27.09.2007 · Schon jetzt stellt Google weltweit knapp 20 Mitarbeiter pro Tag ein. Nun will die Internetsuchmaschine seine Belegschaft besonders in Europa aufstocken. Angelockt werden die Mitarbeiter mit Aktienoptionen, einer Betriebsrente und einer Vielzahl sozialer Nettigkeiten.
Von Holger SchmidtDie Internetsuchmaschine Google stockt die Belegschaft an ihren Standorten in Europa kräftig auf. „Wir suchen vor allem talentierte Softwareentwickler“, sagte eine Google-Sprecherin, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen. Zurzeit beschäftigt Google rund 2500 seiner mehr als 14.000 Mitarbeiter in Europa, davon rund 150 in Deutschland an den Standorten Hamburg, München, Frankfurt, Berlin und Düsseldorf. Diese Zahl wird aber bald steigen, denn Google wird in wenigen Wochen ein eigenes Entwicklungszentrum in München eröffnen. Dort hatte Google bereits im Jahr 2006 das Unternehmen Brunet übernommen, das sich auf Software für Mobiltelefone spezialsiert hat.
Google unterhält mehr als 25 Forschungs- und Entwicklungszentren in aller Welt, davon elf in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Diese befinden sich in London, Aarhus (Dänemark), Trondheim (Norwegen), Lulea (Schweden), Krakau (Polen), Moskau und St. Petersburg (Russland), Haifa und Tel Aviv (Israel), Zürich und Dublin. Die Ingenieure in Europa, Russland und Israel arbeiten vor allem am Landkartendienst Google Maps und an mobilen Anwendungen.
Neuer europäischer Forschungsleiter
Um die Forschung und Entwicklung in Europa zu stärken, hat Google jetzt Nelson Mattos als europäischen Forschungsleiter eingestellt. Von der Google-Niederlassung in Zürich aus wird Mattos für technische Projekte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie für lokale Produktentwicklung und Produktinnovationen zuständig sein. Vor seinem Eintritt bei Google war Mattos 15 Jahre lang für den amerikanischen Computerkonzern IBM tätig.
Google setzt bewusst auf regionale Forschungszentren. „Mein Job wäre viel einfacher, wenn alle Ingenieure hier am Firmensitz in Mountain View angesiedelt werden. Aber das Modell funktioniert im Internetzeitalter nicht mehr. Wir können zwar in Amerika Produkte entwickeln, die in Amerika gut funktionieren, aber das heißt noch lange nicht, dass sie überall gut funktionieren“, sagte Alan Eustace, der Googles Forschung und Entwicklung verantwortet, der F.AZ.
20 neue Mitarbeiter pro Tag
„Beispiel Korea. Dort ist unser Marktanteil niedriger als der Anteil der Wettbewerber. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr Softwareingeniere dort eingestellt, um die lokalen Marktbedingungen zu verstehen. Es gibt aber auch Länder, in denen haben wir 90 Prozent Marktanteil, aber das Suchergebnis ist sehr schlecht, weil es nicht an die lokalen Bedingungen angepasst ist“, sagte Eustace. Jedes Zentrum stelle talentierte Computerwissenschaftler ein.
Google stellt rund 20 Mitarbeiter in aller Welt ein – am Tag. Zwischen April und Juni stieg die Zahl der Mitarbeiter um fast 13 Prozent auf 13.786 Vollzeitbeschäftigte. Das Einstellungstempo von Google hat aber auch schon Kritik ausgelöst: „Die (Google-)Leute haben Geld ausgegeben wie betrunkene Matrosen“, sagte Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein anlässlich der jüngsten Quartalszahlen der Suchmaschine, die – für Google-Maßstäbe – geringe 28 Prozent Gewinnzuwachs auswiesen. Google lockt die Mitarbeiter mit attraktiven Aktienoptionen, einer Betriebsrente und einer Vielzahl sozialer Nettigkeiten wie kostenloses Essen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.539,90 | +0,68% |
| EUR/USD | 1,2473 | −0,54% |
| Rohöl Brent Crude | 106,53 $ | −0,68% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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