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Internet T-Online nutzt Google statt Overture

 ·  T-Online versteigert die besten Plätze in den Trefferlisten seiner Suchmaschine. Den Versteigerungserlös teilt sich das Unternehmen mit dem Betreiber der Suchmaschine. Das große Geschäft macht nun nicht mehr Overture, sondern Google. Zur großen Überraschung von Overture.

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T-Online hat die Zusammenarbeit mit Overture, einem Vermarkter bezahlter Internet-Suchergebnisse, beendet. Künftig nimmt die Telekom-Tochtergesellschaft die Dienste des Konkurrenten Google in Anspruch. Auch die Technik für die Suche im Internet stammt nicht mehr von Overture, sondern vom Weltmarktführer Google, sagte ein Sprecher dieser Zeitung. Als Hintergrund des Wechsels ist die Übernahme von Overture durch das Internet-Portal Yahoo für 1,63 Milliarden Dollar zu sehen, was den Verantwortlichen bei T-Online nicht gefiel. "Mit der Übernahme ändert sich vieles. Yahoo ist in vielen Geschäftsfeldern unser direkter Wettbewerber. Daher haben wir uns für den neuen Partner Google entschieden", sagte T-Online-Vorstandsmitglied Burkhard Graßmann in einem Interview.

Overture wurde von dem Wechsel überrascht, denn nur wenige Stunden vor dem Umstellung auf Google flatterte die Kündigung ohne Vorankündigung ins Haus. Im Gespräch mit T-Online soll nun die Vertragslage geklärt werden, heißt es bei Overture. Das Unternehmen sieht sich klar im Recht. Das Thema ist sensibel, denn das Geschäft mit bezahlten Internet-Suchergebnissen floriert. „Viele Partner verdienen sehr viel Geld mit uns“, sagte ein Overture-Sprecher. Die bezahlten Sucherergebnisse gelten als Wachstumsmotor in der Online-Werbung. Dabei ist das Prinzip einfach: Um in den Trefferlisten der Suchmaschinen möglichst weit oben aufzutauchen, versteigern die Betreiber der Suchmaschinen die besten Plätze. Auf den ersten Plätzen der Trefferlisten werden meist zahlungskräftige Online-Händler angezeigt, verbunden mit dem Hinweis "Sponsored Link". Erst danach folgen die unabhängigen Suchtreffer. Bezahlt wird erst, wenn ein Nutzer auf den Suchtreffer klickt. Auf diese Weise können Online-Händler die Internet-Nutzer mit kalkulierbaren Kosten sehr schnell auf ihr Angebot aufmerksam machen.

Den Erlös aus der Versteigerung der besten Plätze teilen sich der Betreiber der Suchmaschine und die Portalanbieter wie T-Online, Freenet oder AOL, die damit einen erheblichen Teil ihrer Online-Werbeerlöse erzielen. T-Online arbeitet seit Frühjahr 2002 mit Overture zusammen, beziffert den Umsatz aus der Vermarktung der Suchtreffer aber nicht. Das amerikanische Portal Yahoo hat mit der Vermarktung der Internet-Suchergebnisse sogar so viel Geld verdient, daß sich gleich der Kauf des einstigen Partners Overture gelohnt hat.

Overture mit Sitz im kalifornischen Sunnyvale hat mit Altavista und Fast bereits zwei Suchmaschinenbetreiber gekauft. Das börsennotierte Unternehmen zählt zu den größten Anbietern der Branche. Im zweiten Quartal das Jahres hat Overture 646 Millionen bezahlte Kontakte zwischen Internet-Nutzern und seinen 95000 Werbekunden vermittelt.

Die neue Muttergesellschaft Yahoo könnte die Erfolgsgeschichte bremsen. Denn die Betreiber der großen Portale verspüren wenig Lust, den Konkurrenten Yahoo zu unterstützen. "Bevor wir eine Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit mit Overture treffen, warten wir ab, bis die Übernahme abgeschlossen ist", sagte Freenet-Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr.

Der neue Vertrag mit T-Online baut die Marktstellung von Google in Deutschland kräftig aus. Rund 200 Millionen Anfragen aus aller Welt bearbeitet Google inzwischen jeden Tag. Rund zwei Drittel der deutschen Internet-Nutzer bewertet Google als ihre bevorzugte Suchmaschine, hat eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung ergeben. Andere Suchmaschinen wie Altavista, Fast, AlltheWeb oder Fireball wurden inzwischen verkauft oder haben den Sprung aus der Nische heraus nie geschafft. (ht.)

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Protektionismus nach Brüsseler Art

Von Hendrik Kafsack, Brüssel

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