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Interview „Breuer hat Milliardenwerte vernichtet“

24.01.2006 ·  Der frühere Kirch-Manager Hahn droht der Deutschen Bank mit Milliarden-Forderungen wegen der despektierlichen Interview-Äußerungen ihres früheren Vorstandschefs Breuer über die Finanzlage des Medienkonzerns.

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Der frühere Kirch-Manager Dieter Hahn droht der Deutschen Bank mit Milliarden-Forderungen wegen der despektierlichen Interview-Äußerungen ihres früheren Vorstandschefs Rolf Breuer über die Finanzlage des Medienkonzerns. „Wir sind hundertprozentig davon überzeugt, daß es ohne das Breuer-Interview niemals zur Insolvenz der Kirch-Gruppe gekommen wäre. Und das wird sich auch in einem weiteren Verfahren beweisen lassen“, sagte Hahn der F.A.Z. Der Bundesgerichtshof hat am Dienstag entschieden, daß die Deutsche Bank und Breuer wegen dessen Interview-Äußerungen Schadenersatz an Kirch leisten müssen. Dessen Höhe ist aber noch offen.

Herr Hahn, die Deutsche Bank erwartet, daß es niemals zu Schadenersatzforderungen kommen wird. Ist das Urteil also für sie letztlich wertlos?

Es ist erstaunlich, wie die Deutsche Bank auf die Idee kommt, bei einer Zwangsverwertung gebe es keinen wirtschaftlichen Schaden. Das von der Kirch Print Beteiligung gehaltene Aktienpaket am Springer-Verlag mußte in der von der Deutschen Bank und Herrn Breuer ausgelösten Insolvenz später weit unter Wert veräußert werden.

Video: Erfolg für beide Seiten

Wäre die Kirch-Gruppe nicht auch ohne Breuers Äußerungen pleite gegangen?

Wir sind hundertprozentig überzeugt, daß es ohne das Breuer-Interview niemals zur Insolvenz der Kirch-Gruppe gekommen wäre. Und das wird sich auch in einem weiteren Verfahren beweisen lassen.

Kirch stand doch angesichts fälliger Milliardenverbindlichkeiten damals das Wasser bis zum Hals...

Wir waren angreifbar und hatten Probleme. Und gerade deshalb hatten die Äußerungen von Herrn Breuer diese Wirkung.

Wie hoch sind Ihre Schadenersatzforderungen?

Dazu möchte ich mich jetzt nicht äußern. Klar ist aber: Die ganze Kirch-Insolvenz war wirtschaftlicher Irrsinn. Dabei wurden Milliardenwerte vernichtet. Schauen Sie nur, wieviel die Käufer von Pro Sieben Sat.1 damals für die Sendergruppe bezahlt haben und welcher Preis jetzt beim Weiterverkauf vereinbart wurde. Die nach der Insolvenz erzielten Verwertungserlöse lagen insgesamt nur bei einem Bruchteil der tatsächlichen Verkehrswerte.

Werden Sie das Geld nun vom Privatmann Breuer fordern?

Ja, das ist die Konsequenz des Urteils.

Das Gericht hat einen Vergleich empfohlen. Wie geht es weiter?

Es ist an der Deutschen Bank, über die Anregung des Gerichts nachzudenken, nicht am Kläger. Wir bereiten eine Leistungsklage vor. Das Verfahren wird sicherlich noch jahrelang dauern.

Das Gespräch führte Marcus Theurer

Quelle: F.A.Z., 25.01.2006, Nr. 21 / Seite 18
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