13.07.2006 · Der neue Rivale Arena teilt überraschend die Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga mit dem Bezahlsender Premiere. Premiere-Chef Georg Kofler im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Perspektiven seines Senders.
Der neue Rivale Arena teilt überraschend die Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga mit dem Bezahlsender Premiere. Premiere-Chef Georg Kofler im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Perspektiven seines Senders.
Herr Kofler, was bringt das Arena-Bündnis für Premiere?
Eine Stabilisierung der Kundenbasis, zusätzliche Potentiale im Neugeschäft und größere Ertragschancen. Premiere hat mit der Bundesliga jetzt bessere Gewinnperspektiven als je zuvor. Wir gehen zuversichtlich ins zweite Halbjahr.
Bisher ließen Sie offen, ob Sie Ihre Ergebnisprognosen halten können. Gibt es jetzt Klarheit?
Wir werden uns dazu wie angekündigt im Herbst äußern. Ich bin jetzt natürlich optimistischer. Wir werden im Rahmen dieses Vertrages mit der Bundesliga quasi vom Start weg Geld verdienen.
Obwohl Sie die Abonnements nun zum Niedrigpreis verkaufen, den Sie bisher als selbstmörderisch gegeißelt haben?
Ich sehe da keinen Widerspruch: Wenn Sie mehr Exklusivität haben, können Sie höhere Preise durchsetzen, mit weniger Exklusivität - wie in der jetzigen Konstellation - sind niedrigere Preispunkte nötig. Wichtig ist, daß sich der Deal für Premiere rechnet.
Sie gehen bei der Bundesliga-Vermarktung nicht ins Risiko?
Die Risiken trägt immer der Rechteinhaber. Der Vermarktungspartner geht nicht in wesentliche finanzielle Vorleistungen. Aus Premiere-Sicht gibt es keine wesentlichen Finanzrisiken.
Bleibt es auf Dauer beim Preis von 14,90 Euro im Monat für die Bundesliga?
Ja. Dieser Preis für das Einzelabo bleibt. In Kombination mit anderen Premiere Paketen kann es sogar noch günstiger werden.
Warum arbeiten Sie nicht auch bei der Satelliten-Verbreitung mit Arena zusammen, dann bräuchten diese Zuschauer keine neuen Empfangs-Decoder?
Wir haben diesen Punkt bei den Verhandlungen nicht berührt. Aber es wäre für Premiere-Abonnenten tatsächlich viel einfacher.
Hat Arena eine Ausstiegsoption, wenn Ihnen der größte deutsche Kabelnetzkonzern Kabel Deutschland (KDG) in anderthalb Jahren die Einspeisung ihrer Programme nicht verlängert?
Ich gehe davon aus, daß wir mit der KDG weiter konstruktiv zusammenarbeiten. Premiere ist ein wichtiger Kunde der KDG, und Premiere-Abonnenten sind auch KDG-Kunden. Deshalb begrüßt ja die KDG unsere Vereinbarung mit Arena. Ich sehe da keine großen Probleme auf uns zukommen.
Hat das Kartellamt Bedenken gegen das Bündnis mit Ihrem direkten Konkurrenten Arena?
Wir sehen da keine Risiken.
Und was ist mit Ihrem Partner Deutsche Telekom? Wollen Sie nun für Arena Fernseh-Abonnements verkaufen oder für die Telekom Internetfernseh-Kunden gewinnen? Beides geht wohl kaum.
Den Zielkonflikt, den Sie sehen, kann ich nicht erkennen. Unsere Zusammenarbeit mit der Telekom wird durch die Arena-Vereinbarung in keiner Weise tangiert. Wir sprechen hier ja unterschiedliche Zielgruppen an: Mit Arena bieten wir ein einfaches Bundesliga-Abo. Mit der Telekom gibt es Triple-Play-Angebote aus Internet, Telefonie und Fernsehen. König Kunde kann entscheiden und Premiere ist immer dabei.
Ist Premiere jetzt besser vor einer Übernahme geschützt?
Die derzeitigen Übernahmespekulationen entbehren jeder Grundlage. Wenn Sie eine positive Formulierung wollen: Wenn wir der Meinung sind, daß Premiere mit einem strategischen Partner schneller wachsen kann, dann werden wir einen ins Boot holen. Das steht derzeit aber nicht auf unserer Agenda.
Ist Premiere in anderthalb Jahren noch ein eigenständiges Unternehmen?
Ja, davon gehe ich aus.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,81 | +0,44% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2534 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,70 $ | −0,52% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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