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Internet 10 Prozent der Medienzeit fließt ins Internet

 ·  In nur zehn Jahren hat das Internet die Printmedien in der Gunst der Deutschen klar überflügelt. Drei Viertel der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49 Jahre alten Menschen surfen inzwischen im Netz.

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In nur zehn Jahren hat das Internet die Printmedien in der Gunst der Deutschen klar überflügelt. Drei Viertel der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49 Jahre alten Menschen surfen inzwischen im Netz. Im Durchschnitt nutzt jeder Deutsche das Internet jeden Tag 49 Minuten, liest 22 Minuten Zeitung, sieht 156 Minuten fern und hört 160 Minuten Radio.

Obwohl das Internet nach wie vor stark zulegt, bleibt die Nutzung der traditionellen Medien weitgehend konstant. Zum Beispiel lesen Internet-Nutzer genauso lange Zeitung wie die Nicht-Nutzer, hat die achte Timebudget Studie von Sevenone Media und Forsa ergeben. "Die Zeit, die die Deutschen online verbringen, ist also zusätzliche Medienzeit und geht nicht zu Lasten der anderen Medien", sagt Daniel Haberfeld, Forschungsleiter von Sevenone Media.

Anstieg der Medienzeit wieder beschleunigt

Nach dem jüngsten Anstieg, der sich nach einer Wachstumsdelle im vergangenen Jahr jetzt wieder beschleunigt, hat das Internet einen Anteil von 10 Prozent an der Medienzeit erreicht. Das ist fünfmal mehr als 1999. Zusammen mit Fernsehen und Radio ist die Nutzung der elektronischen Medien in den vergangenen vier Jahren um rund 30 Prozent gestiegen, haben die Forscher mit ihrer Studie herausgefunden. Die Printmedien-Nutzung ist in diesem Zeitraum konstant geblieben und hat nicht unter dem Aufstieg der elektronischen Medien gelitten.

Das Internet scheint auch dem Fernsehen nicht zu schaden. Trotz der steigenden Verbreitung schneller DSL-Anschlüsse schauen die Internet-Nutzer nur zehn Minuten weniger fern als die Gesamtbevölkerung. Zu Zeiten der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 betrug der Unterschied sogar nur eine Minute. Lediglich Radio hören die Internet-Nutzer immer weniger.

Schwerpunkt der Nutzung liegt auf den elektronischen Medien

Insgesamt nutzen die Deutschen jeden Tag mehr als acht Stunden lang Medien, zum Teil allerdings parallel. Der Schwerpunkt liegt aber klar auf den elektronischen Medien. "Beachtlich ist in diesem Zusammenhang die Aufteilung der Werbeinvestitionen in die Mediengattungen. 24,9 Prozent der Werbeinvestitionen entfallen auf die Tageszeitungen und Beilagen, weitere 15,8 Prozent auf Zeitschriften", sagt Haberfeld.

Im Tagesverlauf liegt die Internet-Nutzung zwischen 9 und 20 Uhr vergleichsweise konstant hoch. Der Höhepunkt wird um 18 Uhr erreicht; dann sitzt jeder vierte Deutsche vor dem Internet-Bildschirm. Nach 20 Uhr hat aber auch das Netz keine Chance mehr gegen das Fernsehen. Zwischen 20 und 22 Uhr sitzen 70 Prozent der Deutschen vor dem Fernsehgerät. "Insgesamt zeigt die Nutzungskurve des Internet ein hohes Cross-Media-Potential vor allem mit dem Fernsehen und dem Radio. Zusammen mit der Tatsache, daß das Internet häufig parallel mit diesen beiden Medien genutzt wird, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, Fernsehzuschauer und Radiohörer auf Inhalte im Internet hinzuweisen", sagt Haberfeld.

Gesundheit, Wirtschaft, Wetter - das Internet gewinnt an Bedeutung

Auf der Suche nach Informationen setzen die Menschen die verschiedenen Medien gezielt ein: Für Wirtschaftsinformationen greifen die Deutschen zuerst zur Zeitung. Politische Informationen und Sportnachrichten suchen die Menschen zuerst im Fernsehen. Das Internet ist für die Information über Reisen inzwischen die erste Wahl. Das Netz hat das Fernsehen dank der Tauschbörsen beim Thema Musik überholt. Auch in den Themen Gesundheit, Wirtschaft und Wetter gewinnt das Internet als Erstinformationsquelle rapide an Bedeutung, haben die Forscher herausgefunden.

Neben den objektiven Meßkriterien haben die Forscher auch die subjektive Wichtigkeit der Medien erfragt. Das wichtigste Medium ist für die meisten Deutschen das Fernsehen. Die Wichtigkeit des Internet ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen und hat bereits die Zeitschrift und das Buch überflügelt. Vor die Frage gestellt, auf welches Medium die Menschen nicht verzichten wollten, antworten 37 Prozent das Fernsehen, 25 Prozent das Internet, 18 Prozent das Radio, 8 Prozent das Buch und 7 Prozent die Tageszeitung.

Quelle: ht., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2003, Nr. 273 / Seite 21
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