11.06.2007 · "Komplett" heißt das Zauberwort im DSL-Markt. Um die Komplettpakete aus Telefon- und DSL-Anschluss anbieten zu können, verbünden sich die Unternehmen mit alternativen Netzbetreibern. Nur United Internet kehrt wohl zur Telekom zurück.
"Komplett" heißt das aktuelle Zauberwort unter den Anbietern schneller DSL-Internetzugänge. Gemeint sind Komplettpakete aus Telefon- und DSL-Anschluss, einschließlich der zugehörigen Pauschaltarife für das Telefonieren und Surfen im Internet. Sie sind zurzeit der Renner im DSL-Markt. Anbieter mit eigenen Netzen wie Arcor, Hansenet und Versatel setzen schon lange mit Erfolg auf diese Pakete und haben sowohl die Deutsche Telekom als auch die Konkurrenten United Internet (1&1), Freenet und Tele 2 zum Nachziehen gezwungen. Deren langjähriges Geschäftsmodell, DSL-Anschlüsse der Telekom unter eigenem Namen zu verkaufen, kommt seit einigen Monaten bei den Kunden weniger gut an.
Partnerschaft mit Telefónica und QSC
Da die Wiederverkäufer über keine eigene Infrastruktur verfügen, suchen sie sich Partner wie Telefónica Deutschland oder das Kölner Unternehmen QSC, deren Netze - ebenso wie bei Arcor oder Hansenet - aber nicht flächendeckend ausgebaut sind. Daher wird regional differenziert: In den Ballungsgebieten werden Komplettanschlüsse verkauft, in den ländlichen Gebieten muss weiter mit der Telekom kooperiert werden.
Freenet ist schon vor einigen Monaten als Komplettanbieter gestartet und verkauft diese Pakete inzwischen schon an die Hälfte seiner neuen DSL-Kunden. Tele 2 legt mit dem neuen Geschäftsmodell jetzt los, und 1&1 wird im Juli nachziehen. Der Netzpartner wird dann wohl Telefónica heißen. Mit dem Unternehmen hat 1&1 bisher schon DSL-Anschlüsse mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 16 Megabit je Sekunde angeboten.
Deutsche Telekom bleibt Partner von United Internet
Die Wahl von Telefónica wirft die Deutsche Telekom als Netzbetreiber aber sicher nicht endgültig aus dem Rennen. Dafür sind die Beziehungen zwischen der Telekom und United-Internet-Chef Ralph Dommermuth viel zu gut. Wahrscheinlich schon im Herbst, spätestens aber bei der Vermarktung des VDSL-Glasfasernetzes der Telekom ist wieder mit einer Zusammenarbeit der langjährigen Partner zu rechnen.
Unterdessen haben nur Arcor und Hansenet auf die Preissenkung der Telekom reagiert. Sie haben ihre Tarife für die Einsteiger- und Standardpakete um jeweils 5 Euro je Monat gesenkt. In der Vergangenheit haben meist alle Anbieter die Preisrunden mitgemacht, so dass am Ende das Preisgefüge wieder gleich war. Der Preisverfall hat zwar den Markt angekurbelt, aber den Durchschnittsumsatz je Kunde gesenkt.
United Internet nimmt weiteres schwaches Quartal in Kauf
Dass die Wiederverkäufer die jüngste Senkung nicht mehr mitgemacht haben, zeigt, dass der Spielraum in ihrem Geschäftsmodell geschrumpft ist. 1&1 wird wohl erst mit der Einführung der Komplettpakete auf die Tarifsenkung reagieren und nimmt damit in Kauf, nach dem ersten auch das zweite Quartal mit einem vergleichsweise geringen Neukundenwachstum abzuschließen. Zwischen Januar und März hatte 1&1 nur 90 000 DSL-Kunden unter Vertrag genommen, während Arcor 245 000 Kunden und Hansenet mehr als 100 000 Kunden dazugewonnen haben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.539,90 | +0,68% |
| EUR/USD | 1,2473 | −0,54% |
| Rohöl Brent Crude | 106,53 $ | −0,68% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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