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Suchmaschine Amerikas Kartellwächter zielen auf Google

Die Internetsuche bringt Google den größten Teil seiner Umsätze. Nun gerät dieses Geschäft ins Visier der amerikanischen Wettbewerbsbehörde und mehrerer Bundesstaaten.

© dpa Vergrößern Die Suchmaschine Google

Dem Internetkonzern Google drohen auf seinem amerikanischen Heimatmarkt die bislang bedeutendsten Kartellermittlungen in seiner Geschichte: Medienberichten zufolge steht die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC kurz davor, eine formelle kartellrechtliche Untersuchung einzuleiten. Mehrere große amerikanische Bundesstaaten haben unabhängig voneinander Ermittlungen eingeleitet. Der amerikanische Senat versucht außerdem, den Vorstandsvorsitzenden Larry Page oder Verwaltungsratschef Eric Schmidt zu einer Anhörung vor einen Wettbewerbsausschuss zu zitieren.

Die FTC könnte den Berichten zufolge in den nächsten Tagen den formellen Startschuss für Ermittlungen geben, indem sie Google Anordnungen zur Vorlage von Informationen zukommen lässt. Die Behörde würde damit der EU-Kommission in Brüssel folgen, die schon im November vergangenen Jahres ein Kartellverfahren gegen Google eingeleitet hat. In beiden Fällen haben die Behörden das Kerngeschäft von Google mit der Internetsuche ins Visier genommen, das dem Konzern den größten Teil seiner Umsätze bringt. Es wird untersucht, ob Google seine marktbeherrschende Stellung in der Internetsuche zu Lasten seiner Konkurrenten missbraucht hat. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Frage, ob Google bei den Trefferlisten seiner Suchmaschine seine eigenen Angebote bevorzugt behandelt und weiter vorne plaziert und dafür konkurrierende Internetseiten nach hinten rutschen lässt. Von dieser Reihenfolge in den Ergebnislisten von Google hängt für Internetdienste viel ab: In Amerika entfallen zwei Drittel aller Anfragen in Suchmaschinen auf Google, in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist der Anteil sogar noch deutlich höher. Je weiter vorne eine Internetseite auf der Google-Trefferliste erscheint, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von Nutzern registriert und angeklickt wird.

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Die Ermittlungen in Europa gingen zunächst auf die Beschwerden einiger kleinerer Internetdienste zurück. Im März dieses Jahres hat auch der Softwarekonzern Microsoft, der die mit Google konkurrierende Suchmaschine Bing betreibt, bei der Europäischen Kommission eine Beschwerde eingereicht. Auch in Amerika versucht Microsoft, Stimmung gegen Google zu machen. Das Unternehmen ist Teil einer Organisation mit dem Namen „fairsearch.org“, die Google seit einiger Zeit wettbewerbsschädliches Verhalten vorwirft. Die Gruppe, zu der auch Reiseseiten wie Expedia oder Travelocity gehören, äußerte sich in einer Stellungnahme positiv zu den sich abzeichnenden kartellrechtlichen Ermittlungen.

Larry Page, Sergey Brin © AP Vergrößern Freude über den Börsengang: Die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page im Jahr 2004

Das Justizministerium erhob Einspruch gegen eine Allianz von Google mit Yahoo

Google muss sich schon seit einiger Zeit intensiv mit den Kartellbehörden auseinandersetzen. Bislang ging es dabei aber vor allem um die Prüfung von Übernahmen und Partnerschaften. So zogen sich die wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen von Akquisitionen des Werbevermarkters Admob oder des Reisespezialisten ITA lange hin. Im Jahr 2008 erhob das amerikanische Justizministerium Einspruch gegen eine geplante Allianz von Google mit dem Wettbewerber Yahoo für die Internetsuche. Die nun bekanntgewordenen Untersuchungen erreichen aber eine neue Dimension, weil sie auf das Kerngeschäft von Google abzielen.

Neben der Bundesbehörde FTC haben auch die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten New York, Kalifornien und Ohio Untersuchungen gegen Google angestoßen, die allerdings noch in einem frühen Stadium sind. In Texas gibt es schon seit vergangenem Jahr Ermittlungen. Google hat sich bislang nicht zu den Medienberichten um die neuen Kartellstreitigkeiten geäußert. Beim Start des Verfahrens in Europa hat der Konzern allerdings die Vorwürfe zurückgewiesen.

Quelle: F.A.Z.

 
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