12.08.2003 · T-Online hat im ersten Halbjahr kräftig zugelegt: Das Ergebnis erhöhte sich von minus 13 auf plus 156 Millionen Euro. Allerdings ist die Zeit der großen Umsatzsprünge wohl vorbei.
Vor allem die schnellen DSL-Zugänge zum Internet haben dem Zugangsdienst T-Online im ersten Halbjahr einen kräftigen Schub gebracht: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich von minus 13 auf plus 156 Millionen Euro. Auch für den Rest des Jahres erwartet der Vorstandsvorsitzende Thomas Holtrop ein steigendes Ergebnis: "Wir werden in diesem Jahr ein Ebitda zwischen 250 und 300 Millionen Euro erzielen", sagte Holtrop in einer Telefonkonferenz. Bisher hatte das Unternehmen lediglich 180 bis 210 Millionen Euro Ebitda in Aussicht gestellt. Zwar führen die Abschreibungen auf die Tochtergesellschaften in Frankreich und Spanien noch zu 46 Millionen Euro Verlust im Konzern, aber spätestens im kommenden Jahr möchte T-Online schwarze Zahlen schreiben. Die Börse nahm die Nachrichten aus Darmstadt positiv auf: Der Aktienkurs kletterte im Tagesverlauf um knapp 4 Prozent auf das neue Jahreshoch von zehn Euro.
Kaum Wachstum
Die Strategie von T-Online, den Fokus auf die Profitabilität zu legen, zeigt sich allerdings in sinkenden Umsatzzuwächsen. Gegenüber dem ersten Quartal des Jahres stieg der Umsatz zwischen April und Juni im Inland nur um etwa 1 Prozent auf 410 Millionen Euro. Der Konzernumsatz, der auch die Auslandsgeschäfte umfaßt, legte im gleichen Zeitraum ebenfalls nur um knapp 1 Prozent auf 449 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr blieb Holtrop daher bei seiner bisherigen Prognose, im Konzern zwischen 1,9 und 2,1 Milliarden Euro Umsatz zu erzielen. "Ich verzichte gerne auf Umsatz, wenn er nicht profitabel ist", erklärt der Ex-Banker seine Strategie.
Der Kundenzuwachs im Inland kommt inzwischen ausschließlich aus dem Geschäft mit breitbandigen DSL-Zugängen: In diesem Wachstumssegment, das sehr hohe Gewinnmargen aufweist, erhöhte sich die Zahl der Kunden im Jahresvergleich um 37,5 Prozent auf drei Millionen. Trotz der Hochpreisstrategie der Telekom-Tochtergesellschaft kommen jedes Quartal rund 100 000 DSL-Kunden dazu. Dagegen stagniert die Zahl der Kunden mit normalen Schmalband-Verbindungen (Analog- oder ISDN-Zugang) bei rund 7,3 Millionen. "Die Migration unserer Kunden von Schmalband- zu Breitbandverbindungen wird ein Wachstumstreiber sein", erläuterte Holtrop. Insgesamt möchte das Unternehmen eine Million Neukunden in diesem Jahr gewinnen, sagte der Finanzvorstand Rainer Beaujean.
Werbung und E-Commerce schwach
Den Anteil der Online-Werbung, des elektronischen Handels und der Bezahlinhalte am Umsatz weist T-Online erstmals nicht mehr gesondert aus. Das Geschäftsfeld, in das T-Online viel Geld investiert, trägt etwa 20 Prozent zum Umsatz bei, hatte zuletzt aber einen fallenden Anteil aufgewiesen. Erst Ende Juli hatte T-Online seine Gebrauchtwagenbörse Auto.T-Online.de wegen Erfolglosigkeit schließen müssen. Die Federführung im Online-Reisebüro wurde jüngst an den Partner Tui angegeben. Auch die Online-Werbung läuft wegen der allgemein schwachen Werbekonjunktur nicht wie geplant: "Die häufig im Markt geäußerte Prognose, daß die Online-Werbung in diesem Jahr um 20 Prozent zulegen wird, kann ich nicht nachvollziehen", dämpfte Holtrop die Erwartungen. Besonders die Verknüpfung verschiedener Werbemedien entwickele sich für das Internet nicht günstig. (ht.)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,57 | +0,49% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2536 | −0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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