http://www.faz.net/-gqm-74tdi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 05.12.2012, 08:36 Uhr

Neuer Google-Dienst Mehr Informationen mit dem „Knowledge Graph“

Mit dem „Knowledge Graph“ bietet Google dem Nutzer künftig weitere Informationen zu den herkömmlichen Suchergebnisse an. Damit rückt das Internetunternehmen die Suche noch enger an die Werbewirtschaft.

von
© REUTERS Google-Vorstandsvorsitzender Larry Page

Larry Pages’ Geschäft als Google-Vorstandsvorsitzender ist es, Antworten zu liefern. Täglich tragen Millionen Menschen seiner Suchmaschine ihre Anliegen vor. Doch im Oktober reagierte Page zurückhaltend auf die Frage nach einem der wichtigsten Zukunftsprojekte des Suchmaschinenkonzerns. Wie es denn mit der semantischen Suche vorangehe, erkundigte sich ein Analyst nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse.

Martin Gropp Folgen:

Diese Suche soll die Bedeutung von Anfragen besser erfassen und ist für Page eines der drängendsten Vorhaben, träumt er doch von einer Suchmaschine, die wie der Computer in der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ immer eine Antwort weiß. Doch Page antwortete ausweichend, wie es für den Chef eines börsennotierten Unternehmens Standard ist: Er würde gerne mehr Menschen die semantische Suche namens „Knowledge Graph“ anbieten. „Und wir werden dafür mehr arbeiten.“

Daten aus dem offenen Internet

Die Arbeit ist nun für das deutschsprachige Angebot beendet. Seit diesem Mittwoch ist der Knowledge Graph hierzulande verfügbar. Mit diesem „Wissensgeflecht“ verbindet Google Informationen über Orte, Personen oder Gegenstände mit den Suchanfragen der Nutzer und zeigt diese neben den herkömmlichen Suchergebnissen an. Wenn die Suchanfrage eines Nutzers etwa „Thomas Mann“ lautet, zeigt die Suchmaschine nun auch eine Zusammenfassung der Lebensdaten oder Werke des Autors an. Die Daten werden per Algorithmus ermittelt und beziehen ein, wie andere Nutzer gesucht haben.

Die Informationen stammen dabei vorwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie dem Online-Lexikon Wikipedia oder der Datenbank des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Google greift aber auch auf kostenpflichtige Datenbanken zu; welche dies im Detail sind, teilt der Konzern nicht mit. Die Daten kommen aus dem offenen Internet, heißt es nur. „In einigen Fällen nutzen wir aber lizenzierte Daten für spezifische Informationen“, sagt John Giannandrea, leitender Google-Manager für Softwareentwicklung.

Die neue Funktionalität soll die Suche im Netz menschlicher machen. „Mit dem Knowledge Graph haben wir nun eine sehr große Datenbank von Dingen und Verbindungen gebaut, die assoziativ miteinander verbunden werden“, sagte Giannandrea. „Wenn wir besser verstehen, wonach die Nutzer suchen, können wir ihnen auch Informationen anzeigen, die mit dem Gesuchten in Verbindungen stehen“, sagt er.

Mehr zum Thema

Nach Angaben von Giannandrea verfügt die Datenbank über mehr als 500 Millionen Objekte, zwischen denen gut 3,5 Milliarden Verbindungen bestehen. Mit dem Knowledge Graph wird Google aber auch verstärkt zum Anbieter von Inhalten, da Nutzer schon auf der Suchseite Informationen über das Gesuchte erhalten. Nach Angaben von Giannandrea zeigt Google rund um die eingeblendeten Informationskästen auch Anzeigen. „Der Knowledge Graph und die auf Google gezeigten Anzeigen schließen sich nicht aus.“

Allerdings wird die große Mehrzahl der Einträge anzeigenfrei sein, da auf viele dieser Suchbegriffe keine Werbung geschaltet wird“, sagte er. Dennoch dürfte ein Ziel von Google sein, Nutzer länger auf seinem Angebot zu halten und damit auch die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, ihnen weitere Anzeigen zeigen zu können. Google erwirtschaftet mit Einnahmen für Anzeigen heute seine Gewinne. Die Erfahrung aus den Vereinigten Staaten zeige jedenfalls, dass die Nutzer mehr suchen würden und nicht weniger, sagt Giannandrea. Allerdings findet diese Suche wiederum bei Google statt.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Internetanbindung im Audi A4 Hinter dem Lenkrad zeigt Google die Welt

Das Smartphone-Interface von Audi bringt Online-Dienste von Apple und Google ins Auto. Der A4 erreicht mit seiner Kommunikationstechnik ein neues Niveau - stellt sich noch die Frage nach der Bedienbarkeit. Mehr Von Michael Spehr

18.08.2016, 10:21 Uhr | Technik-Motor
Tierschutz GPS-Bänder für Kenias Löwen

Im Ol-Pejeta-Reservat in Kenia werden Löwen mit GPS-Bändern ausgestattet. Die Daten werden per Satellit an einen Server übermittelt; sie helfen Mitarbeitern und Wissenschaftlern, mehr zu erfahren über das Bewegungsverhalten. Außerdem wird den Tieren, deren Bestand bedrohlich zurückgeht, regelmäßig Blut für Untersuchungen entnommen. Mehr

19.08.2016, 08:27 Uhr | Gesellschaft
Wider die Fremdbestimmung Wir brauchen ein Digitalgesetz

Digitalkonzerne streben nach Profit und scheren sich nicht um Rechtsordnungen. Damit dürfen wir uns nicht abfinden. Es ist nicht zu spät, Freiheit und Grundrechte gegen die Digitalisierer zu verteidigen. Ein Vorschlag. Mehr Von Markus Runde

22.08.2016, 16:07 Uhr | Feuilleton
Cape Canaveral Nasa plant Rendezvous mit dem Astroiden Bennu

Die Mission OSIRIS-REx soll im Jahr 2018 zum Asteroiden Bennu fliegen und mit wissenschaftlichen Daten zurückkommen, die Aufschlüsse zum Ursprung des Lebens geben sollen. Es ist bereits die dritte Sonde der Raumfahrtagentur Nasa zu diesem Himmelskörper. Mehr

23.08.2016, 17:56 Uhr | Wissen
Blackberry Dtek 50 Google soll sicher werden

Das hauseigene Betriebssystem von Blackberry wird durch Android ersetzt. Mit dem Dtek 50 kommt das zweite Blackberry mit Googles Betriebssystem. Mehr Von Michael Spehr

22.08.2016, 09:21 Uhr | Technik-Motor
Technik-Aktien
Name Kurs %
NASDAQ 100 -- --
APPLE -- --
ALPHABET INC.CL.A DL-,001 -- --
FACEBOOK INC.A DL-,000006 -- --
ZYNGA INC. DL -,01 -- --
TecDAX ® -- --
UTD.INTERNET -- --
ZALANDO SE -- --
ROCKET INTERNET SE -- --

Resterampe der Energiewende

Von Helmut Bünder, Düsseldorf

Die Eon-Aktionäre können sich nicht mehr dagegen wehren, dass ihnen bald Anteile an Uniper gehören. Das Papier bleibt nach den neuen Zahlen eine riskante Wette für Wagemutige. Mehr 3 6

Grafik des Tages So viel erwirtschaftet NRW

Nordrhein-Westfalen trägt von allen Bundesländern am meisten zur deutschen Wirtschaftsleistung bei. Im internationalen Vergleich liegt das Land in einer ansehnlichen Gruppe. Mehr 4