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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Google Larry Page will 6.200 Mitarbeiter einstellen

 ·  Die Börsianer haben dem neuen, alten Google-Chef Larry Page einen kühlen Empfang bereitet: Ein milliardenschwerer Gewinn im ersten Quartal war den Anlegern nicht gut genug. Nachbörslich fiel die Aktie am Donnerstag um mehr als 5 Prozent.

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Das war ein durchwachsener Start in den neuen Job: Keine zwei Wochen sitzt Google-Gründer Larry Page nun auf dem Chefposten des Internetkonzerns und kann für das erste Quartal einen Gewinn von unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar verkünden. Das sind zwar 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch die Analysten hatten auf noch bessere Zahlen gehofft. Nachbörslich fiel die Aktie am Donnerstag um mehr als 5 Prozent.

Das Geld hatte freilich noch Vorgänger Eric Schmidt hereingeholt, der nun als Verwaltungsratschef die Rolle des Firmenbotschafters übernommen hat. Page steht seit Anfang April in der Verantwortung. Jede seiner Handlungen wird genau beobachtet. Die Frage lautet: Wohin steuert Page den Internetgiganten?

Bislang ist es das Suchmaschinen-Geschäft, das Google reich macht. Firmen zahlen für Werbung, die sie bei den Suchergebnissen platzieren. Doch Google drängt in immer mehr Felder. So ist sein Handy-Betriebssystem Android mittlerweile der schärfste Gegner für Apples iPhone und mit seinem Computer-Betriebssystem namens Chrome OS will Google auch Microsoft mit seinem Windows das Fürchten lehren. Auch die Videoplattform Youtube gehört zum Imperium.

Zu Jahresgebinn hatte Google die Löhne um 10 Prozent erhöht

Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz um 27 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Davon entfällt allerdings nur ein Bruchteil auf die neuen Felder. Nach Medienberichten hat Page in seinen ersten Tagen schon Teile des Top-Managements umgekrempelt. Er will demnach den einzelnen Bereichen mehr Gestaltungsspielraum geben. Das passt zum erklärten Ziel von Page, dass Google wieder wendiger werden solle. Google will in diesem Jahr mindestens 6.200 Mitarbeiter einstellen, ein Rekord in der 13-jährigen Geschichte des Unternehmens. Schon in den ersten drei Monaten des Jahres stellte Google mehr als 1900 neue Leute ein, womit 26.300 Menschen für den Konzern arbeiteten. Zugleich zahlt das Unternehmen seit Jahresbeginn zehn Prozent mehr Gehalt.

Der Börsenliebling gab im ersten Quartal daher viel Geld aus: Die Ausgaben des weltgrößten Suchmaschinenbetreibers schossen in den ersten drei Monaten um 54 Prozent in die Höhe und erreichten 2,84 Milliarden Dollar. Dagegen wirkte der Umsatzsprung um 29 Prozent geradezu klein. Das enorme Tempo beim internen Wachstum kann sich Google aber dank seiner prall gefüllten Kasse leisten. Der unglaubliche Kontostand zum 31. März: 36,7 Milliarden Dollar.

Und Google dehnt sich weiter aus: Erst vor wenigen Tagen bekam das Unternehmen grünes Licht von den US-Wettbewerbshütern für die Übernahme des Flugsuche-Spezialisten ITA. Zwar musste der Konzern dafür einige Zugeständnisse machen, aber dafür steckt Google künftig hinter einem guten Teil der weltweiten Flugticket-Buchungen.

Larry Page hatte Google 1998 zusammen mit seinem Kompagnon Sergey Brin gegründet, der sich heute um neue Produkte kümmert. 2001 übergaben die beiden ihr „Baby“ an Schmidt. Unter dem erfahrenen Manager hat sich Google von einem aufstrebenden Internetsuch-Unternehmen zum heutigen breit aufgestellten Technologiekonzern gemausert.

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