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Internet-Sicherheit Microsoft kauft Virenschutzanbieter Sybari

09.02.2005 ·  Microsoft will das Geschäft mit Sicherheitssoftware nicht länger anderen überlassen und kauft den New Yorker Virenschutzanbieter Sybari Software. Daraufhin gehen die Aktienkurse der anderen Sicherheitsanbieter in die Knie.

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Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft Corp., Redmond (Washington) baut das Geschäft mit Sicherheitssoftware immer weiter aus. Das Unternehmen kündigte am Dienstag den Kauf des New Yorker Virenschutzanbieters Sybari Software Inc. an. Sybari sollte eigentlich am Dienstag an die Börse gehen. Finanzielle Einzelheiten zur Übernahme wurden nicht genannt. Nach dem Börsengang hätte Sybari einen Wert von rund 186 Millionen Dollar haben sollen. Sybari ist unter anderem auf Software gegen E-Mail-Viren spezialisiert, also zum Beispiel zur Verhinderung unerwünschter Werbe-Mails. Sybari hat in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres bei einem Umsatz von 34 Millionen Dollar einen Verlust von einer Million Dollar ausgewiesen.

Dritter Kauf in kurzer Zeit

Mit dem Zukauf unterstreicht Microsoft die Bedeutung von Sicherheitsprodukten in seiner Strategie. Sybari ist bereits der dritte Zukauf innerhalb kurzer Zeit. Im Dezember kündigte Microsoft den Kauf der auf die Bekämpfung sogenannter Spyware spezialisierten Giant Software Inc. an. Mit Spyware werden Daten von Computernutzern ohne deren Wissen nach außen übertragen, und es wird zumeist unerwünschte Werbung eingeblendet. Ein Jahr zuvor hatte Microsoft einen rumänischen Virenschutzspezialisten erworben.

Microsofts offene Flanke

Microsoft-Programme sind in den vergangenen Jahren immer wieder das Ziel von Attacken durch Computerviren und -würmer gewesen. Die Anfälligkeit der Microsoft-Systeme gilt mehr und mehr als Wettbewerbsnachteil. Nicht zuletzt aus diesem Grund könnte nach Ansicht von Analysten der Wettbewerber Apple wieder verstärkt Boden gegenüber Windows-Systemen gutmachen. Selbst der bislang klar dominierende Internet-Browser Explorer bekommt auf einmal verstärkt Konkurrenz von neuen, weniger anfälligen Anbietern wie Mozilla. Die Geschäftsstrategie von Microsoft im Bereich Sicherheit ist noch unklar, also zum Beispiel, ob Microsoft seine Sicherheitsprodukte umsonst anbietet, etwa als Teil des Windows-Pakets.

Die Aktien von anderen, auf Sicherheitssoftware spezialisierten Unternehmen verloren am Dienstag deutlich an Wert. Symantec notierte bei 22,40 Dollar rund 5 Prozent im Minus, McAfee verlor mehr als 7 Prozent auf 24 Dollar.

Quelle: F.A.Z., 09.02.2005, Nr. 33 / Seite 12
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Von Holger Steltzner

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