02.09.2004 · Der Kampf der Software-Giganten geht in die nächste Runde. Microsoft bietet künftig auch legale Musik-Downloads an und will sogar einen eigenen Player herausbringen, der den erfolgreichen iPod von Apple verdrängen soll.
Microsoft steigt in den lukrativen Markt mit Online-Musik ein und will dem derzeitigen Marktführer Apple damit Konkurrenz machen. Der weltgrößte Softwarekonzern hat am Donnerstag den Startschuß für eine erste Testversion seines eigenen Musikdienstes gegeben. Über den Internet-Dienst MSN will das Unternehmen zunächst seinen amerikanischen Kunden vorerst 500.000 Songs für je 99 Cent zum Herunterladen anbieten. Damit hat der bislang mächtigste Herausforderer von Apple iTunes den Markt betreten.
Künftig sollen Microsoft-MSN-Kunden auf ein Repertoire von über eine Million Musikstücke (700.000 bei iTunes) zugreifen können. „Unser Ziel mit dem MSN Musik-Service ist es, digitale Musik einem Massenpublikum zugänglich zu machen, indem wir, wie wir glauben, den größten und qualitativ besten Katalog legaler Musik im Internet anbieten“, sagte MSN-Chef Yusuf Mehdi. In Zusammenarbeit mit Industriepartnern sollen entsprechende Angebote auch in Europa, Brasilien, Korea und Australien realisiert werden.
Bis zu einer Million Titel
Microsoft werde von Neuerscheinungen bis zu klassischen Raritäten und exklusiven Alben etwa von Red Hot Chili Peppers eine breite Palette von Titeln anbieten, hieß es. Zur Startphase stünden bereits 500.000 Songs bereit. Die Musikstücke sollen über den Windows Media Player oder den Microsoft Internet Explorer heruntergeladen werden können. Der Nutzer soll die Songs auf insgesamt fünf Computern abspielen und maximal sieben Mal auf CD brennen können. Der MSN-Dienst soll Mitte Oktober in seiner endgültigen Version mit über eine Million Songs sowie zahlreichen Video-Angeboten an den Start gehen.
Nach Schätzungen der Marktforschung Jupiter Research wird der Online-Musikmarkt von heute 270 Millionen Dollar bis zum Jahr 2009 auf insgesamt 1,7 Milliarden Dollar ansteigen. Derzeit führt der Computerhersteller Apple unumstritten den rasch wachsenden Markt an. Mit seinem Internet-Musikshop iTunes hielt das Unternehmen zuletzt einen Anteil von 70 Prozent. Den Verkauf seines mobilen Players iPod konnte Apple im dritten Quartal auf 830.000 Stück verdreifachen.
Microsoft will eigenen Player anbieten
Mit der Marktpräsenz des iPods sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Drittel aller Nutzer von MP3- Playern nicht in der Lage, MSN-Musikstücke abzuspielen. Vorerst sieht Microsoft den Marktherausforderungen jedoch gelassen entgegen: Der iPod sei lediglich in vier Prozent aller amerikanischer Haushalte vertreten, sagte Mehdi. Der Markt sei noch sehr jung. „Es gibt genug Leute, die noch keinen Player gekauft haben, so daß wir uns über die installierte Basis der iPods nicht sorgen.“ Statt dessen will Microsoft nach Angaben von Bloomberg ab Donnerstag selbst über Handelsketten wie amazon.com und Best Buy einen eigenen Player mit Windows-Betriebssystem für rund 500 Dollar vertreiben.
Sollen Kinderlose einen "Solidarzuschlag" zahlen?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.743,75 | +0,23% |
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| Eurostoxx 50 | 2.487,37 | −0,04% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,41 | +0,19% |
| Dow Jones | 12.836,30 | −0,33% |
| Nasdaq 100 | 2.592,36 | +0,66% |
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| Nikkei225 | 9.260,34 | +2,30% |
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