Home
http://www.faz.net/-gqm-79s0k
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Internet Klicks zum Unsichtbarwerden

Noch ist im Skandal um die Datenweitergabe an den amerikanischen Geheimdienst vieles unklar. Doch Internetnutzer können einige Dinge tun, um im Netz weniger Spuren zu hinterlassen.

© F.A,Z. Vergrößern

Es ist egal, welchen Begriff ein Nutzer in der größten Suchmaschine der Welt eingibt, stets taucht rechts neben den Ergebnissen ein graues Zahnrädchen auf. Das Rädchen führt zu den Einstellungen für die Google-Suche. Wer auf das Symbol klickt, kann aus vier Unterpunkten auswählen, von denen das Stichwort „Webprotokoll“ zum datenschutzrechtlich interessantesten Thema führt.

Martin Gropp Folgen:      

„Ihre Suchergebnisse werden möglicherweise anhand der Suchaktivitäten auf diesem Computer angepasst“, heißt es dort etwas umständlich. Dieser Satz bedeutet nichts anderes, als dass Google sich merkt, was ein Nutzer auf einem bestimmten Computer so sucht, und danach die angezeigte Werbung anpasst. Allerdings hat es jeder Nutzer zumindest an diesem Punkt selbst in der Hand, das Datensammeln zu erschweren: Ein Klick auf den Verweis „Personalisierung anhand der Suchaktivität deaktivieren“ - und der Nutzer wird etwas unsichtbarer.

Noch ist im Skandal um die mutmaßliche Datenweitergabe von Internetdiensten an den amerikanischen Geheimdienst NSA vieles unklar. Doch können Nutzer der Dienste von Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon einiges tun, um möglichst wenig Spuren im Internet zu hinterlassen.

Mehr zum Thema

Der komplizierteste Weg ist dabei, E-Mails oder Daten bei öffentlichen Cloud-Anbietern wie Dropbox zu verschlüsseln. Dabei helfen etwa Verschlüsselungsprogramme für E-Mails wie Open Pretty Good Privacy. Allerdings erfordert eine verschlüsselte Kommunikation, dass sowohl Sender und Empfänger sich einigen, dass verschlüsselt wird, was sich im alltäglichen Leben oft als schwierig erweist.

Einfacher sind andere Maßnahmen – etwa bei der Nutzung sozialer Netzwerke oder beim normalen Surfen im Internet. Ein erster Schritt ist es, regelmäßig Suchverläufe aus Internetzugangsprogrammen wie dem Internetexplorer von Microsoft oder dem Firefox-Browser der unabhängigen Mozilla-Foundation zu löschen. Ebenfalls löschbar sind die „Cookies“ - kleine Dateien, die Werbetreibende auf dem Computer von Internetseitenbesuchern platzieren, um sie beim nächsten Besuch wiederzuerkennen. So können sie gezielter Werbung schalten. Die Löschmöglichkeiten der Browser befinden sich bei den meisten Internetzugangsprogrammen unter den Einstellungen.

In sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ raten Datenschützer seit Jahren dazu, mit Daten sparsam umzugehen. Dazu zählt, dass Nutzer Einträge, Fotoalben oder Einladungen zu Veranstaltungen nur Freunden öffentlich machen. Generell bietet Facebook inzwischen bei manchen Aktivitäten auch direkt an, den Personenkreis einzugrenzen, der diese Aktivitäten sieht. Bestimmte Dinge wie den aktuellen Wohn- oder Aufenthaltsort kann man dem Netzwerk auch bewusst nicht nennen. Das gilt auch für Ortsmarkierungen auf ins Netzwerk hochgeladenen Fotos.

Wer unterwegs mit dem Smartphone oder dem Tabletcomputer online geht, sollte wissen, dass viele Anwendungen auf nur reibungslos funktionieren, weil sie den Standort des Nutzers über die GPS-Ortung erkennen und auswerten. Wer sichergehen will, dass Anwendungen nicht dauerhaft wissen, wo ein Nutzer sich gerade aufhält, sollte die GPS-Funktion nur dann einschalten, wenn er tatsächlich einen Dienst nutzt, für den der Standort wichtig ist - etwa für eine Kartenanwendung.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Googles Inbox Wie war die Nummer vom Pizzaboten?

Google preist Inbox als Neuerfindung der E-Mail an. Die App soll jedoch mit den eingebauten Kalender- und To-Do-Listen-Funktionen wesentlich weiter in das Leben der Nutzer reichen, als ein herkömmliches E-Mail-Programm. Mehr Von Felix-Emeric Tota

23.10.2014, 13:11 Uhr | Feuilleton
Googles Vision von der totalen Vernetzung

Aktienkurse, Katzenvideos, Nachrichten: Wer im Internet sucht, der findet - und das meist mithilfe der Suchmaschine Google. Doch der Technologiekonzern will längst mehr sein: Das Internetunternehmen hat sich selbst zum Weltverbesserer erklärt. Und schraubt schon heute an einem komplett vernetzten Morgen Mehr

03.09.2014, 11:04 Uhr | Wirtschaft
Unternehmenszahlen Google hat die Spendierhosen an

Der Internetkonzern gibt sein Geld mit vollen Händen aus und nimmt einen Gewinnrückgang in Kauf. Google hat so viele Mitarbeiter eingestellt wie noch nie. Mehr Von Roland Lindner, New York

17.10.2014, 03:44 Uhr | Wirtschaft
Die Forderung nach neuen Spielregeln für Google

Bei einem Streitgespräch mit Google-Chef Eric Schmidt forderte Sigmar Gabriel, die Marktmacht des amerikanischen Internet-Giganten zu begrenzen. Mehr

15.10.2014, 09:18 Uhr | Politik
Weitere Nachrichten Karstadt-Mitarbeiter haben Angst vor weiteren Einschnitten

Bei Thyssen-Krupp gibt es derzeit keine Gespräche über den Verkauf der Marine-Sparte, die Autobranche warnt vor Dauerstreiks und Apple will die Beats-Musik-App in iTunes aufgehen lassen. Mehr

27.10.2014, 07:09 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.06.2013, 17:33 Uhr


Aktienkurse
Name Kurs Änderung
  Nasdaq 100 --  --
  Facebook --  --
  Google --  --
  Apple --  --
  Zynga --  --

Geld rettet Japan nicht

Von Carsten Germis

Die japanische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer noch weiteren Öffnung der geldpolitischen Schleusen. Doch das rettet das Land nicht. Mehr 2 6

Grafik des Tages Womit im Umweltschutz am meisten verdient wird

Deutsche Wind- und Solarenergie sind weltweit gefragt. Das gilt auch für andere Bereiche aus dem Umweltschutz, wie unsere Grafik des Tages zeigt. Mehr


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --