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Informationstechnik Papierlose Bücher aus Dresden

05.01.2007 ·  In Dresden entsteht das erste Werk für tragbare und biegsame Bildschirme. „Silicon Saxony“ setzte sich im Wettbewerb um eine der größten Finanzierungen in der Geschichte des europäischen Wagniskapitals gegen Sinagpur durch.

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In Dresden soll das erste Werk für die Herstellung tragbarer und biegsamer Bildschirme zum Lesen elektronischer Druck-Erzeugnisse entstehen. Wie das britische Unternehmen Plastic Logic in Cambridge mitteilte, haben Investoren unter Führung der Beteiligungsgesellschaften Oak Investment Partners und Tudor Investment Corporation für das Projekt 100 Millionen Dollar (75 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt.

Die Summe sei eine der größten Finanzierungen in der Geschichte des europäischen Wagniskapitals. Daran beteiligten sich auch die bisherigen Geldgeber Amadeus, Intel Capital, Bank of America, Quest for Growth, Merifin Capital und BASF Venture Capital. BASF hatte vor etwa einem Jahr eine Million Pfund in Plastic Logic investiert.

„Silicon Saxony“ obsiegt gegen Singapur

Die Produktion in Dresden werde 2008 den Betrieb aufnehmen, teilten die Briten mit. Die Anfangskapazität betrage eine Million sogenannter Display-Module im Jahr. Der Markt werde bis 2010 auf 41,6 Millionen mobiler elektronischer Lesegeräte steigen. Das Umsatzvolumen mit sogenanntem elektronischen Papier (E-Paper) schätzt die Gesellschaft für 2015 auf 30 und für 2025 auf 250 Milliarden Dollar.

Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums wird Plastic Logic in Dresden rund 140 direkte Arbeitsplätze schaffen. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) sagte, Sachsen habe sich im internationalen Wettbewerb gegen Regionen wie Singapur durchgesetzt. "Das ist für mich eine Bestätigung, dass der Mikroelektronikstandort Sachsen weltweit in der ersten Liga spielt." Die Region um Dresden, die als "Silicon Saxony" vermarktet wird, versteht sich als wichtigstes Halbleiter-Zentrum in Europa. In diesem Jahr soll die Beschäftigtenzahl auf 9000 Mitarbeiter steigen.

Halbleiter aus Plaste

Plastic Logic ist eine Ausgründung aus dem Cavendish Labor der Universität Cambridge und beschäftigt bisher 60 Personen. Es hat Halbleiter aus Plastik statt aus dem herkömmlichen (und teuren) Material Silizium entwickelt. Diese Mikrochips will Plastic Logic in Dresden erstmals im industriellen Maßstab fertigen. Die auch "Kunststoff-Elektronik" genannte Technik soll in papierartigen Lesegeräten für elektronische Zeitungen, Bücher und andere Lektüre Anwendung finden. Die leichten und robusten Bildschirme sehen wie Zeitschriften mit einem etwas dickeren Rücken aus, in dem die Elektronik steckt. ,,Unsere Displays werden elektronische Leseprodukte ermöglichen, die sich so bequem und natürlich lesen lassen wie Papier. Egal, ob am Strand, in der Bahn oder zu Hause auf dem Sofa", sagte John Mills, der Betriebsleiter von Plastic Logic. Die Batterie reiche für Tausende von Seiten aus, so dass der Nutzer das Ladegerät zu Hause lassen könne.

Quelle: itz., F.A.Z., 05.01.2007, Nr. 4 / Seite 17
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