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Internet Yahoo greift Google an

18.07.2005 ·  In keinem anderen Industrieland dominiert Google den Markt der Suchmaschinen so stark wie in Deutschland. Mit neuen Funktionen will Yahoo nun den Abstand zum Marktführer verringern.

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Terry von Bibra, der neue Deutschland-Chef des amerikanischen Internetportals Yahoo, hat es nicht leicht. Während Yahoo in Amerika zu den drei größten Internet-Unternehmen gehört, hat das Portal in Deutschland in den vergangenen Jahren kräftig an Reichweite eingebüßt. Der Grund hat einen Namen: Google. In keinem anderen Industrieland dominiert Google den Markt der Suchmaschinen so stark wie in Deutschland. Drei von fünf Surfern nutzen die Google-Suche, aber nur jeder Zehnte die Yahoo-Suche. Doch von Bibra, der am Jahresanfang von Amazon zu Yahoo gewechselt ist, versucht, mit einem Feuerwerk neuer Funktionen die Dominanz von Google anzugreifen.

„In diesem Jahr haben wir schon die Videosuche, die lokale Suche und die Integration zu Wikipedia eingeführt. Zudem gibt es die personalisierte Suche. Wir erweitern unser Angebot im Monatsrhythmus“, sagte von Bibra der F.A.Z.. Seine neueste Entwicklung, die es noch nicht einmal in Amerika gibt, ist ein Übersetzungsdienst: „Der Yahoo Translator bringt Suchergebnisse in deutscher, englischer und französischer Sprache in einem Index zusammen. Yahoo übersetzt die Suchbegriffe, sortiert alle Ergebnisse nach Relevanz und übersetzt die gefundenen fremdsprachigen Internet-Seiten ins Deutsche. Im Durchschnitt bringt die Suche eine Erweiterung um das Fünf- bis Zehnfache gegenüber einer Suche nur auf deutschen Internet-Seiten. Diese Suche schickt den Nutzer auf Entdeckungsreise“, sagte von Bibra. Ein solches Programm hat Google noch nicht - und nur das zählt im Duell der Internet-Giganten.

Musikgeschäft wird ausgebaut

Doch von Bibra konzentriert sich nicht allein auf die Suche, sondern baut auch das Musikgeschäft aus. Bereits in Betrieb ist Internet-Radio; das Geschäft mit dem Herunterladen der Musikstücke soll bald starten. In diesem Feld profitiert er von den Entwicklungen im Mutterhaus in Kalifornien: „Das Musik-Download-Angebot von Yahoo hat den Markt in Amerika durcheinander- gewirbelt, weil es gute Technik mit einem sehr aggressiven Preis verknüpft. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir dieses Produkt auch in Deutschland einführen. Man kann davon ausgehen, daß wir einen sehr, sehr aggressiven Preis anbieten wollen. Wir haben den großen Vorteil, daß wir nicht nur Musik anbieten können, sondern auch eine starke Werbeplattform sind. Das macht es uns viel leichter, Preise anzubieten, die das Geschäftsmodell für andere nicht hergibt“, sagte von Bibra.

Im Autogeschäft mußte von Bibra einen neuen Ansatz finden, denn die geplante Übernahme der Autobörse mobile.de ist im vergangenen Jahr gescheitert. Im Bieterwettstreit hatte Yahoo gegen Ebay verloren. "Wir haben eine eigene Suchmaschine für Gebrauchtwagen gebaut. Wir arbeiten dabei mit unterschiedlichen Partnern wie Autoanzeigen.de zusammen. Wir wollen aber nicht nur einen Anbieter haben. Vielmehr soll der Nutzer an einer Stelle einen möglichst großen Teil des Marktes finden und durchsuchen können", sagte von Bibra.

Sehr zufrieden zeigt sich der Amerikaner mit der Entwicklung des Online-Werbemarktes. „Wir sehen in Deutschland eine sehr positive Entwicklung in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten. In diesem Jahr buchen die Kunden immer mehr und kommen auch immer wieder“, sagte von Bibra.

Quelle: ht., F.A.Z., 18.07.2005, Nr. 164 / Seite 21
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