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Internet Offline nach Eichhörnchen-Biss

Ein Autor denkt beim Verein Digital Hub über das Internet nach. Und stellt sein neues Buch vor, das einem kuriosen Vorfall geschuldet ist.

© Rüchel, Dieter Die virtuelle Welt fasziniert viele: der Internetknoten Interxion.

Das Internet gilt vielen als virtuelle Welt. Durchaus zu Unrecht. Denn wie real das Internet ist, lässt bisweilen ein Tier den Nutzer spüren. So wie im Fall Andrew Blums: Eines Tages saß der Autor daheim in Brooklyn vergeblich vor dem Rechner. „Sie haben keinen Zugang zum Internet“, habe er auf dem Bildschirm lesen müssen. „Es musste ein Monteur kommen, und der sagte mir, es gebe ein Problem.“ Ein Eichhörnchen habe am Kabel geknabbert und den Netzzugang gekappt, erzählt der Mann aus New York in einem Restaurant in Frankfurt als Gast des Frankfurter Vereins Digital Hub. Den Biss des Nagers nahm Blum zum Anlass, um im Wortsinne dem Kabel zu folgen und dem Internet auf den Grund zu gehen. Die Recherchen führten ihn auch nach Frankfurt, zum Sitz des größten Internetknotens der Welt.

Thorsten Winter Folgen:

„Ich habe rasch gelernt, dass Frankfurt ganz oben auf der Liste der Internetwelt steht“, berichtet Blum. Der Digital Hub geht einen Schritt weiter. Der von der De-Cix Management GmbH betriebene Internetknoten stelle einen Teil des „Rückgrats der modernen Wirtschaft“ dar, was vielfach unterschätzt werde, wie der Verein meint, hinter dem außer De-Cix unter anderem auch die Frankfurter Rechenzentrumsbetreiber Ancotel und Interxion sowie die Commerzbank stehen. Schließlich sind längst nicht nur Internetfirmen vom Netzzugang abhängig, dies gilt auch für Banken und andere Finanzdienstleister, für Industriebetriebe und Freiberufler oder auch Einzelhändler. Dabei ist die Zahl der Firmen, die sich um das Zusammenschalten von Netzwerken kümmern, vergleichsweise klein. Blum spricht von einigen hundert in Nordamerika und wenigen tausend auf der Welt. Entsprechend klein seien auch die Zahlen derjenigen Mitarbeiter, die ihren Arbeitgeber online an andere Unternehmen koppelten. Im Falle Microsoft seien es ganze zwei der rund 90.000 Mitarbeiter, sagt Blum.

„Maschinen sind langweilig, Menschen spannend“

Für seine Recherchen, die in dem von der „New York Times“ als phantastisch gepriesenen Buch „Kabelsalat“ mündeten, hat sich der Autor durch Rechenzentren an mehreren Orten in aller Welt führen lassen. Nach dem Motto: „Maschinen sind langweilig, Menschen spannend.“ Er lernte, dass ein wesentlicher Netzknoten in New York in einem alten Gebäude von Western Union, einem einst in der Telekommunikation aktiven Unternehmen, liegt und außerdem unweit einer Immobilie des Telefonriesen AT&T.

Zudem ergab seine Reise zu großen Internetknoten: „Netzwerke folgen Netzwerken.“ Gelinge es einem Rechenzentrum, einige Netzwerke von Unternehmen miteinander zu verbinden, stellten sich weitere Kunden ein. Eine Erfahrung, die etwa für Ancotel und Interxion, aber auch für andere Branchenvertreter in Frankfurt wie Databurg und Equinix gilt. Grundlegend dafür sind die Glasfaser-Kabelstränge im städtischen Boden.

Mehr zum Thema

Doch ist diese Bedeutung Frankfurts in der Internetwelt nicht in Stein gemeißelt, wie Frank Orlowski und Peter Knapp, Vorstände von Digital Hub, mahnen. Kunden von Rechenzentren schauten etwa genau auf die - bald wieder deutlich steigenden - Stromkosten. Und gingen im Zweifelsfall woandershin.

Quelle: F.A.Z.

 
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