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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kapitalerhöhung Finanzinvestor steigt bei Infineon ein

 ·  Der angeschlagene Chiphersteller Infineon holt sich mit einer Kapitalerhöhung den amerikanischen Finanzinvestor Apollo ins Boot. 725 Millionen Euro frisches Geld soll auf diese Weise in die Kasse fließen. Auch Alt-Aktionäre können neue Infineon-Aktien beziehen.

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Der amerikanische Finanzinvestor Apollo steigt mit bis zu 29,99 Prozent beim verlustreichen Chiphersteller Infineon ein. Das Unternehmen aus Neubiberg bei München erhofft sich von einer Kapitalerhöhung um 337 Millionen Aktien einen Mittelzufluss von 725 Millionen Euro, die vor allem zur Schuldentilgung verwendet werden sollen, wie Infineon am Freitag mitteilte.

Die neuen Aktien werden zu je 2,15 Euro ausgegeben, fast 17 Prozent unter dem Schlusskurs vom Donnerstag. Apollo habe sich verpflichtet, bis zu 326 Millionen Aktien zu zeichnen, soweit sie nicht von den Altaktionären bezogen werden. Diese können für je neun Aktien vier neue kaufen. Apollo will mit mindestens 15 Prozent bei Infineon einsteigen und den nächsten Aufsichtsratschef stellen.

Festnetz-Telekommunikation verkauft

Infineon steckt tief in der Verlustzone, hatte Anfang der Woche aber die Börse mit dem Verkauf seines Geschäfts mit Chips für die Festnetz-Telekommunikation an den Fonds Golden State Capital überrascht und damit den Kurs nach oben getrieben. Der Erlös von 250 Millionen Euro spült dringend benötigte Mittel in die Kassen, um die hohen Schulden abzubauen. Zum anderen kann der Halbleiterhersteller seine knappen Mittel für Investitionen in den verbleibenden Bereichen Automobil, Industrie, Mobilfunk und Sicherheitskarten einsetzen.

Infineon hatte am späten Dienstagabend mitgeteilt, dass es seine Sparte Wireline Communications (WLC) an die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft Golden Gate Capital in San Francisco verkaufen will, die über ein betreutes Fondsvermögen von 9 Milliarden Dollar verfügt. Der Vertrag wurde unterzeichnet. Der Vorstand von Infineon erwartet die Transaktion für September. Damit fließt nicht nur rechtzeitig zum Ende des Geschäftsjahres 2008/2009 (30. September) das Geld. Das Unternehmen, das unter einer hohen Verschuldung und unter dem Einbruch des Chipmarktes leidet, wird die schwache Ertragslage zudem mit einem Buchgewinn in niedriger dreistelliger Millionenhöhe aufhübschen. Den außerordentlichen Gewinn kündigte Finanzvorstand Marco Schröter am Mittwoch in einer Telefonkonferenz an.

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Von Johannes Pennekamp

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