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Internet Online-Handel steigt auf rund 17 Milliarden Euro

18.10.2004 ·  Der elektronische Handel im Internet legt weiter mit zweistelligen Raten zu, aber das Wachstumstempo geht zurück. Der größte Umsatz entfällt auf Reisen, Ebay ist unangefochten der größte Handelsplatz.

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Der elektronische Handel im Internet legt weiter mit zweistelligen Raten zu, aber das Wachstumstempo geht zurück. Nach Schätzungen des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) werden im Internet in diesem Jahr rund 13 Milliarden Euro Umsatz erzielt, rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das kommende Jahr erwartet der HDE noch rund 13 Prozent Zuwachs auf 14,5 Milliarden Euro.

In den Zahlen für 2004 sind etwa eine Milliarde Euro Umsatz enthalten, die Gewerbetreibende nach HDE-Schätzungen auf dem Internet-Marktplatz Ebay erzielen. Weitere drei bis vier Milliarden Euro Umsatz, die private Verkäufer in diesem Jahr auf dem Marktplatz erzielen werden, sind nicht in diesen Werten enthalten. Das Gesamtvolumen des Internet-Handels klettert damit auf rund 17 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Reisebuchungen boomen

Der größte Teil des Online-Umsatzes entfällt auf die Reisebranche, die in diesem Jahr abermals große Zuwächse im Internet erzielt. Rund acht Millionen Internet-Nutzer haben in diesem Jahr ein Bahn- oder Flugticket, eine Reise oder ein Hotelzimmer im Internet bestellt, hat die Allensbacher Computer- und Technikanalyse (Acta) ergeben. Das entspricht bereits 15 Prozent der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland.

Rund 9,5 Millionen Internet-Nutzer haben in diesem Jahr ein Buch per Mausklick bestellt. Besonders stark ist die Zahl der Nachfrager nach Mietwagen, Musikstücken, Spielwaren, Einrichtungsgegenständen und Kosmetikartikeln im Netz gewachsen. Diese Produkte haben in der ersten Phase im Internet-Handel kaum eine Rolle gespielt.

Ebay baut Führungsrolle aus

Unter den Online-Händlern hat der Marktplatz Ebay seine Führungsrolle ausgebaut. Nach Allensbach-Angaben stieg die Zahl der Menschen, die auf Ebay ein Produkt gehandelt haben, um 2,4 Millionen gegenüber dem vergangenen Jahr auf 13,24 Millionen. Rund ein Drittel der Produkte wird bereits zu Festpreisen angeboten, meist von den mehr als 5000 sogenannten Powersellern auf dem Ebay-Marktplatz. Besonders große prozentuale Kundenzuwächse erzielten die Internet-Apotheke Docmorris und die Seite Buecher.de, die inzwischen vom Weltbild-Verlag betrieben wird.

Viele stationäre Geschäfte haben inzwischen auch eine Internet-Präsenz eingerichtet. "Nach einer HDE-Umfrage bieten derzeit gut ein Viertel der stationären Geschäfte ihren Kunden die Möglichkeit zum Einkauf über eigene Webshops oder Marktplätze im Internet", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Holger Wenzel. 44 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in diesem Jahr steigende Online-Umsätze, nur 4 Prozent fallende Umsätze, sagt Wenzel.

Bequemer Vergleich

Den Reiz des Handels im Internet sehen zwei Drittel der Konsumenten in der bequemen Bestellung von zu Hause aus und in der Möglichkeit, Preise vergleichen zu können. Die Preisvergleichsmaschinen wie Kelkoo oder Guenstiger.de verzeichnen konstant kräftige Zuwächse. Besonders bei leicht vergleichbaren Produkten wie Computer, CDs oder Telekommunikationsprodukten hoffen viele Online-Käufer auf das Schnäppchen im Internet. In der Tat haben Vergleiche Preisvorteile zwischen 10 und 30 Prozent gegenüber normalen Ladenpreisen ergeben. Oft sehen kleine Händler mit geringen Kosten in einem niedrigen Preis die einzige Möglichkeit, sich im harten Internet-Wettbewerb zu behaupten.

Auch das Online-Banking erfreut sich ungebrochen hoher Beliebtheit. Nach Allensbach-Angaben nutzen 28,4 Millionen Deutsche die Möglichkeit, mit ihrer Bank über das Internet zu kommunizieren und Bankgeschäfte zu erledigen. Rund zwei Drittel davon nutzen die Möglichkeiten des Online-Bankings sogar häufig.

Quelle: ht., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2004, Nr. 243 / Seite 23
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