Darauf haben die Kapitalismus-Kritiker nur gewartet: Die „Heuschrecken“ kaufen die Fußball-Bundesliga. Denn hinter dem neuen Eigentümer der Fernsehübertragungsrechte Unity Media stehen Finanzinvestoren wie Apollo und Golden Tree.
Doch auch ohne solchen Populismus ist die Entscheidung für den Kabelbetreiber Unity und gegen den Bezahlsender Premiere erstaunlich. Zwar haben die Vereine nun Aussicht auf mehr Fernsehgeld, ohne daß die Bundesliga, wie von Premiere gefordert, weitgehend im Bezahlfernsehen verschwindet. Doch die Risiken, welche die Bundesliga und Unity dafür in Kauf nehmen, sind enorm. Es gibt eine ganze Latte von Unwägbarkeiten, an denen die Zusammenarbeit scheitern kann.
Unity fängt praktisch bei Null an
So ist Unity sehr wahrscheinlich auf eine Zusammenarbeit mit dem größeren Betreiber Kabel Deutschland (KDG) angewiesen, um genügend Fußballfans zu erreichen. Ob die jedoch kartellrechtlich zulässig wäre, ist zweifelhaft. Außerdem fängt Unity beim Aufbau eines Abonnentenstamms für sein Bundesliga-Bezahlfernsehen praktisch bei Null an.
Für die Refinanzierung der teuren Rechte braucht der Kabelbetreiber also einen langen Atem. Auch die rein technischen Risiken sind nicht zu unterschätzen. Gelingt es Unity, in nur wenigen Monaten eine funktionierende Bezahlfernsehplattform aufzubauen? Kurzum: Mit dem neuen Partner läßt sich die Bundesliga auf ein Vabanquespiel ein.
