23.06.2008 · Ob Rasen mähen oder Babysitten: Billige Helfer finden sich im Internet. Eine Website bringt Hilfsbedürftige und Hilfsbereite zusammen. Nicht ganz umsonst, das unterscheidet das neue Portal von Tauschringen, von denen es Hunderte im Netz gibt.
Von Nadine OberhuberEin steter Tropfen höhlt nicht nur den härtesten Stein, sondern er macht auch den Nervenstärksten irgendwann zum Nervenbündel. Jedenfalls, wenn er in der eigenen Küche tropft. Wie viele Dichtungen man dafür auswechseln muss, ob nachher noch die Spülmaschine funktioniert oder es eine Riesensauerei gibt? Keine Ahnung, man ist ja kein Installateur. Den holt man sich für solche Lappalien auch nicht ins Haus - viel zu teuer. Früher fragte man für sowas Eltern, Freunde oder Nachbarn.
Heute wohnen die Eltern weit weg, die Nachbarn kennt man gar nicht, und die Freunde kennen sich mit sowas nicht aus. Dafür hilft das Internet: Eine Website mit dem Namen Machdudas.de bringt Hilfsbedürftige und Hilfsbereite zusammen. Die einen formulieren ihr Problem: „Wer kann mir am Samstag beim Umzug helfen?“, „Wer repariert meinen Wasserhahn?“ oder „Wer kann heute auf meine Tochter aufpassen?“ Helfer, die in der Nähe wohnen, bieten im Gegenzug Lust und Zeit zum Zupacken. Nicht ganz umsonst, das unterscheidet das neue Portal von Tauschringen, von denen es Hunderte im Netz gibt.
Lieber bezahlen statt tauschen
Die haben meist ein Problem: Das Prinzip Tausch verpflichtet. Wer sich Hilfe holt, muss im Gegenzug die eigenen Fähigkeiten in den Dienst der anderen stellen. Das bedeutet: Du mähst mir den Rasen, ich backe dir einen Kuchen dafür. Oder: Du mähst und ich trinke ein Bier mit dir. „Viele wollen das aber gar nicht. Die haben ohnehin zu wenig Zeit für Hobbies und Familie“, sagt „Machdudas“-Gründer Roman Reimer, „die wollen niemanden dauerhaft an der Backe haben, nur weil er ihnen mal aus der Patsche geholfen hat.“ Sie fühlen sich besser, wenn sie dem Helfer ein paar Euro in die Hand drücken. Und gut ist's.
Mehr verlangen die Nachbarschaftshelfer meist auch nicht. Der tropfende Hahn zum Beispiel kostete pauschal 10 Euro. Dazu kamen 25 Euro für ein neues Ventil. Dafür hat der Helfer mit den zwei rechten Händen aber auch gleich noch eine Lampe aufgehängt - und sich wirklich mehr über das Geld gefreut als über den angebotenen Kaffee.
Kein Aufruf zur Schwarzarbeit
„Machdudas“ verdient an jedem Einsatz drei Euro mit. Die zahlt der Helfer, wenn er einen Auftrag annimmt. Das Einstellen von Hilferufen ist dagegen kostenlos. Mittlerweile haben sich 10.000 Nutzer auf der Seite registriert, vor allem Großstädter. Das Portal vermittelt 1500 Einmaljobs pro Monat, sagt Reimer. Als Aufruf zur Schwarzarbeit will er es aber nicht verstanden wissen.
Solange sich die Bezahlung in engen Grenzen hält und ein Nachbarschaftsjob wie Putzen oder Babysitten nicht regelmäßig angenommen wird, hat auch das Finanzamt nichts dagegen, sagen Experten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit: Rentner, Studenten oder Hartz-IV-Empfänger dürfen ohnehin ein wenig dazuverdienen. Nach den genauen Beträgen sollte sich aber jeder zuvor erkundigen, denn die sind abhängig von mehreren Faktoren. Und wer oft „ich mach das“ sagt, muss die Beträge eben als Nebenjob versteuern.
Nadine Oberhuber Jahrgang 1973, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |