10.08.2010 · Über Blackberry-Handys lässt es sich komfortabel abgeschottet kommunizieren. Das nutzen auch Terroristen - so hatte Saudi-Arabien argumentiert und gedroht, den Dienst abzuschalten. Hersteller RIM ist am Wochenende auf die Behörden zugegangen. Diese geben jetzt bekannt: Der Nachrichtendienst darf bleiben.
In Saudi-Arabien ist die Nutzung des Nachrichtendienstes des Multimediahandys Blackberry vorerst weiter erlaubt. Die Regulierungsbehörden gaben am Dienstag grünes Licht, nachdem sich der Hersteller Research in Motion (RIM) im Streit über die Datenkontrolle um Kompromisse bemüht hatte. In Verhandlungen mit RIM habe es Fortschritte gegeben, teilten die Behörden mit.
Im Streit über die Datenkontrolle hatten sich RIM und die Saudi-Arabischen-Behörden bereits am Wochenende angenähert. Es war vorgesehen, dass das kanadische Technologieunternehmen in Saudi-Arabien Netzwerkrechner aufstellt, um den dortigen Behörden den Zugriff auf Daten von Blackberry-Nutzern zu erleichtern. Nach Angaben eines Regierungsvertreters aus Saudi-Arabien wurden am Wochenende in England drei Geräte getestet (Blackberry gewährt Saudi-Arabien Zugang zu Nutzerdaten).
Mit Abschaltung gedroht
Das Land hatte zuvor damit gedroht, den Kurznachrichtendienst Messenger abzuschalten. Die Daten von Blackberry-Geräten laufen anders als bei anderen Herstellern verschlüsselt über eigene Netzwerkcomputer, sogenannte Server, in Kanada und Großbritannien. Das erschwert ausländischen Telekommunikationsbehörden die Überwachung der Nutzer. Saudi-Arabien hatte mit der Abschaltung des Messenger-Dienstes für die rund 700.000 Blackberry-Kunden im Land gedroht, weil er nicht den nationalen Bestimmungen entspreche.
Mit etwa 700.000 Kunden ist Saudi-Arabien RIMs größter Markt im Nahen Osten. Der Dienst ist in dem konservativen islamischen Königreich vor allem bei Jugendlichen beliebt.
Außer Saudi-Arabien hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate angekündigt, die auf dem Internet basierenden Funktionen der heimischen 500.000 Blackberry-Geräte wegen „Sicherheitsproblemen“ zu sperren. Auch im Libanon und in Indien erwägen Behörden ähnliche Verbote. Die abgeschottete Kommunikation ist vielen Regierungen und Geheimdiensten ein Dorn im Auge. Terroristen hatten während der Anschläge auf Hotels im indischen Mumbai solche Blackberrys für eine sichere Kommunikation untereinander genutzt. Seither mehren sich die Wünsche von Regierungen, auf die verschlüsselten Daten zugreifen zu können.
war klar
Ya Guza (yaguza)
- 10.08.2010, 19:58 Uhr
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