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Internet Arcor attackiert die Telekom

28.10.2004 ·  Das Telekommunikationsunternehmen senkt seine Internet-Tarife um bis zu 50 Prozent, um der Deutschen Telekom Paroli bieten zu können. Zusätzlich bietet Arcor den ersten Pauschaltarif für Festnetzgespräche an.

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Das Telekommunikationsunternehmen senkt die Preise für den schnellen DSL-Internetanschluß und den Zugangstarif um bis zu 50 Prozent, um der Deutschen Telekom Paroli bieten zu können. „Wir läuten mit unserer Tarifoffensive eine neue Phase des Festnetzwettbewerbs ein“, sagte der Arcor-Vorstandsvorsitzende Harald Stöber.

Nach Angaben des Unternehmens kostet die Kombination aus einem ISDN-Telefonanschluß und einem DSL-Internetanschluß künftig nur noch 29,95 Euro je Monat. Darin sind 1000 Megabyte Übertragungsvolumen bereits enthalten. Für den DSL-Pauschaltarif (Flatrate) für unbegrenzte Internet-Nutzung berechnet Arcor künftig 9,95 Euro je Monat, unabhängig von der Geschwindigkeit des DSL-Anschlusses. Wettbewerber wie T-Online verlangen zwischen 29,95 und 49,95 Euro für einen solchen Pauschaltarif.

Erster Pauschaltarif für Festnetzgespräche

Als erster bundesweiter Anbieter führt Arcor auch einen Pauschaltarif für Festnetzgespräche ein. Für 19,95 Euro im Monat können die Kunden künftig unbegrenzt in das deutsche Festnetz telefonieren. Arcor-Kunden telefonieren untereinander kostenlos. „Mit dieser Telefon-Flatrate sind wir bundesweit Allein-Anbieter“, sagte Stöber.

Arcor ist neben der Deutschen Telekom einziger überregionaler Anbieter von Telefon- und Internetanschlüssen. Das Unternehmen bietet die Anschlüsse in rund 220 Städten an und deckt damit nach eigenen Angaben rund 40 Prozent der Bevölkerung ab. Nach Schätzungen von Branchenkennern haben bisher rund 500.000 Kunden ihren kompletten Telefonanschluß zu Arcor verlagert. Rund 200.000 Kunden nutzen auch den DSL-Anschluß des Unternehmens. Viele Kunden zögern aber, ihren kompletten Anschluß von der Telekom zu Arcor zu verlagern, da die beliebte Möglichkeit der fallweisen Nutzung günstiger Anbieter (Call-by-Call) entfällt. Auch im DSL-Geschäft hat Arcor gegenüber Marktführer T-Online, aber auch Wettbewerbern wie United Internet und AOL deutlichen Rückstand.

Scharfer Wettbewerb wird weiter angestachelt

Mit den neuen Tarifen reagiert Arcor auf den scharfen Wettbewerb auf dem Telefon- und Internetmarkt, vor allem in den Großstädten. In Hamburg hat der Anbieter Hansenet mit dem Angebot eines Komplettpreises für Telefon und DSL-Internet den Konkurrenten Telekom und Arcor deutliche Marktanteile abgenommen. Hansenet gehört inzwischen zum italienischen Telekommunikationskonzern Telecom Italia und wird mit finanzieller Hilfe der Italiener zum 1. Februar 2005 auch in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, München und Lübeck an den Start gehen. In allen Städten soll der gleiche Preis wie in Hamburg verlangt werden. Auch der Anbieter Versatel, der in Großstädten wie Berlin, München, Nürnberg und Hamburg sowie in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein aktiv ist, stachelt den Wettbewerb mit Komplettpreisen für Telefon und Internet an.

Quelle: ht., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2004, Nr. 253
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Von Johannes Ritter

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