Das einst unangefochten größte Online-Netzwerk MySpace spürt den Druck der Konkurrenz, allen voran Hauptrivale Facebook. Auch die sinkenden Werbeeinahmen machen MySpace zu schaffen. Das Unternehmen will nun fast ein Drittel der Belegschaft im amerikanischen Heimatmarkt abbauen
420 Jobs sollen wegfallen, 1000 bleiben, kündigte der neue Chef Owen Van Natta in einer E-Mail an die Mitarbeiter an, die am Mittwoch von amerikanischen Medien veröffentlicht wurde. „Unsere Belegschaft war einfach aufgebläht und hat uns daran gehindert, ein effizientes und schlankes teamorientiertes Unternehmen zu sein“, hieß es in Van Nattas Erklärung weiter. Die Entscheidung folgt zwei Monate nach dem Antritt des neuen Vorstandschefs, einem ehemaligen Manager des Rivalen Facebook, der den Firmengründer Chris DeWolfe an der Unternehmensspitze ablöste.
Sparprogramm bei News Corp.
MySpace gehört zum News-Corp.-Medienimperium des Milliardärs Rupert Murdoch, der im Oktober 2005 aufsehenerregende 580 Millionen Dollar für das Online-Netzwerk bezahlt hatte. Ob es auch Stellenabbau im internationalen Geschäft geben soll, blieb zunächst unklar. Im Ausland ist MySpace aber bereits deutlich schlanker aufgestellt als in den Vereinigten Staaten. News Corp. bekommt die sinkenden Werbeeinnahmen deutlich zu spüren und hat in den vergangenen Monaten bereits bei seinen Fernsehsendern wie Bloomberg und Zeitungen Stellen gestrichen und so Kosten gesenkt.
Facebook schlägt MySpace im Heimatmarkt
Die angekündigte Restrukturierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem MySpace zunehmend unter Konkurrenz zu leiden hat. Nutzer können bei MySpace Profile anlegen, sich auf der Seite präsentieren und ihre Profile mit denen von Freunden und Bekannten verknüpfen.
In den vergangenen Monaten war das soziale Online-Netzwerk klar von Facebook überholt worden. Facebook, das im Mai weltweit 850 Mitarbeiter beschäftigte, hat dem amerikanischen Marktforschungsunternehmen Comscore zufolge 307,1 Millionen Nutzer im Vergleich zu 129,9 Millionen Nutzern weltweit bei MySpace. Im vergangenen Monat übertraf Facebook erstmals in den Vereinigten Staaten mit 70,28 Millionen Nutzern den bisherigen Marktführer MySpace. Dabei hat Facebook seine ursprüngliche Zielgruppe der Studenten laut Comscore erfolgreich ausgeweitet. Rentner seien nun ebenso zu finden wie junge Eltern. An dritter Stelle der sozialen Netzwerke folgt Twitter.
