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Entwicklerkonferenz I/O : Android überall

I/O: Auf seiner Entwicklerkonferenz bewies Google mal wieder seine Allgegenwärtigkeit Bild: AP

Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen bereits Geräte mit Googles Betriebssystem Android, doch das ist dem Internetkonzern nicht genug. Er will weiter - und drängt ins Auto, ins Wohnzimmer und aufs Handgelenk.

          Wenn es nach dem amerikanischen Internetkonzern Google geht, wird es vor seiner Software Android in Zukunft kaum noch ein Entrinnen geben. Auf seiner Entwicklerkonferenz „Google I/O“ in San Francisco präsentierte der Konzern am Mittwoch eine ganze Serie von Android-Varianten, etwa für das Auto, für Fernseher und für Digitaluhren.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Android ist ursprünglich als Betriebssystem für Smartphones bekannt geworden. Android-Handys gibt es heute von einer Vielzahl verschiedener Hersteller wie Samsung und Motorola, sie beherrschen mehr als drei Viertel des globalen Smartphone-Marktes. Auch auf Tabletcomputern ist Google mit der Software vertreten. Der unter anderem für Android zuständige Senior Vice President Sundar Pichai sagte, auf der ganzen Welt nutzten heute mehr als eine Milliarde Menschen Android-Geräte.

          Google begann die Konferenz mit der Vorstellung der nächsten Version des Betriebssystems für Smartphones und Tablets, die den Namen „Android L“ hat. Die Neuauflage hat ein überarbeitetes Design und außerdem eine Reihe zusätzlicher Sicherheitsfunktionen, darunter Anti-Diebstahl-Software.

          Für am Körper tragbare elektronische Geräte („Wearables“) wie zum Beispiel Digitaluhren zeigte Google „Android Wear“. Uhren mit dieser Software können auf Stimmbefehle reagieren und mit Android-Smartphones zusammenarbeiten. Zwei solche Smartwatches der koreanischen Konzerne Samsung und LG sollen ab sofort verfügbar sein, eine weitere Uhr von Motorola soll im weiteren Verlauf des Jahres folgen. Samsung hat schon andere Digitaluhren mit eigener Software auf den Markt gebracht, die sich aber bisher noch nicht allzu gut verkaufen. In der Branche wird außerdem erwartet, dass der Google-Rivale Apple noch in diesem Jahr eine solche Uhr vorstellt.

          Mit „Android TV“ wagt Google einen weiteren Anlauf, sich auf Fernsehern zu etablieren. In der Vergangenheit war Google mit seinen Fernsehinitiativen nicht immer erfolgreich. Das Programm „Google TV“ stieß vor vier Jahren auf verhaltene Akzeptanz, Verbraucher fanden es zu kompliziert. Viel besser kam das vor einem Jahr vorgestellte Gerät Chromecast an, das Smartphones und Tablets mit Fernsehern verbindet.

          Mit „Google Glass“ ausgestattet, lauscht dieser Besucher der Entwicklerkonferenz
          Mit „Google Glass“ ausgestattet, lauscht dieser Besucher der Entwicklerkonferenz : Bild: AFP

          Schon auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas im Januar hatte Google angekündigt, Android auch in Autos unterbringen zu wollen und dafür Allianzen mit Herstellern wie Audi geschlossen zu haben. In San Francisco kündigte Google jetzt an, für „Android Auto“ 40 weitere Partner gefunden zu haben. Noch in diesem Jahr solle das erste Auto mit der Software auf den Markt kommen.

          Google kündigte am Mittwoch außerdem eine neue Gesundheitsplattform mit dem Namen „Google Fit“ an. Damit folgt der Konzern dem Beispiel des Wettbewerbers Apple, der kürzlich auf seiner eigenen Entwicklerkonferenz eine ähnliche Initiative startete.

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