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Internet Microsoft rüstet sich für Angriff auf Google

05.05.2006 ·  Microsoft sieht sich im Markt für Online-Suche „sehr ernsthaft engagiert“. Jetzt werden Investitionen für Forschung und Entwicklung bei der Internet-Sparte MSN verdoppelt. Das Geld dient dem Angriff auf Google.

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Microsoft greift für den Angriff auf Suchmaschinen-Marktführer Google noch tiefer in die Tasche. Die Ausgaben für das Online-Anzeigengeschäft, das MSN-Portal und neue Suchtechnologien werden in dem im Juli startenden Geschäftsjahr um 60 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar aufgestockt, kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer am Donnerstag (Ortszeit) in Redmond an. Davon gehen allein 1,1 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung.

Die Kapitalaufwendungen sollen im gleichen Zeitraum auf 500 Millionen Dollar von 100 Millionen Dollar zulegen. „Als Unternehmen werden wir insgesamt rund 6,2 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investieren“, sagte Ballmer, ohne einen Zeitrahmen dafür abzustecken. Den Forschern und Entwicklern bei Microsoft sei gesagt worden, „Software als Dienstleistung“ habe oberste Priorität.

Die Aktien des Software-Riesen legten nach den Äußerungen Ballmers im späten Handel an der Nasdaq 1,2 Prozent auf 23,44 Dollar zu und schnitten damit besser ab als der Gesamtmarkt.

Auf seiner Reise in die Vereinigten Staaten hat Chinas Präsident Hu Jintao bei Microsoft-Gründer Bill Gates Station gemacht. Dabei versprach er unter anderem, gegen Produktpiraterie vorzugehen - und Microsoft-Produkte zu kaufen.

„Im Markt für Online-Suche sehr ernsthaft engagiert“

Microsoft sei in dem Markt für Online-Suche sehr ernsthaft engagiert, sagte Ballmer. „Nur zwei bis drei Unternehmen können wirklich die Infrastruktur liefern, die mit den Anforderungen der Konsumenten und Anzeigenkunden Schritt halten kann.“

Anleger hatten zuletzt eine unklare Strategie des Unternehmens im Wettbewerb mit Google und Yahoo bemängelt. Das „Wall Street Journal“ hatte unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, Microsoft erwäge eine Beteiligung an Yahoo. Microsoft und Yahoo diskutierten schon seit etlichen Monaten verschiedene Optionen. Eine Möglichkeit sei, daß Microsoft MSN an Yahoo verkaufe und sich dafür am Internetkonzern beteilige.

Derzeit dominiert der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber Google diesen Markt mit Abstand. Allein in den Vereinigten Staaten laufen nach Angaben von Nielsen NetRating 49 Prozent aller Suchanfragen über Google. Microsofts MSN Search rangiert derzeit mit 10,9 Prozent an dritter Stelle, noch hinter Yahoo mit 22,5 Prozent der Suchanfragen.

Neues Geschäftsfeld: Werbung in Videospielen

Zudem will Microsoft ein bislang noch weitgehend unerschlossenes Geschäftsgebiet besetzen - Werbung in Videospielen. Dazu übernimmt der Softwarekonzern die darauf spezialisierte Firma Massive, bestätigte der für die Spielekonsole Xbox zuständige Microsoft-Manager Robbie Bach. Die in New York ansässige Firma mit derzeit rund 80 Mitarbeitern hat Verträge unter anderem mit führenden Spiele-Publishern wie THQ und Konami.

Für Anzeigenkunden sei es derzeit sehr schwer, die lukrative Zielgruppe der männlichen 18- bis 34jährigen anzusprechen, da diese immer weniger am Fernseher als vor Computerspielen säßen, argumentierte Microsoft-Managerin Joanne Bradford. Der Markt für Anzeigen in Computer- und Videospielen dürfte von 56 Millionen Dollar im vergangenen Jahr bis 2010 auf 732 Millionen Dollar anwachsen, schätzt Mike Goodman, Analyst der Yankee Group Research in Boston.

Werbung nach Alter, Geschlecht, Einkommen

Speziell für Werbetreibende hatte Microsoft am Donnerstag sein neues „AdCenter“ nach Frankreich und Singapur auch in den Vereinigten Staaten an den Start gebracht. Damit sollen Anzeigenkunden ihre Werbelinks noch gezielter als bei Google auf den Trefferlisten von Suchenden plazieren können. So soll es mit dem „AdCenter“ erstmals auch möglich sein, Zielgruppen nach Alter, Geschlecht und Einkommen zu identifizieren und anzusprechen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters
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Zu ausgeklügelt

Von Kerstin Schwenn

Das System des Mautbetreibers Toll Collect ist eine tolle deutsche Erfindung, aber leider nicht wirtschaftlich. Eine Maut lässt sich auch mit einem weniger ausgeklügelten System erheben. Mehr

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