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Internet-Apotheken Doc Morris steigert Umsatz auf 150 Millionen Euro

Die Internet-Apotheke Doc Morris hat ihren Umsatz in vergangenen Jahr um rund 15 Prozent auf 150 Millionen Euro gesteigert und das operative Ergebnis verdreifacht. 2006 soll das Wachstum wieder höher ausfallen.

© Ralf Däinghaus, Chef von Doc Morris

Die Internet-Apotheke Doc Morris hat ihren Umsatz in verganegnen Jahr um rund 15 Prozent auf 150 Millionen Euro gesteigert. "Nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre bestand die Notwendigkeit zur Konsolidierung. Wir haben das Jahr 2005 genutzt, um die Apotheke auf die Erfordernisse eines großen Versandunternehmens einzustellen. 2006 rechnen wir wieder mit höheren Zuwächsen. Die Zeiten dreistelliger Wachstumsraten sind aber vorbei", sagte Finanzvorstand Christoph Jennen dieser Zeitung. Das Potential für den Versandhandel mit Medikamenten ist nach Einschätzung des Unternehmens erst zu einem Bruchteil ausgeschöpft: "Mittelfristig werden - laut Expertenschätzungen - Versandapotheken bis zu 8 Prozent des Gesamtapothekenmarkts ausmachen, der derzeit ein Volumen von 32,5 Milliarden Euro hat", sagte der Vorstandsvorsitzende Ralf Däinghaus.

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Das Unternehmen, das 330 Mitarbeiter beschäftigt, arbeitet nach eigenen Angaben profitabel, veröffentlicht aber keine konkreten Zahlen. "Das operative Ergebnis wird sich 2005 verdreifachen. Auch im kommenden Jahr werden wir uns auf profitables Wachstum konzentrieren", sagte Jennen. 2006 will Doc Morris verstärkt in das Marketing investieren.

Doc Morris mit Sitz im niederländischen Heerlen hat die Zahl seiner Kunden um 150 000 auf 700 000 Kunden erhöht und ist damit klarer Marktführer unter den Internet-Apotheken. Die meisten Kunden des im Jahr 2000 gegründeten Unternehmens sind chronisch Kranke, die regelmäßig Medikamente benötigen. "Jeden Tag verlassen 4000 bis 5000 Pakete unser Lager. 80 Prozent davon schon am Tag des Bestelleingangs", sagte Jennen.

... mit Diabetikern, Rheumatikern und Asthmatikern

Um 2006 mindestens ebenso viele neue Kunden zu gewinnen, plant Doc Morris ein Programm für Diabetiker, Rheumatiker und Asthmatiker. "Diese drei Gruppen sind erst der Anfang unserer Chronikersegmentstrategie", sagte Jennen. Mit gezielten Dienstleistungen und mehr Produkten für diese Zielgruppen geht Doc Morris künftig auf Kundenfang. Bedarf, zusätzliche finanzielle Anreize gegenüber den stationären Apotheken zu bieten, sieht Jennen nicht. "Mit unserem Angebot, daß die Kunden nur die halbe Zuzahlung für ein rezeptpflichtiges Medikament leisten müssen, fühlen wir uns gut aufgehoben. Chronisch Kranke sparen damit im Durchschnitt 20 Euro je Bestellung", sagte Jennen. Internet-Apotheken mit Sitz in Deutschland dürfen die Zuzahlung nicht senken. Konkurrenten wie die Versandapotheke Zur Rose aus Halle in Sachsen-Anhalt geben ihren Kunden daher einen 5-Euro-Einkaufsgutschein je Rezept, um konkurrenzfähig zu sein.

In Deutschland sind weit mehr als 1000 Internet-Apotheken zugelassen. Der Großteil sind allerdings kleine Anbieter. Neben Doc Morris erzielen nur wenige Unternehmen wie Zur Rose, Sanicare, Mycare oder die Europa Apotheek aus dem niederländischen Venlo nennenswerte Umsätze. Neue Konkurrenten in diesem Markt erwartet Jennen nicht. "Wenn das Fremdbesitzverbot für Apotheken erhalten bleibt, ändert sich auch an der Marktstruktur nichts", erwartet Jennen. Das Fremdbesitzverbot schreibt vor, daß Apotheker, die eine öffentliche Apotheke in Deutschland betreiben wollen, diese auch persönlich und eigenverantwortlich führen müssen.

Quelle: F.A.Z., 30.12.2005, Nr. 304 / Seite 15

 
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