Das Internetportal Yahoo hat eine neu entwickelte Werbeplattform für seine Suchmaschine jetzt in allen europäischen Ländern eingeführt. Die neue Software, die unter dem Projektnamen Panama bekannt geworden ist, löst das bereits zehn Jahre alte Overture-Programm ab. Das neue System soll Yahoo helfen, den Rückstand auf den Marktführer Google zu verkleinern.
Kern des neuen Systems ist die Ablösung des Gebotsmodells, wonach immer die Werbung oben stand, für die am meisten gezahlt wurde. "Das neue Gebotsmodell basiert nicht nur auf dem gezahlten Preis, sondern auch auf der Qualität. Damit entscheiden Preis und Relevanz für den Nutzer gleichermaßen über die Reihenfolge der Werbung. Die Gebotswettkämpfe erübrigen sich dann", sagte Isabell Wagner, die das Yahoo-Suchmaschinenmarketing in Deutschland verantwortet. "Das werden sicher nicht alle Kunden gut finden, aber die meisten bewerten es positiv, da sie für relevante Anzeigen künftig weniger zahlen müssen", sagte Wagner.
Klickzahlen gehen hoch
Yahoo habe in Amerika sehr gute Erfahrungen mit dem neuen System gemacht. "Weil relevante Anzeigen weiter oben stehen, ist die Klickrate in der ersten Woche um 5 Prozent und in der zweiten Woche um weitere 9 Prozent gestiegen", sagte Wagner. Die Yahoo-Werbekunden in Deutschland, deren Zahl von Branchenkennern auf rund 12.000 geschätzt wird, sollen sich künftig Zielgruppen aussuchen können.
Die Kunden sollen zudem genau einstellen können, wie viele Klicks generiert werden sollen und wie hoch der Preis dafür ist. Zusätzlich soll ein "Geo-Targeting" die Auslieferung der Werbung regional steuern. Für die Werbung in Suchmaschinen geben deutsche Unternehmen in diesem Jahr weit mehr als eine Milliarde Euro aus.
„Markt ist leicht gesättigt“
Mit einem Anteil von rund 85 Prozent wird das Geschäft von Google dominiert; Yahoos Anteil wird auf rund 10 Prozent geschätzt, während Microsoft in Deutschland etwa 3 Prozent innehat. "Der Markt ist inzwischen leicht gesättigt; die Steigerungsraten der Preise gehen zurück. Aber da geht noch was, auch wenn die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre nicht mehr erreicht werden", sagte Wagner.
