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Neuer Google-Dienst Mehr Informationen mit dem „Knowledge Graph“

Mit dem „Knowledge Graph“ bietet Google dem Nutzer künftig weitere Informationen zu den herkömmlichen Suchergebnisse an. Damit rückt das Internetunternehmen die Suche noch enger an die Werbewirtschaft.

© REUTERS Vergrößern Google-Vorstandsvorsitzender Larry Page

Larry Pages’ Geschäft als Google-Vorstandsvorsitzender ist es, Antworten zu liefern. Täglich tragen Millionen Menschen seiner Suchmaschine ihre Anliegen vor. Doch im Oktober reagierte Page zurückhaltend auf die Frage nach einem der wichtigsten Zukunftsprojekte des Suchmaschinenkonzerns. Wie es denn mit der semantischen Suche vorangehe, erkundigte sich ein Analyst nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse.

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Diese Suche soll die Bedeutung von Anfragen besser erfassen und ist für Page eines der drängendsten Vorhaben, träumt er doch von einer Suchmaschine, die wie der Computer in der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ immer eine Antwort weiß. Doch Page antwortete ausweichend, wie es für den Chef eines börsennotierten Unternehmens Standard ist: Er würde gerne mehr Menschen die semantische Suche namens „Knowledge Graph“ anbieten. „Und wir werden dafür mehr arbeiten.“

Daten aus dem offenen Internet

Die Arbeit ist nun für das deutschsprachige Angebot beendet. Seit diesem Mittwoch ist der Knowledge Graph hierzulande verfügbar. Mit diesem „Wissensgeflecht“ verbindet Google Informationen über Orte, Personen oder Gegenstände mit den Suchanfragen der Nutzer und zeigt diese neben den herkömmlichen Suchergebnissen an. Wenn die Suchanfrage eines Nutzers etwa „Thomas Mann“ lautet, zeigt die Suchmaschine nun auch eine Zusammenfassung der Lebensdaten oder Werke des Autors an. Die Daten werden per Algorithmus ermittelt und beziehen ein, wie andere Nutzer gesucht haben.

Die Informationen stammen dabei vorwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie dem Online-Lexikon Wikipedia oder der Datenbank des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Google greift aber auch auf kostenpflichtige Datenbanken zu; welche dies im Detail sind, teilt der Konzern nicht mit. Die Daten kommen aus dem offenen Internet, heißt es nur. „In einigen Fällen nutzen wir aber lizenzierte Daten für spezifische Informationen“, sagt John Giannandrea, leitender Google-Manager für Softwareentwicklung.

Die neue Funktionalität soll die Suche im Netz menschlicher machen. „Mit dem Knowledge Graph haben wir nun eine sehr große Datenbank von Dingen und Verbindungen gebaut, die assoziativ miteinander verbunden werden“, sagte Giannandrea. „Wenn wir besser verstehen, wonach die Nutzer suchen, können wir ihnen auch Informationen anzeigen, die mit dem Gesuchten in Verbindungen stehen“, sagt er.

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Nach Angaben von Giannandrea verfügt die Datenbank über mehr als 500 Millionen Objekte, zwischen denen gut 3,5 Milliarden Verbindungen bestehen. Mit dem Knowledge Graph wird Google aber auch verstärkt zum Anbieter von Inhalten, da Nutzer schon auf der Suchseite Informationen über das Gesuchte erhalten. Nach Angaben von Giannandrea zeigt Google rund um die eingeblendeten Informationskästen auch Anzeigen. „Der Knowledge Graph und die auf Google gezeigten Anzeigen schließen sich nicht aus.“

Allerdings wird die große Mehrzahl der Einträge anzeigenfrei sein, da auf viele dieser Suchbegriffe keine Werbung geschaltet wird“, sagte er. Dennoch dürfte ein Ziel von Google sein, Nutzer länger auf seinem Angebot zu halten und damit auch die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, ihnen weitere Anzeigen zeigen zu können. Google erwirtschaftet mit Einnahmen für Anzeigen heute seine Gewinne. Die Erfahrung aus den Vereinigten Staaten zeige jedenfalls, dass die Nutzer mehr suchen würden und nicht weniger, sagt Giannandrea. Allerdings findet diese Suche wiederum bei Google statt.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 05.12.2012, 08:36 Uhr


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