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Informationstechnik Im E-Business rollt die zweite Investitionswelle

26.06.2006 ·  Deutsche Unternehmen investieren wieder kräftig in elektronische Geschäftsprozesse. Das Investitionsklima weist den höchsten Wert auf, den die Studie "E-Business Barometer" bisher gemessen hat.

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Deutsche Unternehmen investieren wieder kräftig in elektronische Geschäftsprozesse. Das Investitionsklima weist den höchsten Wert auf, den die Studie "E-Business Barometer" des Branchenverbandes Bitkom und des Bundeswirtschaftsministeriums bisher gemessen hat. Vor allem in das Management der Kundenbeziehungen und Software zur Analyse von Geschäftsdaten (Business Intelligence) wollen die Unternehmen in diesem Jahr deutlich kräftiger als im Vorjahr investieren.

Mehr Geld soll auch in den Handel im Internet fließen, hat die Umfrage unter 364 deutschen Unternehmen aller Größenklassen ergeben. Denn die Investitionen der vergangenen Jahre scheinen sich jetzt auszuzahlen: Im Jahr 2005 wurden in Deutschland Waren und Dienstleistungen für 321 Milliarden Euro im Internet gehandelt; 90 Prozent davon entfallen auf Geschäfte zwischen Unternehmen (B2B). "Die Deutschen sind Europameister im B2B-Geschäft. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben die Unternehmen ihre Geschäftsprozesse digitalisiert", sagt Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Bitkom. Auch die Verbraucher finden den Einkauf per Mausklick gut: 32 Milliarden Euro haben sie 2005 im Netz ausgegeben, hat eine Studie des Marktforschungsinstituts Eito ergeben. Bis zum Jahr 2009 soll das Handelsvolumen im Internet auf knapp 700 Milliarden Euro in Deutschland steigen, sagen die Marktforscher voraus.

Die kleinen Unternehmen müssen einen Zahn zulegen

E-Business, weit definiert als die Nutzung innovativer Informations- und Kommunikationstechniken in Geschäftsprozessen, wird inzwischen von 70 Prozent der befragten Unternehmen eingesetzt. Vor zwei Jahren betrug dieser Wert 65 Prozent. Die Verbreitung hängt allerdings stark von der Größe des Unternehmens ab: Nur jedes zweite Kleinunternehmen bis 50 Beschäftigten befaßt sich bisher mit E-Business, während in der Gruppe der Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten nur 18 Prozent auf die innovative Technik verzichten. "Vor allem kleine und mittlere Unternehmen passen ihre Geschäftsprozesse zu langsam an. Sie müssen einen Zahn zulegen, um keine Wettbewerbsnachteile zu erleiden", kritisiert Harms.

Als besonders wichtig wird die Nutzung dieser elektronischen Geschäftsprozesse im Vertrieb und Marketing eingeschätzt, gefolgt vom Informationsmanagement, der Beschaffung, dem Kundendienst und der Logistik. Wenig Einfluß werden die innovativen Informations- und Kommunikationstechniken auf die Funktionen Personal, Forschung und Entwicklung sowie auf die Produktion haben, erwarten die befragten Unternehmen.

Dienstleister häufiger, Strategen seltener gefragt

In der Unternehmenspraxis dominieren heute als E-Business-Anwendungen die elektronische Auftragsabwicklung, das Management der Kundenbeziehungen und die elektronische Beschaffung. Allerdings werden sich die Schwerpunkte etwas verschieben: Viele Unternehmen investieren zur Zeit in Portale für Kunden und Mitarbeiter sowie das Management der Lieferantenbeziehungen. Dagegen spielen Online-Auktionen, Marktplätze, elektronische Ausschreibungen und der Einsatz in der Produktionssteuerung in den Planungen der Unternehmen keine wichtige Rolle. Als Hemmnisse für E-Business-Projekte werden vor allem der finanzielle Aufwand und die nötigen Restrukturierungen der Geschäftsprozesse aufgeführt.

Externe Dienstleister werden wieder stärker als in der Vergangenheit für die technische Umsetzung benötigt, während externe Strategiefachleute immer seltener gefragt sind.

Quelle: ht., F.A.Z., 26.06.2006, Nr. 145 / Seite 19
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