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Internet-Tauschbörsen Musikindustrie greift Raubkopierer auch in Europa an

27.01.2004 ·  Nach der amerikanischen erklärt nun auch die europäische Musikbranche illegalen Internet-Tauschbörsen den Kampf. Noch in diesem Jahr wollen die Plattenfirmen Internetsurfer vor Gericht bringen, die massenhaft Musikstücke im Web tauschen.

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Die Musikbranche hat ein hartes Vorgehen gegen die Nutzer illegaler Tauschbörsen im Internet angekündigt. Nach erfolgreichen Klagen in den Vereinigten Staaten würden die Plattenfirmen im Laufe dieses Jahres auch in Europa Internetsurfer vor Gericht bringen, die massenhaft Musikstücke im Web tauschen. Dies kündigte der Präsident des weltweiten Verbandes der Plattenindustrie (IFPI), Jason Berman, am Montag auf der Musikmesse Midem in Cannes an. "Das sind keine Kunden von uns, die wir mit diesem harten Vorgehen vergraulen, diese Leute stehlen unsere Musik", sagte er.

Nach einer aktuellen IFPI-Untersuchung haben im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Internetsurfer in sogenannten Tauschbörsen wie Kazaa oder Gnutella mehr als 8 Milliarden Musiktitel illegal untereinander getauscht. Die Musikindustrie hat dafür keinen Cent erhalten. Im Verhältnis dazu nehmen sich die Geschäfte mit legalen Musikdownloads bescheiden aus: In den Vereinigten Staaten wurden im zweiten Halbjahr 2003 etwa 19,2 Millionen Titel über offizielle Musik-Websites verkauft.

Legale Angebote noch unbekannt

Europa hinkt beim Aufbau legaler Angebote noch stark hinterher. Der von Peter Gabriel gegründete Dienst OD2 verkaufte als einer der größten Anbieter im Jahr 2003 insgesamt drei Millionen Titel. Berman räumte ein, daß es zwar schon 30 unterschiedliche legale Angebote in Europa gebe, diese seien aber kaum bekannt. "Nur 25 Prozent der Menschen in Europa wissen von diesen Angeboten."

Berman sieht erste Erfolge im Kampf gegen die Online-Musikpiraterie. Die Klagen gegen Nutzer von Tauschbörsen in Amerika und eine gleichzeitige Aufklärungskampagnehätten Früchte getragen. "Das Angebot von Musikstücken in Tauschbörsen ist im vergangenen Jahr von einer Milliarde auf 800 Millionen gefallen", sagte Berman. Außerdem habe die IFPI-Studie ergeben, daß immerhin zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten in vier europäischen Ländern wüßten, daß der unautorisierte Online-Musiktausch illegal ist. In Deutschland seien es sogar drei Viertel.

Quelle: dpa/ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2004, Nr. 22 / Seite 20
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