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E-Mail-Verkehr : Kontakte zwischen Google und Geheimdienst enthüllt

  • Aktualisiert am

Ein E-Mail-Wechsel zwischen dem NSA-Direktor Keith Alexander und Google-Chef Eric Schmidt zeugt von Terminabsprachen und deutet auf eine Kooperation hin. Bild: dpa

Die NSA und die Führungsriege von Google haben sich in Diskussionen über Sicherheitsstrategien eng abgestimmt. Nachdem einschlägige E-Mail-Wechsel an die Öffentlichkeit geraten waren, hat Google nun die Kontakte bestätigt.

          Das Verhältnis zwischen der amerikanischen Abhörbehörde NSA und dem Internetkonzern Google ist offenbar deutlich enger gewesen als bislang bekannt: Darauf deuten mehrere E-Mail-Wechsel zwischen dem NSA-Direktor Keith Alexander, Google-Chef Eric Schmidt und dem Google-Mitgründer Sergey Brin hin, die an diesem Mittwoch öffentlich wurden. Mittlerweile hat Google die Kontakte gegenüber der F.A.Z. bestätigt, gleichzeitig aber betont, sie hätten nur zur Sicherheit der Nutzer stattgefunden.

          Zunächst hatte der Sender Aljazeera darüber berichtet, mit einem Informationsfreiheitsantrag die (FOIA) die Herausgabe der einschlägigen E-Mails erreicht zu haben. In den Mails geht es um Terminabsprachen zwischen dem NSA-Chef und den führenden Google-Vertretern. In der Korrespondenz finden sich auch Andeutungen zu einer Kooperation zwischen der Sicherheitsbehörde und der Internetfirma.

          Nach den Enthüllungen von Edward Snowden über die Schnüffeleien der NSA hatten mehrere Chefs von Technologiefirmen hingegen beteuert, sie hätten nur in solchen Situationen mit der Regierung kooperiert, in denen sie gerichtlich dazu gezwungen waren. Doch die nun bekannt gewordenen E-Mails suggerieren, dass schon ein Jahr vor Snowdens Enthüllungen einiges an Kommunikation zwischen Google und der NSA stattgefunden hat – durchaus nicht immer unter Druck.

          In einer ersten Reaktion wies der Google-Deutschland-Sprecher auf die große Notwendigkeit hin, die Sicherheit der Internetnutzer zu gewährleisten: „Wir arbeiten sehr hart dafür, unsere Nutzer vor Cyber-Attacken zu schützen. Dafür sprechen wir auch mit externen Experten, zu denen mitunter auch solche aus der amerikanischen Regierung gehören“, sagte er. Zweck sei „sicherzugehen, im Kampf gegen derlei Attacken auf dem neuesten Stand zu sein.“

          Konkret soll NSA-Chef Alexander am 28. Juni 2012 Schmidt per E-Mail zu einem vierstündigen Treffen „an einen sicheren Ort nahe des San Jose Flughafens“ eingeladen haben. Schon zuvor sollen sich Alexander, Schmidt und andere Vertreter der Internetindustrie getroffen haben, impliziert die Mail weiter. Doch Alexander wollte ein weiteres Treffen mit „einer kleinen Gruppe von Vorständen“ im Spätsommer, weil die Regierung auf Hilfe aus dem Silicon Valley aus gewesen sei, heißt es weiter.

          Thematisch soll es um die Sicherheit mobiler Endgeräte gegangen sein. Googles Teilnahme an der Entwicklung derartiger Sicherheitslösungen sei essentiell, so steht es in der Mail. Das von Alexander angesprochene Briefing war offenbar Teil der geheimen Regierungsinitiative „Enduring Security Framework“ (ESF).

          Auch in dem zweiten Mailwechsel geht es um ein Treffen zwischen einem hochrangigen Vertreter von Google und NSA-Verantwortlichen. Hier sollten Erfolge der Zusammenarbeit und neue Ziele besprochen werden.

          Zwar geht wenig Konkretes aus der Korrespondenz hervor, doch zitiert Aljazeera eine Rechtsexpertin aus Stanford damit, dass ein Informationsaustausch zwischen der Regierung und Internetfirmen zwar essentiell sei, doch gleichzeitig ein Risiko für die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer bedeute. Vergangenen Herbst war bekannt geworden, dass der amerikanische Geheimdienst Informationen aus Leitungen zu Googles Rechenzentren abgefischt haben soll. Die E-Mails zwischen Alexander und den Google-Vertretern zeigten, wie informell der Informationsaustausch stattfinde und dass es keine bekannte, transparente, konkrete und bewährte Methode gebe, um sicherzustellen, dass relevante Sicherheitsinformationen in die richtigen Hände geraten, so die Rechtsexpertin. So wird spekuliert, dass die NSA im Rahmen solcher Kooperationen überhaupt erst an Informationen darüber gelangen könnte, wie sie im Fall des Falles Informationen abfischen kann.

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