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Karriere Microsoft werden die Arbeitskräfte zu teuer

23.05.2006 ·  Der amerikanische Softwareriese Microsoft muß mehr als 1.000 Angestellte in unbezahlten Urlaub schicken. Dem Unternehmen laufen im Kampf um Arbeitskräfte gegen Google und andere Firmen die Personalkosten davon.

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Der amerikanische Softwareriese Microsoft hat mehr als 1.000 Software-Entwickler und -Tester angewiesen, sieben Geschäftstage unbezahlten Urlaub zu nehmen. Zuvor hätten andere Mitarbeiter des Unternehmens bereits eine ähnliche Anweisung erhalten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Sie sollten ihren Urlaub in der laufenden Woche antreten.

Der Konzern beginnt am 1. Juli ein neues Geschäftsjahr. Microsoft hat sein Budget nach eigenen Angaben zwar nicht überschritten, einige Unternehmenszweige müßten jedoch die Kosten reduzieren, um die Vorgaben einzuhalten, sagte eine Sprecher des
Konzerns.

„Perspektive zurechtrücken“

An der Börse wurde die Nachricht negativ aufgenommen. Microsoft-Aktien fielen stärker als der Trend und verloren rund 16 Prozent an Wert. Die Anleger sind besorgt, daß höhere Ausgaben die Gewinne in erheblichem Umfang belasten könnten. Microsoft hat eine entsprechende Warnung herausgegeben.

Derzeit kämpft der Softwarekonzern gegen die Abwanderung von wichtigen Arbeitskräften zu Konkurrenten wie Google. Die Personalausgaben seien um 15 Prozent gestiegen, erklärte Firmensprecher Corey duBrowa. Zudem erhalten Angestellte kostenlosen Wäsche- und Reinigungsdienstleistungen, verbesserte Kantinenessen, Rabatte auf Tier- und Autopflege. Ferner wird der 2004 eingestellte Gratis-Handtuchservice wieder eingeführt.

Zufriedenheitswerte der Mitarbeiter gesunken

„Verglichen mit dem Zustand vor fünf oder zehn Jahren, sind die Zufriedenheitswerte der Mitarbeiter abgesunken“, sagt Analyst Matt Rosoff. „Es ist sehr wichtig, daß Microsoft seine Leute bei Laune hält, damit sie Umsatz erwirtschaften.“

Vor allem bieten die Aktienoptionen der Mitarbeiter weniger Anreize, weil der Aktienkurs seit April 2002 die 30-Dollar-Grenze nicht mehr überschreiten konnte. 2003 hatte sich das Unternehmen entschieden, statt Optionen in geringerem Umfang kostenlose Aktienpakete auszugeben. Dieses Programm soll jetzt ebenfalls erweitert werden. Microsoft hat bereits seiner Top-Programmierer Mark Lucovsky und Joe Beda sowie den wichtigen China-Strategen und ehemaligen Vizepräsident Kai-Fu Lee an Google verloren.

Microsoft-Angestellte kommen bereits jetzt in den Genuß der Erstattung von Gesundheitsaufwendungen, von einem Monat bezahlten und zwei Monate unbezahltem Erziehungsurlaub sowie kostenloser Fitneß-Club-Mitgliedschaften. Das Unternehmen veranstaltet vergünstigte Skiurlaube und Theaterfahrten sowie kostenlose Kinovorführungen. „Die Angestellten von Microsoft sollten ihre Perspektive einmal zurechtrücken“, sagt Analyst Rosoff. „Im Verhältnis zum Arbeitsmarkt von Seattle werden Microsoft-Angestellte sehr gut entlohnt.“

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Von Holger Steltzner

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29.05.2012 12:12 Uhr
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