern immer wieder vorgehalten, trotz seiner Popularität kein tragfähiges Konzept entwickelt zu haben, wie Umsätze erzielt werden sollen.
Twitter ist ein Forum von Mini-Botschaften, die in Echtzeit ausgetauscht werden. Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen aus San Francisco ist in kurzer Zeit zum neuen Liebling der Internetwelt aufgestiegen und dort eines der größten Phänomene seit dem Erfolg von Online-Gemeinden wie Facebook. Twitter hatte nach jüngsten Zahlen des Marktforschungsinstituts Comscore im Oktober in aller Welt mehr als 58 Millionen Besucher auf seiner Seite. Das Management von Twitter hat oft darauf hingewiesen, das Wachstum der Nutzergemeinde sei derzeit wichtiger als Umsätze oder Gewinne. Obwohl bislang Einnahmequellen fehlten, hatte Twitter keine Schwierigkeiten, Investoren zu finden. Erst im September bekam das Unternehmen in einer neuen Finanzierungsrunde 100 Millionen Dollar und soll dabei insgesamt mit 1 Milliarde Dollar bewertet worden sein.
Im Oktober gab Twitter Vereinbarungen mit Microsoft und Google bekannt. Den beiden Unternehmen wurde es damit möglich, Twitter-Einträge auf ihren Suchmaschinen zu erfassen. Microsoft begann als erstes, Twitter auf seinem Suchdienst Bing zu integrieren, Google folgte vor rund zwei Wochen. Der Suchmaschinenanbieter geht allerdings noch einen Schritt weiter als Bing und aktualisiert die nach einer Suche angezeigten Ergebnisse von Twitter fortlaufend, also ohne dass ein neuer Suchvorgang gestartet werden muss.
Weder Twitter noch die beiden Partner wollten Angaben dazu machen, ob und in welchem Umfang in der Alllianz Geld fließt. Bloomberg Business Week berichtet nun, dass Twitter von Google 15 Millionen Dollar bekommt und von Microsoft 10 Millionen Dollar, zusammen also 25 Millionen Dollar. Die jährlichen Kosten von Twitter werden auf 20 bis 25 Millionen Dollar beziffert, das Unternehmen würde somit also die Gewinnschwelle erreichen. Twitter hat 105 Mitarbeiter.
Nach Ansicht von Beobachtern steht Twitter trotz dieser Zahlungen von Google und Microsoft unter Druck, zusätzliche Einnahmequellen zu entwickeln. Twitter erarbeitet im Moment Konzepte, um gebührenpflichtige Premiumdienste für Unternehmen anzubieten und Werbung zu schalten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |