Home
http://www.faz.net/-gqm-o7wm
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Internet Heftiger Streit um "Pop-up-Blocker"

27.10.2003 ·  "Pop-up-Blocker" sind der neueste Schrei im Internet - und ein großes Ärgernis für die Online-Werbebranche. Die fürchtet um ihre Geschäftsmodelle.

Artikel Lesermeinungen (0)

"Pop-up-Blocker" sind der neueste Schrei im Internet - und ein großes Ärgernis für die Online-Werbebranche. Diese Blocker verhindern, daß die meist mit Werbebotschaften gefüllten Zusatzfenster ("Pop-ups") auf dem Internetbildschirm erscheinen und sich dabei über die eigentlich aufgerufene Internet-Seite legen. Die Werbewirtschaft fürchtet inzwischen um ihre Geschäftsmodelle, da Pop-ups ein wichtiges Werbeinstrument im Internet sind.

Lange Zeit waren diese Blocker dem Großteil der Internetnutzer kaum bekannt, da sie nur in professionellen Internet-Browsern wie Mozilla und speziellen Filterprogrammen wie dem Webwasher eingesetzt wurden. Richtig populär sind diese Blocker erst mit der neuen AOL-Zugangssoftware 8.0 geworden. In der Werbung wird der Pop-up-Blocker im gleichen Atemzug mit einem Spam-Filter genannt, der unerwünschte, oft illegale Werbe-E-Mails herausfiltert.

Blocker-Technik auf dem Vormarsch bei großen Anbietern

„Wir stören uns vor allem an der AOL-Werbung, in der Pop-ups mit Spam gleichgesetzt werden", sagt Marcus Englert, Geschäftsführer von Sevenone Intermedia. Aufzuhalten scheinen die Blocker wohl nicht mehr zu sein, denn große Internet-Unternehmen wie Google oder Altavista bieten ihren Kunden diese Technik inzwischen ebenfalls an. Google-Nutzer können sich die Funktion mit Hilfe der "Google-Toolbar" mit wenigen Handgriffen in den Internet Explorer von Microsoft integrieren. Auch in den Browser von T-Online lassen sich Pop-up-Blocker wie Webwasher integrieren.

Die Online-Werbebranche läuft inzwischen Sturm gegen diese Blocker. "Durch das automatische Blockieren der Pop-up-Werbung (...) greifen Sie unmittelbar und nachhaltig in unsere Finanzierungsgrundlage ein“, beschwerte sich RTL New Media Anfang des Monats bei AOL. Sevenone Intermedia sieht in den Blockern eine Wettbewerbsverzerrung: "Die Wirksamkeit des "Pop-up-Blockers" ist insbesondere nur auf die Angebote Dritter ausgerichtet, die entsprechende Werbung von AOL - auch auf "fremden" Seiten" - bleibt weiterhin angezeigt", lautet der Vorwurf aus München.

Stan Laurent, Geschäftsführer von AOL Deutschland, ist anderer Meinung: "Uns geht es um Kundenschutz: Wenn sich der Nutzer entscheidet, daß er keine Pop-ups mehr sehen will, geben wir ihm dafür ein Instrument an die Hand." Laurent sieht sich im Recht: "Nervende Werbung ist schlechte Werbung. Nach unserer Auffassung kann ein Instrument, das Internetnutzer vor unerwünschter Werbung schützt, nicht unrechtmäßig sein." Martin Michel, Geschäftsführer des Vermarkters IP Newmedia, hält dagegen: "Grundsätzlich unterstützen wir das Thema ,Werbeverbesserung' im Internet. Die einseitige Verbannung gängiger Werbemittel durch einzelne Anbieter ist aber kontraproduktiv."

Quelle: ht., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2003, Nr. 249 / Seite 21
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Böses Spiel

Von Holger Steltzner

Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren. In den Geberländern wächst die Wut der Steuerzahler, wenn Hilfsgelder nach Griechenland nur auf Durchreise sind, um andernorts Finanzanlagen zu retten oder Hauspreise zu treiben. Mehr 1 13

28.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.323,19 −0,26%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.376,76 −0,07%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2535 −0,31%
Rohöl Brent Crude 107,43 $ +0,54%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.