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Internet ARD will sich online mit Verlagen vernetzen

31.10.2007 ·  Die durch Gebühren subventionierte Online-Expansion der öffentlich-rechtlichen Sender ist heftig umstritten. Auf die Kritik reagiert die ARD nun mit einem Angebot: Sie will Beiträge für die Online-Angebote der Zeitungen zur Verfügung stellen.

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Die Debatte über den Auftritt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Internet gerät in Bewegung. Auf die Kritik an der durch Gebühren subventionierten Online-Expansion der öffentlich-rechtlichen Sender reagiert die ARD nun mit einem Angebot: Sie will Beiträge für die Online-Angebote der Zeitungen zur Verfügung stellen.

Peter Boudgoust, Intendant des Südwestrundfunks und innerhalb der ARD für das Internet zuständig, antwortet in der „Süddeutschen Zeitung“ von diesem Mittwoch auf den F.A.Z.-Mitherausgeber Frank Schirrmacher. Schirrmacher hatte in seiner Dankesrede anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache 2007 den massiven Ausbau des Internet-Angebots von ARD und ZDF kritisiert: „Die öffentlich-rechtlichen Systeme haben begonnen, im Internet zu veröffentlichen; und das mit einem Etat im Rücken, der dem Staatshaushalt eines baltischen Landes entspricht. Sie verfassen Rezensionen im Internet, Kommentare und Tagebücher. Noch ist es nicht soweit. Doch wenn diese gebührenfinanzierten Angebote weiter ausgebaut werden, sind die Zeitungen, die sich durch den Markt finanzieren, wirklich bedroht.“ (siehe auch: Wie das Internet den Menschen verändert).

Rundfunk im Internet

Der SWR-Intendant Boudgoust übt nun seinerseits Kritik an der privatwirtschaftlichen Konkurrenz. „Was die Verleger mit Onlinezeitung meinen (und machen), ist Rundfunk im Internet. Darin liegt kein Vorwurf. Warum sollen wir etwas dagegen haben, dass auch die Zeitungen Videos ins Netz stellen? Sie gehen dorthin, wo jugendliche Nutzer sind - nicht anders als wir. Aber nun umgekehrt den Rundfunkveranstaltern vorzuhalten, dass sie, den Mediennutzungsgewohnheiten der jüngeren Generation folgend, auch im Internet weiterhin ihren Auftrag erfüllen, ist nicht nur verkehrte Welt, sondern - mit Verlaub - Chuzpe.“

Das gemeinsame Problem von Qualitätszeitungen und öffentlich-rechtlichen Sendern, so Boudgoust weiter, sei die schwindende Nutzung traditioneller Medien durch die junge Generation. „Statt uns medienpolitisch zu bekriegen, sollten wir uns eher miteinander vernetzen“, schlägt der Intendant vor. So könnte zum Beispiel „die ARD Nachrichten- und Magazinbeiträge für die Online-Angebote der Zeitungen zur Verfügung stellen. Über die Details muss man reden, klar aber ist: ARD und ZDF wollen im Internet kein Geld verdienen, sie sind ja durch Gebühren finanziert. Wir sind also keine wirtschaftliche Konkurrenz der Zeitungen, wir sind ihre Partner - wenn sie es wollen.“

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