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Internet Microsoft baut mit MTV eine eigene Musikplattform auf

 ·  Microsoft will endlich eine größere Rolle in der digitalen Unterhaltung spielen. Bill Gates hat zur Eröffnung der Consumer Electronics Show in Las Vegas erstmals das neue Windows-Betriebssystem Vista gezeigt.

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Mit einer großen Zahl neuer Produkte wie einem Internetdienst für Musik und Videos will Microsoft im neuen Jahr endlich eine größere Rolle in der digitalen Unterhaltung spielen. „Alle Werkzeuge dafür erobern sich zunehmend einen Massenmarkt“, sagte Microsoft-Mitbegründer Bill Gates zum Auftakt der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Immer mehr Menschen wollten auf ihre Musik, Bilder, Filme und Videos von den verschiedensten Geräten aus zugreifen können.

Erstmals gab Gates vor einem großen öffentlichen Publikum einen Ausblick auf das für die zweite Jahreshälfte angekündigte neue Betriebssystem Windows Vista. Wichtiger war Gates aber die Vorstellung eines neuen Internetangebots für Musik und Videos, mit dem die Vorherrschaft von Apple auf diesem lukrativen Markt gebrochen werden soll.

Internetangebot für Musik und Videos: „Urge“

Partner des von Gates vorgestellten Musikdienstes mit dem Namen "Urge" ist der Musiksender MTV. Zum Auftakt sollen 2 Millionen Stücke zum Herunterladen bereitstehen. MTV wird mit Videos, Filmbeiträgen und redaktionellen Inhalten dienen, die neben dem Einzelverkauf auch im monatlichen Abonnement angeboten werden. Das Angebot wird exklusiv in den Media Player eingebunden, von dem Gates eine neue Version vorstellte. Auch sollen mobile Abspielgeräte mit dem neuen Media Player auf den Markt kommen. Um aber in echten Wettbewerb zu Apple zu treten, das mit seinem "iTunes Music Store" rund 70 Prozent Marktanteil hat, müßte Urge wohl international verfügbar sein. Der Markteintritt in Europa ist aber noch nicht in Sicht.

Anders sieht die Erfolgsmeldung von Bill Gates zum Windows Media Center aus, der Multimedia-Ausgabe des Betriebssystems Windows: 130 Hersteller haben inzwischen in 33 Ländern 6,5 Millionen Windows-Media-Center-Rechner verkauft. Auch hier soll Windows Vista Neuerungen bringen. Vor allem aber bekannte sich Gates in diesem Zusammenhang zur neuen Intel-Chipplattform Viiv (sprich Weif), mit der Intel die Unterhaltungselektronik erobern will. Mit der Technik von Intel und Windows Media Center fänden die Stärken zusammen. Für den Kinoabend zu Hause kündigte Gates einen DVD-Spieler im neuen Filmformat HD (High Density) von Toshiba an, der mit Microsofts Windows Media Center Software bestückt ist. Über interaktive Menüs lassen sich während der Vorstellung Infos über die mitwirkenden Schauspieler abfragen oder Kommentare zu den Filmsequenzen einblenden.

„Longhorn“ löst Windows XP ab

Windows Vista, lange unter dem Codenamen "Longhorn" angekündigt, soll Ende 2006 das Betriebssystem Windows XP nach fünf Jahren ablösen. Gates demonstrierte, wie der Nutzer künftig auf einem komplett neu gestalteten Design zum Beispiel in Dateien oder Internetseiten in dreidimensionaler Ansicht blättern kann. Über eine seitlich an der Benutzeroberfläche angebrachte "Sidebar" lassen sich Informationen wie Nachrichtenticker, eine Uhr oder ein Suchfenster plazieren. In Sekundenschnelle soll Vista auch große Datenbestände, zum Beispiel die eigene Fotosammlung, nach Stichworten durchsuchen.

Auch wenn im Mittelpunkt der Consumer Electronics Show (CES) vom 5. bis zum 8. Januar technische Lösungen für den Privatkunden stehen, sucht man den Endverbraucher vergebens auf der Messe. Die Ausstellung dominieren Hersteller und Händler. In den vergangenen Jahren konnte die CES deutlich zulegen, wobei ihr auch das Verschwinden der herbstlichen Comdex, der anderen - einst großen - Computermesse in Las Vegas zugute kam. Nachdem die Comdex seit gut zwei Jahren kein Auffangbecken für PC- und Softwarehersteller mehr bietet, wanderten viele Aussteller mit ihren Ankündigungen vom November in den Januar. So gilt die CES inzwischen als richtungweisend für das Jahr. Die Bandbreite der insgesamt 30 Produktkategorien erstreckt sich auf alle Felder der Unterhaltungs- und Informationstechnik. Die Palette umfaßt normale Audio- und Video-Geräte ebenso wie Autoelektronik, Digitalfotografie oder Haussicherheit.

So ist die CES mit 2500 Ausstellern aus mehr als 110 Ländern auf rund 150 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur größten amerikanischen Messe mit jährlichem Rhythmus geworden und hat für die Vereinigten Staaten die Bedeutung, die in Deutschland die deutlich größere Cebit einnimmt.

Quelle: aywi., F.A.Z., 06.01.2006, Nr. 5 / Seite 14
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