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Internet Persönliche Daten als Währung

01.07.2005 ·  Internetportale mit vielversprechenden Namen wie „Gratis-tut-gut“ oder „kostnixx“ verschenken Handy-Klingeltöne und Kosmetikproben. Bezahlt wird mit Konsumentendaten - Verbraucher- und Datenschützer warnen.

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Billig ist gut, gratis noch besser - kostenlose Angebote im Internet haben Konjunktur. Vom Gratis-Abo für Zeitungen bis Handy-Klingeltönen oder Kosmetikproben zum Nulltarif - gesucht wird alles, was vermeintlich den Geldbeutel schont.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Anbietern, die mit vielversprechenden Namen wie „Gratis-tut-gut“, „kostnixx“ oder „geldlos“ Kunden auf ihre Seiten locken. Die Werbewirtschaft freut sich über die zusätzlichen Konsumentendaten. Verbraucher- und Datenschützer warnen indes vor Mißbrauch.

Gefragt ist alles rund ums Handy

Mehr als fünf Millionen Zugriffe verzeichnet www.kostenlos.de pro Monat. 15 Mitarbeiter stellen täglich von Duisburg aus mehr als 6.700 Gratis-Angebote von Unternehmen ins Internet und prüfen auch, ob diese noch aktuell sind. Der 1996 von vier Journalisten gegründete Dienst versteht sich aber keineswegs als „reine Schnorrerseite, sondern eher als Verbraucherportal“.

„Die Links auf die Gratis-Angebote sind bei uns für jeden frei zugänglich“, sagt Vorstand Martin Althaus. Erst wenn man die Angebote anklicke, müssen persönliche Daten angeben werden. Besonders gefragt seien Software zum kostenlosen Ausprobieren oder alles rund ums Handy. Nutzer von kostenlos.de seien vor allem junge Menschen.

Auf Studenten spezialisiert

„Laß Deine Homepage für Dich arbeiten. Kostenlos anmelden und dauerhaft verdienen.“ Mit diesem verlockenden Angebot wirbt „gratis-tut-gut.de“ um Kunden und bietet neben kostenlosen Versicherungs- oder Stromanbietervergleichen auch Gratiskataloge, Waschmittelproben oder Kontaktanzeigen an. Bonuspunkte gemeinsam sammeln und Gutscheine „absahnen“ verspricht hingegen „gemeinsamtanken.de“. „Geldgratis.de“ lockt mit Verdienstmöglichkeiten im Internet, ohne daß man dafür arbeiten muß. Und der virtuelle „Kostnix-Laden“ preist den kostenlosen Warentausch von der Blumenvase bis zur Brotmaschine.

Die Seite „allmax.de“ hingegen hat sich nur auf Studenten spezialisiert. Seit Ende 1999 suchen in Berlin 30 Mitarbeiter bei Unternehmen aller Branchen nach Angeboten zum Nulltarif. Wer diese abgreifen will, muß allerdings einen gültigen Studentenausweis vorlegen. Bis zu 300.000 Zugriffe verzeichnet die Schnäppchenseite nach eigenen Angaben im Monat.

Verbraucherschützer warnen

„Wer seine persönlichen Daten - vom Geburtsdatum bis zur Bankverbindung - einmal ins Netz stellt, gibt sie frei für den Abschuß in den internationalen Adressenhandel. Und dann quillt der Briefkasten schnell über“, warnt Gabriele Francke von der Berliner Verbraucherzentrale.

„Wenn man verhindern will, daß die Werbewirtschaft die Daten weiterverwendet, sollte man sich vorher wehren“, empfiehlt die Sprecherin des Berliner Datenschutzbeauftragten. Widerspruch könne nur im Vorfeld eingelegt werden. Darauf wiesen einige Internetseiten auch „im Kleingedruckten“ hin.

„Jeder Probengeier ist ein potentieller Kunde“

Sollte Werbepost doch den Weg in die Mailboxen oder Postkästen finden, bleibt noch der Eintrag in die Robinson-Liste. In diese Verbraucherschutzliste, die 1996 auf Initiative der Wirtschaft eingerichtet wurde, kann sich jeder kostenlos einschreiben, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Derzeit weise die Liste 250.000 Einträge auf, jeden Monat erfolgten gut 4.500 neue Einträge.

Die Werbewirtschaft freut sich indes über die zusätzlichen Daten. „Natürlich ist das positiv, damit kann man Fehlsteuerung vermeiden“, heißt es beim zentralen Branchenverband. Jedes Unternehmen habe Interesse, so dicht wie möglich am Konsumenten dranzubleiben. „Proben und Testmuster sind für uns enorm wichtig“, betont auch Europas führende Parfümeriekette Douglas. Jährlich werde eine zweistellige Millionenmenge für die insgesamt 814 Filialen bereitgestellt. „Jeder Probengeier ist auch ein potentieller Kunde“, sagt ein Sprecher.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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Von Kerstin Schwenn

Das System des Mautbetreibers Toll Collect ist eine tolle deutsche Erfindung, aber leider nicht wirtschaftlich. Eine Maut lässt sich auch mit einem weniger ausgeklügelten System erheben. Mehr 7 12

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