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Italien Berlusconi verkauft Mediaset-Mehrheit

13.04.2005 ·  Regierungschef Berlusconi will 17 Prozent seines Medienunternehmens Mediaset verkaufen. So könnte der reichste Italiener vor der Wahl 2006 Anfeindungen wegen seiner „Interessenkonflikte“ begegnen.

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Die Familienholding des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gibt ihre Mehrheit am Medienkonzern Mediaset ab und erlöst dabei mehr als zwei Milliarden Euro.

Von Beobachtern wird der Schritt als geschickter Schachzug mit Blick auf die 2006 anstehenden Parlamentswahlen gewertet: Berlusconi wird seit langem ein „Interessenkonflikt“ vorgeworfen, denn er ist gleichzeitig Ministerpräsident und Herr über die größten privaten Fernsehsender des Landes.

Fininvest teilte am Mittwoch mit, sie verkaufe 16,7 Prozent am Mediaset am Aktienmarkt und senke damit ihre Beteiligung am Unternehmen auf 34,3 Prozent von bisher 51 Prozent. Aktienhändler sagten, die Mediaset-Anteile seien zwischen 10,70 und 10,90 Euro je Stück plaziert worden. Die Mediaset-Aktie brach an der Mailänder Börse nach Veröffentlichung der Mitteilung um 3,66 Prozent auf 10,58 Euro ein.

Fast 13 Millionen Euro Privateinkünfte

Der Erlös werde Fininvest erlauben, seine gesamten Schulden zu tilgen, teilte das Unternehmen weiter mit. Zudem bleibe noch eine bedeutende Summe für neue Investitionen übrig. „Zugleich kann ist es Fininvest möglich, durch die Beibehaltung eines direkten oder indirekten Anteils von 34,3 Prozent Mediaset Stabilität zu bieten", hieß es in der Erklärung. Viele italienische Großunternehmen werden faktisch von einem Großaktionär mit einer Beteiligung von etwa 30 Prozent kontrolliert.

Berlusconi hat zuletzt Einkünfte von 13 Millionen Euro im Jahr erzielt. Dies geht aus einer Aufstellung des Parlaments in Rom hervor, die am Dienstag öffentlich gemacht wurde. Demnach gab der reichste Mann Italiens für 2003 steuerpflichtige Einnahmen von 12.762.234 Euro an. Die zweithöchsten Einkünfte erzielte Außenminister Gianfranco Fini mit 176.497 Euro. Das Familienunternehmen Mediaset strahlt als größter privater Rundfunkanbieter in Italien drei landesweite Fernsehkanäle aus. Die Zeitung „Financial Times“ stufte Berlusconi im November vergangenen Jahres auf Platz vier einer Rangliste der einflußreichsten Milliardäre in aller Welt ein.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa, AP
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