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Internet Yahoo steht vor der Trennung von Google

07.01.2004 ·  Das Internetportal Yahoo will stärker auf eigene Suchtechnik setzen. Der Kauf von Overture und Inktomi soll sich auszahlen. Der geplante milliardenschwere Börsengang von Google ist aus dieser Ecke aber nicht gefährdet.

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Das Internetportal Yahoo aus dem kalifornischen Sunnyvale steht kurz davor, die Zusammenarbeit mit dem ebenfalls im Silicon Valley ansässigen Suchmaschinenbetreiber Google zu beenden. Wie es in Presseberichten heißt, wird Yahoo innerhalb der nächsten Monate darauf verzichten, Google als Suchmaschine einzusetzen.

Statt dessen soll künftig auf Technik zurückgegriffen werden, die sich Yahoo im vergangenen Jahr mit der Übernahme der Unternehmen Overture Services und Inktomi für mehr als 2 Milliarden Dollar eingekauft hat. In der Branche war der Schritt seit den Zukäufen erwartet worden, doch könnte er nun die Position von Google vor derem für dieses Jahr geplanten Börsengang schwächen.

Von Yahoo gibt es zu den Berichten keinen Kommentar. Doch wurden Werbeagenturen, die Unternehmen bei der Plazierung von Anzeigen im Internet helfen, vom bevorstehenden Wechsel der Suchtechnik offenbar schon vorab unterrichtet.

Wieder redaktionelle Bearbeitung bei Yahoo wahrscheinlich

Es ist vorstellbar, daß Yahoo nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Google wieder zu einer stärkeren redaktionellen Bearbeitung der Ergebnislisten bei der Internetsuche zurückkehrt. Spekuliert wird auch darüber, daß Yahoo seinen Nutzern anbieten wird, die Ergebnisse anhand von individuellen Voreinstellungen stärker auf die persönlichen Interessen des Suchenden zuzuschneiden. Denn besonders bei Google wird von Internetnutzern der steigende Anteil bezahlter oder von Dritten bewußt manipulierter Suchergebnisse beklagt.

Andererseits ist das Unternehmen Overture, das nun zu Yahoo gehört, gerade durch das Angebot von Werbung in Suchergebnissen erfolgreich geworden. Google ist für Yahoo letztlich deshalb gefährlich geworden, weil sich die beiden bisherigen Partner einen Wettbewerb um den Verkauf von Anzeigen liefern, die auf die Suchanfragen der Nutzer zugeschnitten sind.

Yahoo selbst hatte sein rasantes Wachstumstempo im dritten Quartal 2003 gerade auch wegen dieser Einnahmequelle beibehalten können. Zwar hatten sich sowohl das Anzeigengeschäft als auch der Umsatz mit Gebühren von Internetnutzern gegenüber dem Vorjahr verbessert. Im wichtigsten Bereich Anzeigen legte der Umsatz aber sogar um 48 Prozent auf 245 Millionen Dollar zu.

Und das größte Wachstum brachte dabei das Geschäft mit bezahlten Internetsuchen, also ebenjenen Textanzeigen, die bei Suchabfragen in den Ergebnislisten auftauchen. Diese Art von Werbung bietet Yahoo seit etwa zwei Jahren an; der Umsatz aus dem Bereich dürfte nach Schätzung von Analysten mittlerweile für rund ein Drittel des gesamten Anzeigengeschäfts stehen.

Bedrohung durch Microsoft

Auf den Yahoo-Seiten, die speziell für die Suche nach Produkten gedacht sind, nutzt Yahoo schon heute Inktomi-Technik und bietet den Werbekunden die Möglichkeit, sich die Garantie zu kaufen, daß die Suchergebnisse immer das aktuellste Angebot des jeweiligen Anbieters anzeigen. Bei Yahoo wird indes versichert, daß die entsprechende Garantie nicht für eine bessere Plazierung in der Ergebnisliste selbst sorgt. Eine weitere Bedrohung für Google könnte auch der Softwarekonzern Microsoft sein, der schon im vergangenen Jahr angekündigt hat, eine eigene Suchmaschine entwickeln zu wollen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2004, Nr. 5 / Seite 14 , Kno.
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