Home
http://www.faz.net/-gqn-76f7g
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Eric Schmidt verkauft Die Aktienverkäufe der Internet-Topmanager

Der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt verkauft Google-Aktien mit einem Milliardenwert. Er ist nicht der einzige Topmanager aus dem Silicon Valley, der seine Aktien zu Geld macht.

© REUTERS Vergrößern Ex-Google-Chef Eric Schmidt

Keiner kann behaupten, Eric Schmidt habe den Glauben ans Internet verloren. Der Ex-CEO und Executive Chairman - eine Art Google-Außenminister - des größten Internetunternehmens der Welt hat ein Buch geschrieben, es erscheint im April und heißt übersetzt: „Das neue digitale Zeitalter.“

Hendrik Ankenbrand Folgen:  

Bereits auf seiner jüngsten Spritztour durch Nordkorea mit Tochter Sophie (ihr Urteil: „Ein sehr, sehr merkwürdiges Land“) hatte Schmidt den Diktatoren empfohlen, ihre Untertanen schnellstens Zugang zu Google und Youtube zu gewähren. Denn sogar in der Serengeti, schreibt Schmidt in seinem neuen Buch, werde künftig ein „analphabetischer, Rinder hütender Massai“ sein Smartphone dazu nutzen, „Tagesmarktpreise herauszufinden und per Crowd-Sourcing die Aufenthaltsorte von nahenden Feinden“ aufzuspüren.

Warum verkauft Schmidt?

Warum also verkauft Schmidt seine Google-Aktien, fragt sich der an Technik und Kapital interessierte Teil der Weltöffentlichkeit seit vergangenen Freitag, an dem Google bekannt gab: Der ehemalige Chef will in den nächsten zwölf Monaten 3,2 Millionen seiner insgesamt 7,6 Millionen Aktien losschlagen, also 42 Prozent. Der Zeitpunkt für den Verkauf eines ersten Pakets war zwar günstig - die Google-Aktie notierte zum Wochenende nur sieben Euro unter dem Allzeit-Hoch aus dem vergangenen Oktober von 592 Euro - doch die Verkäufe sind in regulären Intervallen geplant, automatisch und ohne Schmidts Zutun.

So will Google Befürchtungen zerstreuen, hier verkaufe ein Insider, der Nachricht über schlechter laufende Geschäfte habe - etwa über sinkende Werbeeinahmen wegen kleiner Smartphone-Bildschirme oder einen möglichen modischen Misserfolg der neuen Google-Datenbrille „Glass“.

Üblich im Silicon Valley

Wenn also alles rund läuft - wieso verkaufen? Es gelte, zu „diversifizieren“, so die typische Silicon-Valley-Replik. Schmidt, dessen Vermögen inklusive Aktien vom Magazin Forbes auf insgesamt 7,5 Milliarden Dollar geschätzt wird, verfügt nach den Verkäufen über 2,5 Milliarden Dollar Cash.

Sein Deal steht in guter Tradition im Silicon Valley. Sheryl Sandberg etwa, First Lady von Facebook und zuständig für das Tagesgeschäft des Freunde-Portals, kassiert immer wieder mal kleinere Beträge aus Facebook-Aktienverkäufen - und machte damit 50 Millionen Dollar Cash seit Facebooks Börsengang im vergangenen Mai.

Mehr zum Thema

Seitdem zu diesem Zeitpunkt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ein größeres Aktienpaket zu Geld gemacht hat - angeblich, um damit die neu entstandene Steuerschuld zu begleichen - hat der Facebook-Chef indes nichts mehr verkauft: Erst kommenden September, hat Zuckerberg angekündigt, wird er wieder Kasse machen.

Die beiden Google-Gründer Larry Page - der zudem derzeit als CEO die Geschicke des Konzerns leitet - und Sergey Brin, hatten bereits vor drei Jahren angekündigt, bis 2015 fünf Millionen Google-Aktien auf den Markt zu werfen, was - einen Absturz der Google-Aktie einmal ausgeklammert - jedem an die 3 Milliarden Dollar aufs Konto spülen dürfte. Die Stimmrechte beider sänken dann auf 48 Prozent, die von Ex-Chef Schmidt auf 5 Prozent: das Triumvirat behält weiter die Macht - sollte es sich nicht zerstreiten.

Quelle: F.A.S.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Glass Wie geht es mit Googles Datenbrille weiter?

Der Verkauf von Google Glass wird eingestellt. Aber der Internetkonzern will eine Niederlage vermeiden. Hat das umstrittene Projekt noch eine Zukunft? Mehr Von Roland Lindner, New York

16.01.2015, 22:03 Uhr | Wirtschaft
Die Forderung nach neuen Spielregeln für Google

Bei einem Streitgespräch mit Google-Chef Eric Schmidt forderte Sigmar Gabriel, die Marktmacht des amerikanischen Internet-Giganten zu begrenzen. Mehr

15.10.2014, 09:18 Uhr | Politik
Abwerbe-Streit Apple, Google & Co. werben einander wieder Leute ab

Apple, Google und weitere Technologieunternehmen sollen auf höchster Ebene vereinbart haben, sich gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. 64.000 Angestellte klagten dagegen. Und können nun auf Millionenzahlungen hoffen. Mehr

14.01.2015, 13:00 Uhr | Wirtschaft
Facebook-Chef Mark Zuckerberg spricht in China Mandarin

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat auf einer China-Reise sein Sprachtalent unter Beweis gestellt, als er eine Frage-Antwort-Runde mit den Worten "Hallo alle zusammen" auf Mandarin einleitete. Eine halbe Stunde sprach er Chinesisch und wurde dafür von seinen Zuhörern mit Applaus bedacht. Mehr

23.10.2014, 17:43 Uhr | Wirtschaft
Glass Google stoppt den Verkauf seiner Datenbrille

Nach Problemen mit Überhitzung und Sorgen wegen der Privatsphäre wird Google Glass vorerst nicht mehr an Verbraucher verkauft – die Kooperation mit Unternehmen will der Internetkonzern jedoch fortgesetzen. Mehr

15.01.2015, 20:18 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.02.2013, 14:20 Uhr


Googles Aktienkurs
Name Kurs Änderung
  Google Inc. --  --

Aktienkurse
Name Kurs Änderung
  Nasdaq 100 --  --
  Facebook --  --
  Google --  --
  Apple --  --
  Zynga --  --

Tsipras gegen die Troika

Von Tobias Piller, Rom

Vereinbarungen müssen nicht detaillierter sein, sondern mit klareren Sanktionen bewehrt. Es fehlt eine Konkursordnung für die Länder der Währungsunion. Mehr 29 60

Grafik des Tages Schusswaffen holen fast die Autos ein

In Amerika sterben mehr als 33.000 Menschen im Jahr durch Waffen - das sind fast so viele wie Tote im Straßenverkehr. Mehr 1