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Handy Apple schröpft T-Mobile

22.08.2007 ·  T-Mobile vertreibt in Deutschland exklusiv das iPhone. Dafür hat Apple der Telekom-Tochter offenbar massive Zugeständnisse abgerungen.T-Mobile muss zehn Prozent des Umsatzes an Apple abgeben. Das ist ein Novum in der deutschen Handybranche.

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Die Deutsche Telekom muss für den exklusiven Verkauf des Apple-Musikhandys iPhone einem Zeitungsbericht zufolge tief in die Tasche greifen. Die Mobilfunk-Tochter T-Mobile müsse ein Zehntel der mit den iPhone-Kunden erzielten Umsätze an Apple abtreten, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Mittwoch. Entsprechende Verträge hätten auch die Mobilfunkanbieter Orange für Frankreich und O2 für Großbritannien vor wenigen Tagen abgeschlossen. Das iPhone wird im Weihnachtsgeschäft erstmals in Deutschland und anderen Ländern Europas verkauft. T-Mobile wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Das iPhone gilt als wichtiger Baustein in der Strategie der Deutschen Telekom, auch für junge Leute wieder attraktiver zu werden. Zuletzt hatte der Konzern mit Congstar eine neue Mobilfunk-Marke gestartet, die bewusst auf den Namen und das Image der Telekom verzichtet, die bei jungen Menschen oft als altmodisch gilt. Eine Umsatzbeteiligung wäre ein Novum in der deutschen Handybranche. Eine solche Regelung wäre ein „Dammbruch“, zitierte die „FTD“ den Manager eines großen Handy-Herstellers. Die großen Handy-Hersteller Nokia, Samsung, Motorola oder SonyEricsson konnten solche Regelungen bislang nicht durchsetzen.

iPhone für 600 Euro

Bisher werden Handys in der Regel dank eines Zuschusses des Netzbetreibers für nur wenige Euro angeboten. Dafür muss der Kunde sich aber für meist zwei Jahre an einen Netzbetreiber binden. Das Geschäft rechnet sich für den Netzbetreiber meist erst in den letzten Monaten des Vertrags, bei niedrigen Umsätzen manchmal auch gar nicht. Apple will das iPhone laut „FTD“ je nach Variante für rund 500 oder rund 600 Euro anbieten. Dafür macht der Netzbetreiber vom ersten Telefonat an Gewinn. Dafür will Apple aber am Umsatz beteiligt werden.

Die Partnerschaften zwischen Apple und den verschiedenen europäischen Handy-Betreibern sollen dem Bericht zufolge Ende August auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin verkündet werden, die vom 31. August bis zum 5. September läuft. Allerdings ist nur die Deutsche Telekom auf der IFA präsent.
Deutsche Verbraucherschützer hatten die Apple-Strategie kritisiert, das iPhone nur einem Betreiber zu geben. Kunden anderer Mobilfunkbetreiber müssten deshalb für das Apple-Gerät den Anbieter wechseln und auch dessen jeweilige Tarife akzeptieren. Auch in den USA vertreibt Apple das iPhone mit einem einzigen Partner, dem Netzbetreiber AT&T. Apple ist auch dort am Umsatz beteiligt. Das iPhone verkauft sich in den USA ersten Zahlen zufolge sehr gut.

Absatzerwartungen werden vermutlich übertroffen

Einer Studie zufolge könne Apple im laufenden Quartal die eigenen Absatzerwartungen beim iPhone-Handy sogar übertreffen. Branchenexperten der Schweizer Bank UBS sagen für das Vierteljahr bis Ende September Verkäufe von mehr als 800.000 Geräten voraus. „Die Nachfrage nach dem iPhone bleibt solide, trotz einer typischen Abschwächung der Begeisterung nach dem Verkaufsstart und der allgemein extrem hohen Erwartungen“, schrieb UBS-Analyst Ben Reitzes in einer am Dienstagabend veröffentlichten Kurzstudie. Apple selbst hatte Ende Juli prognostiziert, im laufenden Quartal das millionste iPhone-Handy zu verkaufen nach 270.000 in den ersten beiden Verkaufstagen Ende Juni. Damit beläuft sich die Absatzerwartung für das Vierteljahr bis Ende September auf mindestens 730.000. Apple hatte die Kombination aus einem Mobiltelefon und dem digitalen Musikspieler iPod Ende Juni in den USA auf den Markt gebracht.

Der Erfolg des iPhones dürfte vor allem am Äußeren liegen. Es ist nur etwa einen Zentimeter dick. Die glatte Oberfläche wird fast vollständig von dem Display eingenommen, das sich mit Berührung steuern lässt. Nutzer können telefonieren, Musik hören, Videos ansehen, Email-Schreiben und Internet-Surfen. An der technischen Ausstattung des neuen Geräts gibt es aber auch Kritik. Denn die etablierten Handy-Bauer sind bei der Ausstattung mit ihrer Oberklasse schon weiter - während Apple eine Zwei-Mega-Pixel-Kamera eingebaut hat, setzt die Konkurrenz inzwischen mindestens auf die doppelte Auflösung. Zudem ist das iPhone bei der Datenübertragung eher langsam, was über die Mobilfunknetze das Herunterladen von Musik und Videos langwierig erscheinen lassen dürfte. Alternativ können sich Nutzer zwar über schnelle Wifi-Netze ins Netz einwählen. Die sind allerdings nicht überall verfügbar.

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Von Winand von Petersdorff

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