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Googles Plan zur Netzneutralität Die Angst vor dem Zweiklassen-Internet

Im Streit über die Netzneutralität haben Google und Verizon einen Vorschlag präsentiert: Breitbandbetreiber sollen den Datenverkehr nicht verlangsamen oder blockieren dürfen. Mobilfunkanbieter sollen davon ausgenommen bleiben - Netzaktivisiten fürchten ein Zweiklassen-Internet.

© dpa Vergrößern Netzneutralität: Angst vor einem Zweiklassen-Internet

Eigentlich müssten die beiden Unternehmen bei dem Thema Gegenspieler sein, aber bei der Netzneutralität bilden sie nun eine Allianz: Die Telekommunikationsfirma Verizon und der Internetkonzern Google haben einen Vorschlag unterbreitet, welche Regeln bei datenintensiven Anwendungen im Netz wie Video oder Telefonie in den Vereinigten Staaten angewandt werden sollen. Die Datenmengen im Internet werden immer größer - und die Bandbreite vor allem in Mobilnetzen erreicht ihre Grenzen, wie Nutzer von Smartphones in Städten wie San Francisco oder New York täglich schmerzvoll erfahren können (siehe Datenverkehr: Stau im Internet ).

Hinter der Netzneutralität steht der Gedanke einer gleichberechtigten Datenübertragung. Anbieter von schnellen Internet-Leitungen sollen keine Informationen blockieren oder verlangsamen dürfen. Zugleich sollen sie keine Gebühren dafür verlangen dürfen, einzelnen Kunden schnellere Leitungen zur Verfügung zu stellen, damit deren Daten den User zu Hause eher erreichen.

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Ausgenommen wären Mobilfunkanbieter

Nach dem Vorschlag von Google und Verizon soll Breitbandbetreibern verboten werden, Datenverkehr zu verlangsamen, zu blockieren oder höhere Gebühren dafür zu verlangen. Eine erkaufte Bevorzugung von Kunden sollte es nicht geben, sagten die Vorstandschefs Ivan Seidenberg (Verizon) und Eric Schmitt (Google) in einer Telefonkonferenz mit Journalisten am Montag. Ausnahmen soll es für Anwendungen geben, die vom öffentlichen Internet getrennt sind, etwa die Fernüberwachung von Patienten oder die Steuerung des Stromnetzes. Die Regeln soll die Aufsichtsbehörde FCC überwachen, die sich bis vor kurzem darum bemühte, einen Kompromiss unter den beteiligten Firmen zu erreichen. Als Strafe ist ein Betrag bis zu zwei Millionen Dollar vorgesehen. Ausgenommen wären Mobilfunkanbieter. Daran stören sich Aktivisten, die für einen freien und neutralen Zugang zum Netz plädieren. So sagt Gigi Sohn von der Vereinigung Public Knowledge, dass das mobile Internet geopfert werde - ausgerechnet jetzt, wo es eine immer wichtigere Rolle im Leben der Bürger spiele.

Infografik / Verkehrsvolumen im deutschen Breitbandnetz (mit Quellenangabe) © FAZ.NET Vergrößern

Besonders enttäuscht sind die Aktivisten von Google. Das Unternehmen setzte sich in den vergangenen Jahren leidenschaftlich für Netzneutralität ein. Vereinigungen wie Public Knowledge fürchten ein Zweiklassen-Internet, das für die Firmen schneller ist, die mehr Geld bezahlen können. Der Vorschlag von Google und Verizon verletze die Neutralität. Die Firmen weisen diese Vorwürfe zurück.

Netzbetreiber versus YouTube und Skype

Die nationale Bundeskommission für Kommunikation (FCC) hatte vergeblich versucht, eine Einigung zwischen Netzbetreibern und Internetunternehmen zu erwirken. Ihre Bemühungen erstreckten sich sowohl auf herkömmliche Zugänge wie Telefonleitungen und den Mobilfunk. Viele Firmen wollen gerade letzteren Bereich aus den Regelungen ausnehmen, weil sie ihn als lukratives Wachstumsfeld erachten, da immer mehr Menschen Smartphones wie den Blackberry oder das iPhone nutzen. Viele Telekommunikationsunternehmen wollen die Mobilfunkübertragung zudem von der Netzneutralität aussparen, um unter anderem gezielter gegen Viren oder Kinderpornografie vorgehen zu können.

Bei dem Theme der Netzneutralität stehen sich die Netzbetreiber und Anbieter von Dienstleistungen im Internet gegenüber. Die Netzbetreiber, in den Vereinigten Staaten etwa Verizon, AT&T oder Comcast, haben Milliarden in den Ausbau der Leitungen investiert. Diese wollen sie wieder reinholen. Zudem sollen normale Internetnutzer nicht unter den gigantischen Datenmengen von Vielnutzern leiden. Auf der anderen Seite stehen die Anbieter von Dienstleistungen wie Skype oder das zu Google gehörende Videoportal YouTube, dass mit seinen zunehmend hochauflösenden Filmen eine immer größere Bandbreite benötigt, um flüssiges Sehvergnügen zu garantieren. Diese Firmen befürchten, dass die Netzbetreiber bald Extragebühren von ihren Kunden kassieren könnten, wenn sie viele Gigabytes an Daten aus dem Netz saugen.

Quelle: FAZ.NET mit apn und Reuters

 
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Veröffentlicht: 10.08.2010, 12:56 Uhr


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