http://www.faz.net/-gqm-8uarv

Gerichtsurteil : FBI darf Daten von Google-Kunden im Ausland nutzen

  • Aktualisiert am

Laut dem Gericht erhält Google jährlich 25.000 Aufforderungen von Behörden, Nutzerdaten für strafrechtliche Ermittlungen zur Verfügung zu stellen. Bild: dpa

Google muss der amerikanischen Bundespolizei Mails von Auslands-Servern zur Verfügung stellen, wenn sie bei Ermittlungen helfen können. Bei Microsoft sah die Sache noch anders aus.

          Google muss einer Gerichtsentscheidung zufolge der amerikanischen Bundespolizei FBI für Ermittlungen auch E-Mails zur Verfügung stellen, die auf Servern im Ausland gespeichert sind. Das entsprechende Urteil eines Amtsgerichts in Philadelphia widerspricht einer Entscheidung eines New Yorker Berufungsgericht in einem ähnlichen Fall. Hier war Microsoft vor einigen Monaten von dieser Pflicht entbunden worden, was sowohl unter Technologie- und Medienunternehmen als auch unter Datenschützern auf Zustimmung gestoßen war. Ende Januar hatte ein Berufungsgericht das Urteil bestätigt. Google kündigte am Samstag an, wegen der Abweichung vom Präzedenzfall gegen die jüngste Gerichtsentscheidung in Berufung zu gehen.

          Der Internet-Konzern argumentiert, er sei mit der Bereitstellung von E-Mails auf Servern in Amerika der FBI-Aufforderung entsprechend dem Microsoft-Fall ausreichend nachgekommen. Der zuständige Richter hielt dem aber entgegen, dass nichts gegen eine Übermittlung auch der elektronischen Korrespondenz spreche, die Google in seinen internationalen Datenzentren speichere. Zwar gebe es möglicherweise eine Verletzung der Privatsphäre, aber die geschehe beim Öffnen der Mails in den Vereinigten Staaten nd nicht im Ausland.

          Google erklärte in den Gerichtsunterlagen, dass der Konzern aus technischen Gründen seine Daten auf verschiedene Server verteile. Deshalb sei mitunter gar nicht klar, wo einzelne E-Mails gespeichert seien. Laut dem Gericht erhält das kalifornische Unternehmen jährlich 25.000 Aufforderungen von Behörden, Nutzerdaten für strafrechtliche Ermittlungen zur Verfügung zu stellen.

          Quelle: bfch./Reuters

          Weitere Themen

          Geteiltes Echo im  Ausland auf Wahlausgang Video-Seite öffnen

          Freude und Sorge : Geteiltes Echo im Ausland auf Wahlausgang

          In der Türkei, in Israel und in Griechenland gibt es unterschiedliche Reaktionen zum Ausgang der Bundestagswahl. Während Merkels vierter Sieg begrüßt wurde, sieht man das Erstarken der AfD eher mit Sorge.

          Topmeldungen

          CSU-Beben in Bayern : „Wir brauchen einen anderen Spitzenkandidaten“

          Nach dem katastrophalen Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl werden die Rücktrittsforderungen an Horst Seehofer lauter. Das Festhalten an der Flüchtlingsobergrenze könnte schon früh jede Jamaika-Verhandlung erschweren.
          Wer passt auf die Babys auf?

          Elternzeit : Weg mit den Jammer-Müttern!

          Die Forderung nach einer Zwangspause für Väter belegt: Ein Teil der Frauen glaubt immer noch daran, dass es für wahre Gleichberechtigung nur genügend staatliche Steigbügel braucht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.