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iPad Mini Apple hat ein kleines Tablet - und ein neues großes

Es ist kleiner, flacher und günstiger. Apple hat in San Francisco das iPad Mini vorgestellt. Aber auch beim Macbook Pro, iMac und Mac Mini gab es Neuigkeiten.

© Apple Vergrößern Die Auflösung bleibt die gleiche wie beim großen iPad

Apple will mit einer verkleinerten und billigeren Variante seines Tabletcomputers iPad seine führende Position in dem Markt verteidigen. Auf der Pressekonferenz im kalifornischen San Jose enthüllte Tim Cook das iPad Mini, das eine Bildschirmdiagonale von 7,9 Zoll hat (knapp über 20 Zentimeter) und damit kleiner ist als Ursprungsmodell (9,7 Zoll). Apple zeigte außerdem seine nun vierte Generation des großen iPad, die leistungsfähiger sein soll als das Vorgängermodell, sich aber optisch kaum davon unterscheidet.

Mit dem Preis für das iPad mini war Apple viel weniger aggressiv als von Beobachtern erwartet: In der Startversion kostet das Gerät in Amerika 329 Dollar (in Deutschland 329 Euro). Damit liegt das iPad Mini zwar deutlich unter dem Preis für das neue große iPad (499 Dollar), ist aber nicht radikal billiger als das ältere Modell iPad 2 (399 Dollar), das weiterhin verkauft werden soll. Vor allem ist das iPad Mini erheblich teurer als vergleichbare Konkurrenzprodukte von Amazon oder Google, die unter 200 Dollar liegen. Nach der Ankündigung des Preises verlor der Aktienkurs von Apple sofort an Wert. Im späten Handel am Dienstag notierte die Apple-Aktie mehr als 2 Prozent im Minus um 620 Dollar.

Das iPad wird für Apple zu einem immer wichtigeren Produkt: In seinem letzten Quartalsbericht vom Juli meldete Apple den Verkauf von mehr als 17 Millionen Geräten. Der Umsatz mit dem iPad betrug 9,2 Milliarden Dollar, mehr ein Viertel des Konzernumsatzes. Seit der Einführung im Jahr 2010 hat Apple mehr als 100 Millionen iPads verkauft. Der Erfolg des Apple-Tablets setzt den Markt für traditionelle Personalcomputer wie Laptops und Desktop-Rechner derzeit massiv unter Druck. Das hinterlässt Spuren bei Unternehmen, deren Geschäft von PCs abhängt, ob Gerätehersteller wie Hewlett-Packard, Softwareanbieter wie Microsoft oder Chip-Lieferanten wie Intel und Advanced Micro Devices.

Bild / Apple / IPAD-Mini/4 Wie immer in schwarz und weiß: das iPad Mini © Apple Bilderstrecke 

Der Erfolg des iPad hat Nachahmer angelockt. Viele Wettbewerber blieben mit ihren Tablet-Initiativen glücklos, allerdings gibt es mittlerweile einige Herausforderer, die mit billigeren und kleineren Sieben-Zoll-Tablets aufhorchen haben lassen. So hat der Online-Händler Amazon im vergangenen Jahr den Kindle Fire auf den Markt gebracht und kürzlich eine zweite Generation des Tablets vorgestellt. Der Internetkonzern Google hat seit Juli seinen ersten eigenen Tabletcomputer mit dem Namen „Nexus 7“. Amazon verkauft seinen billigsten Kindle Fire für 159 Dollar (159 Euro), das Google-Tablet ist für 199 Dollar (199 Euro) zu haben. Anders als Apple nennen weder Amazon noch Google konkrete Verkaufszahlen. Nach letzten verfügbaren Zahlen des Marktforschungsinstituts IDC hatte Apple im zweiten Quartal am Weltmarkt für Tablets einen Anteil von mehr als 68 Prozent. An zweiter Stelle lag der koreanischeWettbewerber Samsung mit 9,6 Prozent, gefolgt von Amazon mit 5,0 Prozent.

Das iPad Mini ist mit seinem 7,9-Zoll-Bildschirm etwas größer als die billigsten Tablets von Amazon und Google. Das Gerät ist nach Apple-Angaben mehr als 50 Prozent leichter als ein großes iPad. Das iPad Mini soll vom 2. November an in den Vereinigten Staaten, Deutschland und mehr als zwei Dutzend anderen Ländern verfügbar sein.

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Mit dem kleineren Tablet macht Apple aus dem iPad eine Produktfamilie, ähnlich wie es das Unternehmen einst mit dem digitalen Musikspieler iPod tat, der um kleinere Varianten ergänzt wurde. Ein kleineres Tablet kommt für Apple einem öffentlichen Sinneswandel gleich, es widerspricht Aussagen des im vergangenen Jahr gestorbenen früheren Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs. Vor fast genau zwei Jahren äußerte sich Jobs in einer Telefonkonferenz mit Analysten verächtlich über Sieben-Zoll-Tablets. Er nannte sie „zu groß, um mit einem Smartphone zu konkurrieren, und zu klein, um mit einem iPad zu konkurrieren“. Jobs sagte, die kleineren Geräte würden keine guten Tablet-Applikationen zulassen, dafür sei ein Zehn-Zoll-Bildschirm notwendig. Oft zitiert wurde sein damaliger Spruch, kleineren Tablets sollte Schleifpapier beiliegen, damit die Nutzer daran ihre Finger abschleifen und kleiner machen, um die Geräte bedienen zu können. Trotz der despektierlichen Äußerungen hat sich aber offenbar auch Jobs ernsthafter mit der Möglichkeit eines kleineren Tablets auseinandergesetzt. Das ging aus internen Emails hervor, die in diesem Sommer beim Patentprozess zwischen Apple und Samsung in Kalifornien ans Licht kamen.

iMac, Macbook Pro und Mac Mini

Zugleich erneuerte Apple wenige Tage vor dem Start des neuen Betriebssystems Windows 8 des Konkurrenten Microsoft seine Mac-Computer. So wurde der Desktop-Rechner iMac extrem verschlankt und hat jetzt kein eingebautes CD-Laufwerk mehr.

Ein weiteres Modell der Macbook-Laptops bekam einen Bildschirm mit besonders hoher Auflösung. Das Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 13,3 Zoll (33,8 cm) hat über vier Millionen Pixel. Mit 2560 mal 1600 Bildpunkten ist die Auflösung deutlich höher als bei einem HD-Fernseher. Apple spricht von einem „Retina-Display“, weil das menschliche Auge auf diesen Bildschirmen auf der üblichen Entfernung keine einzelnen Pixel mehr erkennen könne. Das neue Retina-Macbook ist in Deutschland ab 1749 Euro zu haben und kostet damit rund 500 Euro weniger als das 15-Zoll-Modell mit ähnlich hoher Pixeldichte.

Aufgefrischt wurde auch günstigste Apple-Computer, der Mac mini. Eine markante Innovation ist „Fusion Drive“, eine Kombination aus schnellem Flash-Speicher und herkömmlicher großer Festplatte, die Inhalte intelligent zwischen den beiden Medien verteilt und nach außen hin wie ein Laufwerk erscheint. (dpa)

Quelle: FAZ.NET

 
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