18.06.2007 · Es klingt nach einer Wachablösung im Internet: Das Studentenportal StudiVZ hat erstmals seine Seitenaufrufe von der IVW prüfen lassen und prompt den langjährigen Spitzenreiter T-Online überholt. Trotzdem sind die Preise für Werbung eher gering.
Von Holger SchmidtEs klingt nach einer Wachablösung im deutschen Internet: Das Studentenportal StudiVZ hat im Mai erstmals seine Seitenaufrufe von der IVW prüfen lassen und prompt den langjährigen Spitzenreiter T-Online überholt. 2,6 Milliarden Seitenaufrufe weist das Studentenportal auf, rund 400.000 Aufrufe mehr als der bisherige Branchenprimus T-Online.
Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt allerdings, dass diese Rekordzahl weniger auf eine große Nutzerschaft als vielmehr auf die extreme Klickfreude der Studenten zurückzuführen ist. Die knapp 2,4 Millionen registrierten Mitglieder, die nach Angaben des Unternehmens fast alle auch aktiv sind, nutzen StudiVZ vorwiegend für die Kommunikation mit ihren Kommilitonen und haben dabei im Durchschnitt mehr als 1000 Seiten im Monat aufgerufen.
Bei der Reichweite sieht es nicht so rosig aus
Auch die Online-Gemeinschaft „Lokalisten“, deren Seite im Mai nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen-Netratings 680.000 Besucher hatte, zeichnet sich durch eine weit überdurchschnittlich hohe Klickrate aus. Die intensive Nutzung ist allerdings nicht in allen Online-Gemeinschaften zu beobachten. MyVideo weist mit 158 Seitenaufrufen je Nutzer nur einen durchschnittlichen Wert im Internet auf.
Wird dagegen die Reichweite als Größenkriterium verwendet, fällt StudiVZ weit zurück. Dann dominieren weiterhin Seiten wie Google, T-Online, Web.de oder Ebay, die sich zum Teil nicht von der IVW messen lassen. Diese Seiten werden von mindestens einem Drittel der deutschen Internetnutzer aufgesucht, während StudiVZ nur auf eine Reichweite von etwa 7 Prozent kommt. Die beliebteste Gemeinschaft Youtube weist bereits die doppelte Reichweite auf.
Niedrige Preise
Internetunternehmen und Medienhäuser haben sich den Web-2.0-Markt aufgeteilt. Zu Google gehören Youtube und der Blog-Dienst Blogger, Yahoo ist mit dem Pionier Geocities und Flickr vertreten. Die Fernsehsender Pro Sieben Sat.1 und RTL haben die Videogemeinschaften MyVideo und Clipfish im Markt, während sich Burda an Sevenload beteiligt hat. Die Holtzbrinck-Verlagsgruppe hat StudiVZ übernommen, und zur News Corporation von Rubert Murdoch gehören MySpace und Photobucket.
Allerdings arbeiten alle Käufer der Web-2.0-Unternehmen noch an der Finanzierung der Übernahmen. Denn in der Online-Werbewirtschaft hat die Reichweite die Seitenaufrufe als entscheidende Währung abgelöst. Viele Web-2.0-Gemeinschaften wie StudiVZ generieren dank der Klickfreude ihrer Nutzer zwar Milliarden zusätzlicher Seitenaufrufe. Diese lassen sich aber bisher - wenn überhaupt - nur zu niedrigen Preisen vermarkten. Hier hat die Werbebranche noch die passenden Erlösmodelle zu liefern.
Sollen Kinderlose einen "Solidarzuschlag" zahlen?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.812,18 | +1,25% |
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| MDAX | 10.394,80 | +1,38% |
| SDAX | 5.037,17 | +0,27% |
| REX | 421,24 | −0,10% |
| Eurostoxx 50 | 2.514,18 | +1,04% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,24 | +1,22% |
| Dow Jones | 12.878,30 | +0,03% |
| Nasdaq 100 | 2.575,24 | +0,22% |
| S&P500 | 1.350,50 | −0,09% |
| Nikkei225 | 9.260,34 | +2,30% |
| EUR/USD | 1,3090 | −0,27% |
| Rohöl Brent Crude | 118,87 $ | +1,13% |
| Gold | 1.722,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 138,65 € | +0,09% |