06.04.2009 · Es wäre eine bittere Pille für die Kabelnetzbetreiber in Deutschland: Angeblich ist das Kartellamt nicht bereit, milliardenschwere Fusionen zwischen Kabel Deutschland und seinen Konkurrenten abzusegnen.
Deutschlands größter Kabelkonzern, Kabel Deutschland (KDG), kann einem Zeitungsbericht zufolge vorerst nicht zu einem bundesweiten Kabelkonzern aufzusteigen. Das Kartellamt sei nicht bereit, Milliarden schweren Übernahmen oder Fusionen in der Kabelbranche zuzustimmen, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Reguliererkreise. „Wir halten es für problematisch, wenn die drei großen Kabelkonzerne fusionieren würden“, zitiert die Zeitung eine Sprecherin der Wettbewerbsbehörde.
Die ablehnende Haltung des Kartellamtes sei für die Branche eine bittere Pille, da sowohl die KDG als auch der Branchenzweite Unitymedia seit Monaten auf eine Lockerung der bisherigen Regeln drängten. „Wir sind von dem volkswirtschaftlichen Nutzen eines bundesweiten Kabelnetzbetreibers überzeugt. Es ist überholt, dass die Kabelnetzbetreiber in Deutschland regional aufgestellt sind und gegen national agierende Wettbewerber antreten müssen“, sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein der Zeitung.
Entwicklungspläne durchkreuzt
Mit ihrer ablehnenden Haltung durchkreuzen die Kartellwächter die Entwicklungspläne der Finanzinvestoren, denen das deutsche Kabelnetz gehört. „Damit haben die Kabelkonzerne ein echtes Problem“, zitiert das „Handelsblatt“ einen Brancheninsider. Für die Gesellschafter werde es immer schwieriger, gut aussteigen zu können. Viele Beteiligungsgesellschaften hätten auf eine schnelle Kehrtwende des Kartellamts gesetzt.
KDG wird seit Jahren vom Finanzinvestor Providence sowie Unitymedia von Apollo und BC Partners kontrolliert. Das dritte große Kabelunternehmen, Kabel BW, ist in der Hand des schwedischen Investors EQT.
KDG will Mobilfunkverträge anbieten
Kabel Deutschland wird sich dennoch schon in wenigen Wochen weiterentwickeln - wenn auch auf anderem Gebiete: Das Unternehmen will seinen Telefon- und Internetkunden zusätzlich einen Mobilfunkvertrag anbieten. Spätestens bis Ende April solle ein solches Angebot im Markt sein, hat die F.A.Z. aus Konzernkreisen erfahren. Als möglicher Netzwerkanbieter wird inzwischen die Münchener 02 gehandelt.
Damit wäre Deutschlands größter Kabelkonzern von der Produktpalette so breit aufgestellt wie die Deutsche Telekom. Erklärtes Ziel von KDG-Chef Adrian von Hammerstein ist es, dem Marktführer mit Angeboten für Fernsehen, Internet und Telefonie Kunden abzujagen. Für Hammerstein ist das die logische Folge, weil „der Breitband- und der Fernsehmarkt immer stärker konvergieren“, wie er kürzlich dieser Zeitung sagte. Schließlich verfolge die Telekom umgekehrt das Ziel, „im Fernsehmarkt Fuß zu fassen“
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.382,79 | +0,44% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2534 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,82 $ | −0,41% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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