16.10.2005 · Der Handel im Internet wächst kräftig. Besonders erfolgreich sind die amerikanischen Unternehmen: Ebay bleibt Spitzenreiter, aber Amazon wird nach Schätzung der GfK in diesem Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz in Deutschland erzielen.
Den deutschen Online-Händlern geht es gut. Mit durchschnittlich 17 Prozent Umsatzwachstum im ersten Halbjahr 2005 gegenüber dem Vorjahr setzten sich die Onliner klar von den stationären Händlern ab, die mit der Zurückhaltung der Konsumenten zu kämpfen haben.
Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) führt der Internet-Marktplatz Ebay die Rangliste der E-Commerce-Anbieter mit großem Vorsprung an. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Marktplatz Güter im Wert von 7,6 Milliarden Dollar gehandelt. Ebay wächst aber immer noch schneller als der Markt.
Amazon entfernt sich von Otto, Quelle und Neckermann
Die von der GfK befragten Internetnutzer gaben an, ihren Ebay-Umsatz in der ersten Jahreshälfte um 22 Prozent erhöht zu haben. Die Rückrechnung auf das tatsächliche Geschäft scheint gut zu funktionieren, denn Ebay hatte für das zweite Quartal einen Anstieg des Handelsvolumens um 21 Prozent berichtet.
Die GfK-Zahlen erlauben auch einen Rückschluß auf das Geschäft des Online-Händlers Amazon, der selbst keine Angaben über deutsche Geschäftsergebnisse macht. Nach diesen Daten haben die Nutzer im ersten Halbjahr 24 Prozent mehr für Amazon-Bestellungen ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr erreichte Amazon einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro.
Wird die Wachstumsrate des ersten Halbjahrs auf den Umsatz des Jahres 2004 übertragen, „wird der Umsatz von Amazon im Jahr 2005 voraussichtlich deutlich über einer Milliarde Euro liegen“, heißt es bei der GfK. Amazon entfernt sich nach Berechnungen der Marktforscher von den deutschen Online-Pionieren Otto, Quelle und Neckermann, die langsamer wachsen.
Breitbandtechnik kann E-Commerce ankurbeln
Trotz der Zuwächse entfallen bisher nur etwa 2 Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens auf das Internet. „Wir warten immer noch auf den großen Durchbruch“, sagt Manfred Schwaiger vom Institut für marktorientierte Unternehmensführung an der Universität München.
Schwaiger untersucht die Entwicklung des E-Commerce auf lange Sicht. „Bis zum Jahr 2020 werden 20 bis 25 Prozent des Handels im Netz stattfinden“, hat Schwaiger mit einer Expertenbefragung herausgefunden. Allerdings reichten die aktuell zu beobachten Wachstumswerte nicht aus, um diese Anteile zu erreichen.
Allerdings kann die Breitbandtechnik den E-Commerce ankurbeln. In den meist städtischen Regionen, in denen Breitbandzugänge weit verbreitet sind, wird deutlich mehr im Internet bestellt als in ländlichen Regionen, in denen Schmalbandverbindungen vorherrschen, haben Marktforscher herausgefunden. Da die Zahl der Breitbandanschlüsse in diesem Jahr auf rund zehn Millionen in Deutschland hochschnellen wird, könnte der Handel im Netz ebenfalls einen Schub bekommen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |