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11.02.2004 ·  Die Chancen für eine aus Sicht des Disney-Managements feindliche Übernahme stehen nicht schlecht. Der strategische Sinn dieser Transaktion für Comcast ist in jedem Fall schwer in Abrede zu stellen.

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Wenn es noch eines letzten Hinweises bedurft hätte, daß 2004 ein Jahr der Übernahmen und Fusionen werden wird, dann liefert ihn jetzt der amerikanische Kabelfernsehbetreiber Comcast mit seiner 54 Milliarden Dollar schweren Aktienofferte für den Unterhaltungskonzern Walt Disney. Das Angebot ist wie das des Pharmakonzerns Sanofi-Synthélabo für Aventis feindlicher Natur - zumindest aus der Sicht des Managements von Walt Disney. Doch im Gegensatz zu Sanofi, das wohl noch einen weiten Weg vor sich hat, stehen die Erfolgschancen von Comcast gar nicht so schlecht. Um eine Nachbesserung des Angebots wird Comcast zwar nicht herumkommen. Doch der strategische Sinn dieser Transaktion ist schwer in Abrede zu stellen.

Distribution und Inhalte im Paket anzubieten verstetigt zum einen die Erlösentwicklung. Zum anderen erhöht sich die Kundenbindung, weil ein integrierter Medienkonzern umfassende Leistungen anbieten kann - vom Kabelanschluß über die elektronische Videothek mit Disney-Filmen bis zum Hochgeschwindigkeitszugang ins Internet. Die Medienkonzerne Time Warner und News Corp. sind dieser Struktur schon nahe gekommen, würden aber von einer Kombination Comcast/Disney auf die Plätze verwiesen. Michael Eisner, der zuletzt sehr umstrittene Chef des Mickey-Mouse-Imperiums, wird zu kreativer Hochform auflaufen müssen, wenn er Comcast in die Schranken weisen will.

Quelle: dri., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2004, Nr. 36 / Seite 11
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Von Heike Göbel

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