07.09.2010 · Neben der Direktübersetzung auf Android-Smartphones kündigt Google-Chef Schmidt auf der Berliner IFA Google-TV in Deutschland für das kommende Jahr an. Doch ein genaues Geschäftsmodell für den neuen Dienst gibt es noch nicht.
Von Holger Schmidt, Berlin„Vor ein paar Jahren war das noch Science Fiction. Jetzt ist es beinahe real“, sagte Eric Schmidt, der Vorstandsvorsitzende des Internet-Unternehmens Google, zur Übersetzung des gesprochenen Wortes in eine andere Sprache. Schon bald soll die Übersetzungsfunktion auf den internetfähigen Handys (Smartphones) mit Googles Betriebssystem Android auch in Deutschland verfügbar sein. Dann können sich zwei Menschen miteinander unterhalten, selbst wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen.
„Um solche Dienste zu bauen, brauchen wir immer drei Dinge: Ein Smartphone, ein Netzwerk für die Übertragung der Daten und einen Supercomputer“, sagte Schmidt. Die Rechenkraft selbst moderner Smartphones reicht nämlich nicht aus, um Sprache zu übersetzen. Stattdessen wird die Sprache aufgezeichnet, ins Rechenzentrum gesendet, dort übersetzt und zurückgeschickt. Der ganze Prozess dauert nur wenige Sekunden. „Dank der Netzwerke hat jeder Nutzer einen Supercomputer in seiner Tasche“, sagte Schmidt, der für den Abschlussvortrag zur Funkausstellung IFA nach Berlin gekommen war. Für ihn ist das mobile Internet der Treiber der Informationsgesellschaft. Das mobile Web entwickele sich achtmal schneller als das stationäre Internet vor einem Jahrzehnt.
Noch kein Geschäftsmodell
Dort präsentierte der Google-Chef auch das neue Google-TV, das Internetinhalte auf den Fernsehschirm bringen soll. Die Nutzer sollen zum Beispiel nahtlos zwischen einem Film und einem Youtube-Video hin und her schalten können. Neben kostenlosen Inhalten sollen auch Filme verkauft werden. Zuerst soll Google TV in den Vereinigten Staaten starten, aber im kommenden Jahr auch in Europa. „Zuvor müssen noch die Verhandlungen mit den Fernsehsendern abgeschlossen werden“, sagte Schmidt.
Ein genaues Geschäftsmodell für den neuen Dienst habe Google aber noch nicht. „Google hat kein Geschäftsmodell für Google TV“, sagte Schmidt. Das Ziel sei, die Nutzung der Dienste des Unternehmens weiter zu erhöhen. Ähnlich sieht die Situation beim Videodienst Youtube aus. „Youtube wird profitabel - irgendwann. Aber wir haben mit einer solch langen Zeit bis zum Erreichen der Gewinnschwelle gerechnet“, sagte Schmidt. Im Internet gebe es eben ein neues Modell: die Maximierung der Aufmerksamkeit.
Zur Debatte um den Google-Bilderdienst Street View sagte Schmidt, Google habe mit den Protesten der Bevölkerung gerechnet. Diese Proteste gebe es in vielen westlichen Ländern, allerdings nicht so laut wie in Deutschland. Diese Debatte sei aber „gesund und hilfreich“, sagte Schmidt. Er rief die deutschen Internetnutzer auf, mehr Informationen zu teilen. Ein Treffen mit der Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), die Google zuvor heftig kritisiert hatte, fand in Berlin nicht statt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3277 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 118,38 $ | −0,26% |
| Gold | 1.748,00 $ | +0,11% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |