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Internet : Klicks zum Unsichtbarwerden

Bild: F.A,Z.

Noch ist im Skandal um die Datenweitergabe an den amerikanischen Geheimdienst vieles unklar. Doch Internetnutzer können einige Dinge tun, um im Netz weniger Spuren zu hinterlassen.

          Es ist egal, welchen Begriff ein Nutzer in der größten Suchmaschine der Welt eingibt, stets taucht rechts neben den Ergebnissen ein graues Zahnrädchen auf. Das Rädchen führt zu den Einstellungen für die Google-Suche. Wer auf das Symbol klickt, kann aus vier Unterpunkten auswählen, von denen das Stichwort „Webprotokoll“ zum datenschutzrechtlich interessantesten Thema führt.

          „Ihre Suchergebnisse werden möglicherweise anhand der Suchaktivitäten auf diesem Computer angepasst“, heißt es dort etwas umständlich. Dieser Satz bedeutet nichts anderes, als dass Google sich merkt, was ein Nutzer auf einem bestimmten Computer so sucht, und danach die angezeigte Werbung anpasst. Allerdings hat es jeder Nutzer zumindest an diesem Punkt selbst in der Hand, das Datensammeln zu erschweren: Ein Klick auf den Verweis „Personalisierung anhand der Suchaktivität deaktivieren“ - und der Nutzer wird etwas unsichtbarer.

          Noch ist im Skandal um die mutmaßliche Datenweitergabe von Internetdiensten an den amerikanischen Geheimdienst NSA vieles unklar. Doch können Nutzer der Dienste von Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon einiges tun, um möglichst wenig Spuren im Internet zu hinterlassen.

          Der komplizierteste Weg ist dabei, E-Mails oder Daten bei öffentlichen Cloud-Anbietern wie Dropbox zu verschlüsseln. Dabei helfen etwa Verschlüsselungsprogramme für E-Mails wie Open Pretty Good Privacy. Allerdings erfordert eine verschlüsselte Kommunikation, dass sowohl Sender und Empfänger sich einigen, dass verschlüsselt wird, was sich im alltäglichen Leben oft als schwierig erweist.

          Einfacher sind andere Maßnahmen – etwa bei der Nutzung sozialer Netzwerke oder beim normalen Surfen im Internet. Ein erster Schritt ist es, regelmäßig Suchverläufe aus Internetzugangsprogrammen wie dem Internetexplorer von Microsoft oder dem Firefox-Browser der unabhängigen Mozilla-Foundation zu löschen. Ebenfalls löschbar sind die „Cookies“ - kleine Dateien, die Werbetreibende auf dem Computer von Internetseitenbesuchern platzieren, um sie beim nächsten Besuch wiederzuerkennen. So können sie gezielter Werbung schalten. Die Löschmöglichkeiten der Browser befinden sich bei den meisten Internetzugangsprogrammen unter den Einstellungen.

          In sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ raten Datenschützer seit Jahren dazu, mit Daten sparsam umzugehen. Dazu zählt, dass Nutzer Einträge, Fotoalben oder Einladungen zu Veranstaltungen nur Freunden öffentlich machen. Generell bietet Facebook inzwischen bei manchen Aktivitäten auch direkt an, den Personenkreis einzugrenzen, der diese Aktivitäten sieht. Bestimmte Dinge wie den aktuellen Wohn- oder Aufenthaltsort kann man dem Netzwerk auch bewusst nicht nennen. Das gilt auch für Ortsmarkierungen auf ins Netzwerk hochgeladenen Fotos.

          Wer unterwegs mit dem Smartphone oder dem Tabletcomputer online geht, sollte wissen, dass viele Anwendungen auf nur reibungslos funktionieren, weil sie den Standort des Nutzers über die GPS-Ortung erkennen und auswerten. Wer sichergehen will, dass Anwendungen nicht dauerhaft wissen, wo ein Nutzer sich gerade aufhält, sollte die GPS-Funktion nur dann einschalten, wenn er tatsächlich einen Dienst nutzt, für den der Standort wichtig ist - etwa für eine Kartenanwendung.

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