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Internetwerbung Google und Yahoo kappen Werbe-Deal

04.11.2008 ·  Nach massiven Bedenken der Wettbewerbshüter wollen Google und Yahoo angeblich ihre geplante Werbe-Partnerschaft auf zwei statt zehn Jahre begrenzen. Ein solcher Kompromiss wäre ein Rückschlag für Yahoo.

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Die Internetkonzerne Google und Yahoo werden im Bereich Online-Werbung offenbar deutlich weniger kooperieren als bisher geplant. Grund seien die Bedenken der amerikanischen Kartellbehörde, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag. Analysten sprachen von einem weiteren Rückschlag für Yahoo, das nach dem geplatzten Verkauf an Microsoft große Hoffnung auf die Zusammenarbeit mit Google gesetzt hatte. Erste Führungskräfte haben Yahoo bereits verlassen, der Aktienkurs befindet sich auf Talfahrt. Viele Experten halten nun ein Zusammengehen von Yahoo und AOL für wahrscheinlich.

Google und Yahoo unternehmen Kreisen zufolge einen neuen Anlauf, um die amerikanischen Wettbewerbshüter von ihrer geplanten Partnerschaft zu überzeugen. Die Konzerne hätten dem Justizministerium am Montag ein überarbeitetes Konzept übergegeben, um die Bedenken der Behörde wegen einer zu großen Marktmacht zu zerstreuen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person und bestätigte damit einen Bericht des „Wall Street Journal“.

„Was passiert nach zwei Jahren?“

Demnach soll die bei der Online-Werbung geplante Partnerschaft beider Konzerne zunächst auf zwei Jahre begrenzt werden. Vorgesehen waren ursprünglich zehn Jahre. Zudem würden bei Yahoo die Erlöse aus der Partnerschaft auf 25 Prozent des Umsatzes aus dem Suchmaschinen-Geschäft begrenzt, teilte die Person weiter mit. Darüber hinaus sollen Google-Kunden die Möglichkeit erhalten, ihre Werbung ausschließlich bei Google und nicht bei Yahoo zu platzieren.

Für Yahoo sei dies „ein kleines Pflaster statt der benötigten umfangreichen Operation“, sagte Experte Mukul Krishna von Frost and Sullivan. „Außerdem fragt man sich: Was passiert nach zwei Jahren?“ Yahoo hatte auf die Mitte Juni vereinbarte Zusammenarbeit große Hoffnung gesetzt und sich 250 bis 450 Millionen Dollar Mehrgewinn pro Jahr versprochen. Die reduzierte Kooperation werde Yahoo nun lediglich 80 bis 100 Millionen Dollar bringen, schätzt die Investmentbank Needham. So werde die wahrscheinliche Genehmigung der reduzierten Kooperation durch die Behörden dem Yahoo-Aktienkurs wenig helfen, glaubt Needham.

Unternehmen halten sich bedeckt

Die Unternehmen hätten den neuen Vorschlag am Wochenende dem Justizministerium übergeben, hieß es. Zuletzt war spekuliert worden, Google und Yahoo könnten das Vorhaben wegen zu strenger Anforderungen der Behörden ganz aufgeben.

Eine klare Bestätigung von Seiten der Unternehmen gab es zunächst nicht. Yahoo-Sprecherin Tracy Schmaler erklärte lediglich, der Konzern arbeite mit dem Justizministerium bezüglich einer Vereinbarung mit Google zusammen. „Und diese Diskussionen dauern an.“ Google-Sprecher Adam Kovacevich sagte, er nehme zu Details des Prozesses nicht Stellung. Viele Werbekunden lehnen eine Zusammenarbeit beider Konzerne ab, weil sie angesichts der dominanten Marktstellung von Yahoo und Google im Internet höhere Preise befürchten.

Google und Yahoo hatten ihre geplante Partnerschaft im Juni angekündigt. Der Software-Riese Microsoft war zuvor mit einer Übernahme von Yahoo gescheitert. Die Kooperation zwischen Google und Yahoo wird weithin als Versuch gesehen, Yahoo dabei zu helfen, die Microsoft-Pläne zu durchkreuzen.

Aufgrund der eingeschränkten Zusammenarbeit rechnen viele Analysten nun mit einer Fusion von Yahoo mit dem Konkurrenten AOL. Yahoo befinde sich deshalb weiterhin in Gesprächen mit AOL-Mutter Time Warner, berichteten mit der Situation vertraute Personen.

Google wird die beschränkte Zusammenarbeit laut Experten weniger belasten als Yahoo. Da werbetreibende Unternehmen im Abschwung ihre Ausgaben stärker auf den Marktführer konzentrieren, baute Google Gewinn und Umsatz zuletzt deutlich aus. Der Marktanteil in den Vereinigten Staaten stieg laut dem Web-Marktforscher comScore auf 63 Prozent. Yahoos Stellung ging dagegen auf 19,6 Prozent zurück, der Anteil von Microsoft sank auf 8,3 Prozent. Microsoft, das bisher vor allem mit Betriebssystemen und Bürosoftware Geld verdient, will seit langem seine Position im Zukunftsmarkt für Internet- und Suchmaschinenwerbung stärken.

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